Exotengarten-Saison 2021/22 Mein Münchner Exotengarten 500m über NN

10 Jahre Exotengarten – 11. Saison! Wow. Das Fernsehen kommt + wir stechen in See…

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Februar 2021

In der Exotengarten-Saison 2021/22 erwarten uns einige spannende Projekte:

  • am 06.03. will der bayrische Rundfunk einen Kurzbeitrag über unseren Garten drehen, der im April in der Sendung ‚Querbeet‘ ausgestrahlt werden soll. Irre, oder?
  • Und gut 1.5 Monaten später feiert unser Exotengarten am 27.04. sein 10-jährige Bestehen.
  • Anfang Juni lassen wir uns dann einen beheizbaren Gartenpool bauen. Ich kanns immer noch nicht glauben!
  • Und im Dezember feiert dann unsere älteste Trachycarpus fortunei ihren 7½ten Geburtstag in unserem Garten. Entgegen vieler Unkenrufe…

Nachdem ich die Hanfpalmen bereits am 15.02. vom Winterschutz befreit habe, folgt am 18.02. (bis auf wenige Ausnahmen) auch der Rest. Im Großen + Ganzen hat der Winterschutz trotz des dieses Mal doch sehr strengen Winter wieder gut funktioniert. Ein 1. Winter-Fazit:

  • First things first: mein ‚Blackboy‘ Xanthorrhoea johnsonii hat überlebt und sieht – bis auf ein paar erfrorene Halmspitzen – top aus. Juhu! Auch der Dicksonia antarctica + der Eucalyptus pauciflora machen einen guten Eindruck. Aus der Australien-Fraktion zeigt einzig der Eucalyptus neglecta starke Frosttrocknis-Erscheinungen: die Blätter haben sich braun / rot / lila verfärbt, haben viele kleine braune Punkte darauf (Pilz) und sind brüchig / vertrocknet. Nur einige junge Blätter machen noch einen halbwegs vitalen Eindruck.
  • Die Amerika-Fraktion, also die 2 Dasylirion, die Nolina, die Agave, meine Kakteen + meine Yuccas machen soweit einen sehr guten Eindruck. Die Yuccas sind i.ü. (bis auf die Yucca faxoniana + eine Yucca rigida) nahezu pilzfrei. Die herbstliche Behandlung mit einem Breitband-Fungizid hat selbst bei den völlig ungeschützten Yuccas wahre Wunder bewirkt. Die Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ (Exotenbeet 1) hat es leider nicht überlebt. Hier hatte ich ja ein Ohr in die Erde gesetzt in der Hoffnung, es würde anwurzeln. Das hat nicht recht funktioniert. Und beim Dasylirion quadrangulatum sind die Blattspitzen etwa 10cm weit an den Spitzen vertrocknet. Das ist aber vermutlich nicht weiter schlimm.
  • 2 der 3 großen Trachycarpus fortunei machen ebenfalls einen guten Eindruck. Die Hanfpalme im Exotenbeet 4 hat leider mittlere bis starke Blattschäden, da ich das Heizkabel nicht eingesteckt hatte. I.ü. hat auch die kleine, rein passiv-geschützte Wagnerpalme im Exotenbeet 4 den Winter wieder gut überstanden.
  • Albizia julibrissin, Poncirus trifoliata + Diospyros Kaki sehen ebenfalls gut aus.
  • Die Passiflora haben viele abgestorbene Triebe. Das ist aber völlig normal. Die dickeren Zweige machen auf alle Fälle noch einen guten Eindruck.
  • Meine 2 Musa basjoo sehen beide gar nicht gut aus. Die kräftigsten Scheinstämme sehen interessanterweise besonders frost-geschädigt aus. Deren Scheinstämme sind innen weiß, extrem hart und quasi ohne Struktur (mit den typischen Kanälen). Das habe ich so noch nie gesehen. Womöglich habe ich sie auch zu tief abgeschnitten…
  • Meine mediterranen Exoten bereiten nach dem Dauerfrost (wie erwartet) etwas Sorgen, insbesondere der Nerium oleander + der kleine Olea europaea (Exotenbeet 4). Beide haben / hatten offenbar etwas mit Frosttrocknis zu kämpfen. Dagegen macht mein großer Olea europaea (Exotenbeet 1) einen sehr guten Eindruck. Er hat im Winterschutz-Zelt ggü. den Vorjahren doch recht wenige Blätter verloren.
  • Mein kleines Experiment mit dem Pachypodium rutenbergianum (Exotenbeet 3) hat leider nicht funktioniert. Es wäre aber auch wirklich eine Überraschung gewesen, wenn er den Frost überstanden hätte. Nicht schön, aber verkraftbar.

