Der Exotengärtner im Herzblatt-Check Exotengarten-Philosophien

Gerade für die jüngeren Generationen ist das Gärtnern meist ein ähnlich ’spannendes‘ Hobby wie Briefmarken sammeln oder Schach spielen. Als Gärtner hätte man daher in der 90er-Jahre-Kuppel-Show ‚Herzblatt‘ vermutlich einen schweren Stand gehabt. Aber wie sieht es als Exotengärtner aus? Hätte man da bessere Chancen gehabt? Sind wir doch mal ehrlich…


Der Exotengärtner im Herzblatt-Check 2

Keine Ahnung, ob jemals ein Gärtner in der damaligen Flirt-Sendung ‚Herzblatt‘ mitgemacht hat. Falls doch, ist er vermutlich mit den Worten ‚Das wäre ihr Herzblatt gewesen‘ freundlich, aber bestimmt aus der Sendung verabschiedet worden – ohne Herz-Dame, versteht sich. Warum glaube ich das? Weil es vermutlich spannendere Typen gibt als den klassischen Gärtner, der am Wochenende seinen Schrebergarten akkurat hegt + pflegt.

Exotengärtner sind sicher eine besondere Species unter den Gärtnern (siehe auch: Charaktereigenschaften eines Exotengärtners). Stünden die Chancen für diesen womöglich besser?

Aus meiner Sicht gibt es im Prinzip 3 Typen von Exotengärtnern:

Typ 1: Der Romantiker

Das Exotenfieber ist beim ‚Romantiker‘ höchstwahrscheinlich in einem Urlaub im Süden entfacht worden. Sei es das mediterrane Flair aus Südeuropa, die Palmen in der Karibik, das Wüsten- / Steppenflair aus Amerika oder die ganz besondere Botanik von Down Under.

Dem ‚Romantiker‘ geht es darum, das Urlaubsflair möglichst authentisch im eigenen Garten nachzubilden. Neben der Bepflanzung geht es auch um die Gartengestaltung mit Stein-Mauern, Strandstühlen, Pool o.ä., die mit viel Liebe mit alten Tierschädeln, Dschungel-Hinweisschildern oder – aktuell mehrfach gesehen – gruseligen Tierskulpturen (Gorillas, Koalas, …) ‚aufgepeppt‘ wird.

Der ‚Romantiker‘ hat – Geschmack hin oder her – sicher den am liebevollsten angelegten Exotengarten. Optik ist hier das A+O. Herz, Emotionen + Leidenschaft stehen klar im Vordergrund.

Der ‚Romantiker‘ wird wegen seines Hangs zum Kitsch jedoch gerne auch mal belächelt. Und er ist beizeiten etwas voreilig. So soll es beispielsweise vorkommen, dass er – von der Emotion übermannt – gelegentlich auch mal Pflanzen kauft, die für eine Kultivierung bei uns völlig ungeeignet sind…

Typ 2: Der Forscher

Die Species ‚Forscher‘ ist eher von der Frage getrieben: wie kann ich bei uns Pflanzen kultivieren, die hier eigentlich gar nicht hingehören, Pflanzen, die sonst keiner hat?

Der ‚Forscher‘ hat definitiv die ausgefallensten Pflanzen im Repertoire. Jedes Jahr gibt es neue Pflanzversuche mit noch verrückteren Pflanzen. Oft werden Pflanzen in kleinen Töpfen vorgezogen, dann Jahr für Jahr etwas mehr an unser Klima gewöhnt, bis man sie endgültig im Garten auspflanzt.

Der ‚Forscher‘ kann gelegentlich ein elendiger Klugscheisser sein. Und ob er wirklich Pflanzen liebt, ist durchaus fragwürdig, zumindest dann, wenn er im Zuge seiner wissenschaftlichen Feldzüge den Tod seiner ‚geliebten‘ Pflanzen mal wieder billigend in Kauf nimmt.

Typ 3: Der Sportler

Die Species ‚Sportler‘ macht aus der gemütlichen Passion einen hoch-professionellen Wettbewerb: höher, schneller, weiter. Konkret: wer hat das schnellste Wachstum? Wer hat die größten Früchte? Bei wem überstehen die Exoten die Winter am besten?

Der ‚Sportler‘ hat entsprechend definitiv die größten Pflanzen und die dicksten Früchte. Und wenn es um den Winterschutz geht, sind seine Pflanzen so gesund + stark, dass sie die härtesten Winter schutzlos überstehen. Behauptet er zumindest.

Der ‚Sportler‘ ist ein Angeber. Gelegentlich muss sich der ‚Sportler‘ auch als Geschichtenerzähler betiteln lassen, wenn mal wieder zu dick aufgetragen wurde. Und die Ökologen kommen mit erhobenem Zeigefinger auf den Plan, wenn es auf das ausgiebige Düngen, Gießen + Beheizen der Pflanzen zu sprechen kommt.

Fazit

Vermutlich steckt in uns Exotengärtnern von jedem Typus ein bißchen drin.

Susi Müller hätte uns daher in der Flirt-Show ‚Herzblatt‘ vermutlich so umschrieben:

‚Der verbissene Pflanzensammler mit dem Hang zum Ungewöhnlichen, der sich gerne mal von seinen Emotionen leiten lässt, gelegentlich etwas dick aufträgt und in aller Regel das letzte Wort wünscht.‘

Klingt nicht ganz so verlockend. Machen wir uns also nix vor: auch als Exotengärtner lockst Du nicht grad die ‚heissen Bräute hinterm Ofen hervor‘.

Aber hej! Haben bei Herzblatt nicht gelegentlich auch mal die schrägen Vögel gewonnen, die anders waren, die Ecken + Kanten gezeigt haben, die etwas exotisch angehaucht waren? Und vielleicht haben wir ja Glück und der Partner auf der anderen Seite der Herzblatt-Wand ist genauso bekloppt wie wir und es heißt: ‚Und hier kommt ihr Herzblatt – der Exotengärtner.‘ 🙂


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