Forum Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich

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Hanfpalme mit hochgradiger Chlorose

Die Pflanze wurde aus einem Kern gezogen und wird in diesem Sommer neun Jahre alt. Seit letztem Jahr, möglicherweise hat es auch schon im Jahr zuvor angefangen, leidet die Palme an einer Chlorose. Diese verschlimmerte sich ständig. Alte Blätter zeigen noch normales Grün, das bei jüngeren in ein Hellgrün übergeht. Der Austrieb und junge Blätter waren schon im vergangenen Jahr gelb und haben über Winter nun dürre Spitzen bekommen.
Bereits im vergangenen Jahr versuchte ich es mit Blaukorn als Dünger, dann mit Zugabe von Bittersalz (Magnesium), ich habe mit kalkfreiem Wasser aus einem Teich gegossen und in einem größeren Blumentopf frische Erde zur Verfügung gestellt durch Umtopfen. Überwintert wurde frostfrei und kühl in hellem Raum. Vom Frühjahr bis zum Winteranfang steht der Topf an der Hauswand an der Südostseite.
Ich bin jetzt mit meinem Latein am Ende. Wer kann helfen?

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Hi und herzlich willkommen,
zunächst mal der obligatorische Disclaimer: ich kenne mich mit ausgepflanzten Palmen aus, aber definitiv nicht mit Palmen in Kübelkultur.
Trotzdem ein paar Gedanken:
Chlorose ist eine Mangelerscheinung aufgrund einer anhaltenden Unterversorgung. Das Problem ist daher i.d.R. in der Erde zu suchen.
Bei ausgepflanzten Palmen ist eine Frühjahrschlorose nichts ungewöhnliches. Sie entsteht, wenn der Boden noch eisig / zu kühl ist, die Pflanze aber schon wachsen will. Das Problem scheidet bei Dir vermutlich aus.
Als nächstes könnten die Versorgungsprobleme Folge einer falschen Bewässerung sein. Wurzelfäule würde ich bei Dir aber (nach knapp 10 Jahren Erfahrung) ausschließen. Die braunen Blattspitzen irritieren mich allerdings etwas.
Bleibt der Topf: wann hast Du das letzte Mal umgetopft? Ist der Topf womöglich zu klein geworden? Besteht der Topf ggf. nur noch aus Wurzeln? Ich würde die Palme mal aus dem Topf rausholen.
Viel Erfolg
Tom

Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich

Besten Dank, Tom, für Deine Zeilen.
Ich stimme darin überein, daß das Problem wohl "im Topf" liegt. Daher alle die bereits gemachten Versuche. Die Umtopfung ist nach meiner Erinnerung erst relativ spät im letzten Sommer oder anfangs Herbst erfolgt. So habe ich die stille Hoffnung, daß die Palme in Folge der Winterruhe "noch gar nicht bemerkt hat", daß sie einen größeren Topf und frische Erde bekommen hat. Warten wir's also ab . . .
Übrigens ist die Pflanze das Kind, deren 'Eltern' schon seit vielen Jahren in meinem Garten stehen bzw. standen. Der Vater steht noch, die Mutter ist vor ein paar Jahren erfroren.
Das Foto ist von Mai 2014. Inzwischen wird die Palme von dem dahinterstehenden damals noch kleinen Feigenbaum überragt.

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Ja, vermutlich sollten wir einfach mal abwarten, wie sich die Palme entwickelt, wenn sie wieder richtig Sonne tanken kann und der Boden sich erwärmt.
Wie alt ist die Hanfpalme denn? Und seit wann hast Du ausgepflanzte Palmen? Der Vater wird ja vermutlich inzwischen einen Stamm von über 3m haben, oder? Wahnsinn!

Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich

Wie alt die "Vaterpalme" ist, läßt sich nicht mehr genau sagen, ganz sicher älter als 25 und jünger als 35 Jahre, wir vermuten 30 - 32 Jahre. Auf der Wiese eines Hotelgartens in Ascona wuchs an Pfingsten eine Vielzahl von Sämlingen aus Früchten des Vorjahres unter einer riesigen Palme mit den Grashalmen um die Wette. Von dort habe ich seinerzeit ein halbes Dutzend nach Deutschland importiert. Drei davon standen danach Jahre lang in unserem Garten.
Übermäßig hoch ist die Palme nicht: Der Stamm bis zum Blattansatz 1,70m, der ganze Stamm 2,40m und die Blätter reichen hinauf bis 3,60m. Das ist aber schon reichlich hoch, wenn man sie zum Winteranfang einpacken muß!

D.h., Du hast seit etwa 30 Jahren ausgepflanzte Palmen im Garten??? Wahnsinn. Stammhöhe 2,40m finde ich da aber recht überschaubar. Wächst sie überhaupt noch?
Ja, Winterschutz wird irgendwann echt schwierig. Ich wunder mich immer über die Leute, die ihre Hanfpalmen düngen, bis der Arzt kommt. Die wachsen doch eh viel zu schnell. Wo wohnst Du denn und wie schützt Du sie?

Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich

Ich wohne am Rand des nördlichen Schwarzwaldes, geologisch gesehen aber um einige 100m außerhalb des Schwarzwaldes (hier Kalkstein, dort Roter Bundsandstein) auf 300m ü.N.N.. Die Palme steht am Südhang vor dem Haus. Das Wachstum wurde über einige Jahre stark behindert durch Erfrierungen, nach denen eine zeitlang nichts oder nur stark Verkrüppeltes austrieb. Derzeit (Mitte April 2020) treibt sie wieder eine Vielzahl von Blüten, die noch in Maiskolben großen 'Knospen' stecken. Das Höhenwachstum ist gering und das ist gut so . . .

Bei 300m über NN wird es bei Euch sicher auch ganz schön frostig im Winter... da kann es schon mal leichte Erfrierungen geben. Aber letztlich wohnt sie jetzt 30 Jahre bei Dir und das ist doch eine ganz tolle Geschichte!
Und ein geringeres Höhenwachstum finde ich - wenn man an den bei uns erforderlichen Winterschutz denkt - inzwischen auch ein sehr erstrebenswertes Ziel. Dem Thema hatte ich mich hier auch schon mal gewidmet:

Entschleunigtes Exotengärtnern

Frohe Ostern! 🙂

Der Exotengärtner: Gärtnern im Grenzbereich

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