In Summe haben bislang folgende Pflanzen Frostschäden:

  • Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ (Exotenbeet 1): tot
  • Yucca faxoniana (Exotenbeet 3): mittlerer Schaden
  • Pachypodium rutenbergianum (Exotenbeet 3): tot
  • Dasylirion quadrangulatum (Exotenbeet 4): leichter Schaden
  • Trachycarpus fortunei (Exotenbeet 4): mittlerer Schaden
  • Yucca rigida (Exotenbeet 4): schwerer Schaden
  • Olea europea (Exotenbeet 4): leichter Schaden
  • Musa basjoo (Exotenbeet 3 + 5): schwerer Schaden
  • Eucalyptus neglecta (Exotenbeet 5): schwerer Schaden
  • Nerium oleander (Exotenbeet 5): leichter Schaden

Sehr auffällig: meine Sorgenkinder befinden sich großteils auf der Nord-Seite meines Gartens (Exotenbeet 4+5). Das Mikro-Klima scheint hier doch nochmal ein ganzes Stück kritischer.
Erste Neu-Ankömmlinge stehen i.ü. auch schon zur Auspflanzung bereit:

  • Agave ovatifolia ‚Ice Heart‘ (Walzungen-Agave)
  • Dicksonia antarctica
  • Olea europaea ‚Elit-5‘

Den Dicksonia antarctica hatte ich beim Palmenmann für stattliche 250€ (+40€ Versand) bestellt. Ebenso stattlich kommt der Baumfarn am 26.02. dann auch an: 80cm Stammhöhe, 85cm Stammumfang, 12 Wedel mit bis zu 2.30m (!!!) Länge und einem Stiel-Umfang von 5cm. Wow. Wirklich imposant! Leider, leider wird die Freude etwas getrübt: alle Wedel haben etwa an der selben Stelle braune Blätter und braune, leicht schrumpelige Stiele. Entweder haben sie beim Transport Frost abbekommen oder es hat ihnen nicht gefallen, wie sie beim Verpacken leicht verdrillt gebogen wurden. Sehr ärgerlich. Ich habe dem Palmenmann mal Fotos geschickt. Schauen wir mal, wie er reagiert…
Mit der Auspflanzung der Neuankömmlinge muss ich leider noch etwas warten. Richtig Sinn macht das erst nach dem Pool-Bau im Juni.
Anderes Thema: Mitte Dezember 2020 hatte ich eine handvoll meiner Trachycarpus fortunei-Samen bei mir im Wohnzimmer in einem kleinen Pflanztopf gepflanzt. Ende Januar 2021 zeigte sich der erste zarte Blatttrieb. Inzwischen haben 3 Hanfpalmen ihr 1. zartes Blatt gebildet. Das größte Blatt ist inzwischen 5cm lang und hat sich 7cm über den Erdboden in die Höhe gestreckt.
So langsam wirds jetzt auch mit dem TV-Dreh ernst. Der Beitrag ist inzwischen auf der Bayrischer Rundfunk-Homepage für die ‚Querbeet‘-Sendung am 05.04. zwischen 19:00 und 19:30 angekündigt. Den TV-Dreh haben wir nun auf den 03.03. vorgezogen, da es hier richtig schön sonnig + warm sein soll. Klasse, wie flexibel das Querbeet-Team agiert.

