Der desillusionierte Palmenliebhaber Exotengarten-Geschnatter

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Wer den Schutz- + Pflegeaufwand für eine Palme auf sich nimmt, der lebt einen Traum + läuft Gefahr, dass dieser Traum irgendwann platzt…


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Hanfpalme - Mangelerscheinungen
Hanfpalme - Mangelerscheinungen
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Hanfpalme - Mangelerscheinungen
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Dauerhaft ausgepflanzte, exotische Pflanzen findet man bei uns im Münchner Umland eher selten. Insbesondere frostkritische Exoten wie z.B. Palmen, Oliven oder Oleander sind äußerst rar. Die Winter sind hier einfach zu streng und zu lang.
Im Sommer 2015 entdecke ich in meiner Nachbarschaft dann doch einen Garten mit einer ausgepflanzten Hanfpalme – gerade 2 Straßen weiter – Stammhöhe etwa 1.5m. Da ich die Palme erst jetzt entdecke, ist sie vermutlich frisch ausgepflanzt. Ich bin nicht mehr alleine. Offenbar gibt es einen 2. Verrückten in meiner Nachbarschaft. Toll! Wurde der Nachbar womöglich sogar durch meine ausgepflanzten Palmen inspiriert?
Da das Auspflanzen einer derart großen Hanfpalme durchaus ein Risiko darstellt, fragte ich mich schon damals, ob es sich bei dem Nachbarn wohl um einen Fachmann handelt, der weiß, was er tut.
Der Winterschutz meines Nachbarn 2015/16 ließ erste Zweifel aufkommen: der Schutz bestand aus einem Dach und einem mit Jute eingewickelten Stamm. Wedel und Wurzeln waren komplett ungeschützt. Ob unterhalb des Stammschutzes ein Heizkabel verlegt wurde, konnte ich nicht erkennen.
Glücklicherweise verläuft die Wintersaison 2015/16 bei uns sehr mild: gerade einmal 2 Nächte mit Temperaturen unter -10°C, absolutes Temperatur-Minimum -13°C. Ein derart mildes Klima ist insbesondere für frisch ausgepflanzte Palmen in ihrem 1. Winter ganz entscheidend. So hat die Hanfpalme den Winter bis auf leichte Blattschäden glücklicherweise gut überstanden.
Der Überwinterungserfolg hat meinen Nachbarn in seinem Tun offenbar derart bekräftigt, dass er sich in der folgenden Saison gleich 5 weitere Hanfpalmen zulegt, neben der bestehenden 3 – direkt im Garten ausgepflanzt – und 2 weitere – zunächst in Kübelhaltung auf dem Balkon im 1. Stock. Ich bilde mir ein, dass die letzten Palmen erst im Spätsommer 2016 ausgepflanzt wurden, also mit recht wenig Eingewöhnungs- + Einwurzelungszeit vor dem 1. Winter.
So mild, wie die Wintersaison 2015/16 verlief, so heftig verläuft die Wintersaison 2016/17 bei uns, insbesondere der Januar mit 27 Frosttagen, 18 Tagen Dauerfrost am Stück, einem Temperatur-Minimum von -18°C und diversen Nächten unter -10°C. Der Januar ist so streng, dass selbst viele als winterhart eingestufte Pflanzen an ihre Grenzen kommen.
Als ich im Frühling 2017 mal wieder am Grundstück meines Nachbarn vorbei komme, offenbart sich mir ein schlimmer Anblick: alle 6 Hanfpalmen bestehen nur noch aus einem vertrockneten, braunen Mittelspeer. Das war’s wohl leider für die 6 Palmen. Der Januar hat sie alle hingerafft.
So leid einem das für die schönen und sicher nicht ganz-billigen Palmen tut, so leid tut mir auch der stolze Besitzer. Durch den Überwinterungserfolg 2015/16 womöglich beflügelt, hat er seinen Palmenbestand 2016 massiv erhöht und wurde mit einem extrem-strengen Winter 2016/17 abgestraft. Vermutlich wird sich nun der eine oder andere Nachbar bestätigt fühlen, dass exotische Pflanzen hier nichts zu suchen haben. Was man dem Besitzer sicher vorwerfen kann, ist ein – vermutlich aus Unwissenheit oder falscher Beratung – nicht-angemessener Winterschutz, insbesondere für die 2 im Kübel gehaltenen Palmen, bei denen es ein einfaches gewesen wäre, diese im Januar 2017 einfach temporär im Haus zu überwintern.
Zurück bleibt ein desillusionierter Palmenliebhaber, auf dem harten Boden der Realität angekommen…


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