März 2021

Nachdem der Eucalyptus neglecta doch weiterhin arg vertrocknet wirkt, habe ich mich entschlossen, ihn jetzt nochmal radikal zurückzuschneiden. Er war womöglich noch etwas zu schwach für diesen Winter. Ich bin aber guter Dinge, dass er sich wieder erholt.
Nun ist es am 03.03. endlich soweit: der große TV-Dreh-Tag mit dem bayrischen Rundfunk für die Sendung ‚Querbeet‘. 1000 Dank, liebes Querbeet-Team, für einen wunderschönen, unvergesslichen Tag! 🙂
Die Wedel des neuen Dicksonia antarctica sehen gar nicht mehr gut aus. 4 Wedel hängen inzwischen mittig abgeknickt herunter. Der Palmenmann hat mir 10% Preisnachlass oder die kostenlose Rücknahme angeboten. Bevor wir den Baum jetzt nochmal quer durch Deutschland transportieren, einigen wir uns schließlich auf 20% Preisnachlass. Der Palmenmann weist nun in seinem Shop auch darauf hin, dass er die Bäume nur noch wedellos verschickt. Das macht nach der Erfahrung vermutlich viel Sinn.
Zwischen 06. + 09.03. hat es nachts nochmal bis -6°. Hoffen wir mal, dass es das dann diesen Winter mit derartigen Frösten war.
In der Nacht auf den 17.03. hat es nochmal richtig kräftig geschneit. Es liegen etwa 15cm hoch Schnee auf dem Rasen. Und zwischen 17. + 21.03. hat es wieder Fröste bis -7°. Der Winter ist noch nicht vorbei.
Am 18.03. bestelle ich 2 kleine Olea europaea ‚Bianchera‘. Die Sorte ‚Bianchera‘ gilt als eine der frosthärtesten Olivensorten. Sie soll bis etwa -18° Frost aushalten können. Bestellt habe ich sie bei Vivai Gabbianelli. Hier werden i.ü. eine ganze Reihe gut-frostharter italienischer Sorten angeboten, z.B. auch ‚Leccio del Corno‘. Der Versand ist leider recht teuer (ich habe 46€ Versand für 2 Pflanzen zum Preis von jeweils 15€ bezahlt).
In dem Zuge kam mir der Gedanke, ob ich auf der Nord-Ost-Seite des Gartens ein weiteres Exotenbeet errichte (da, wo bis jetzt unser Aufstell-Pool steht). Dieses Exotenbeet würde ich gerne als eine Art kleiner Olivenhain (u.a. mit meinen 3 neuen Oliven-Sorten) gestalten.
I.ü. baut meine kleinere Yucca rigida massiv ab. Die mittleren Blätter werden sukzessive hellgrün bis weiss. Der feuchte, frostige Winter scheint ihr leider gar nicht zu bekommen…
Bereits am 22.03. – also gerade einmal 4 Tage nach Bestellung – kommen die 2 Olea europaea ‚Bianchera‘ gut verpackt + unbeschadet an. Sie machen einen sehr guten Eindruck und sind überraschend groß. Ab Topfoberkante bis Blattkrone sind es etwa 1.60m. Klasse! Ich habe den Münchner Olivenhain schon vor meinem geistigen Auge… 😉
Am 25.03. pflanze ich die neue Agave ovatifolia ‚Ice Heart‘ im Exotenbeet 1 aus. Da macht die sich mit ihren blau-grünen Blättern ganz hervorragend.
Am 27.03. bestelle ich bei eBay (Verkäufer: ‚pflanzen-floren2‘) eine Cylindropuntia imbricata ‚pinky‘ für 22€ (+6€ Versand). Das wird mein 1. Auspflanz-Versuch in der Gattung der zylindrischen Feigenkakteen (‚Cylindropuntia‘).
Die Winterschäden werden nun langsam deutlich: bei meinen 2 Musa basjoo tut sich weiterhin nichts außer etwas grün an 2 kleinen Kindeln. Bei der Yucca rigida im Exotenbeet 4 sind die mittleren Blätter fast weiß. Das sieht ganz übel aus. Bei meiner Trachycarpus fortunei im Exotenbeet 4 habe ich alle Wedel bis auf 2 Mittelspeere abgeschnitten. Die Blätter waren inzwischen jeweils etwa zu 2/3 vertrocknet. Ich gehe aber noch davon aus, dass die Hanfpalme bald wieder schiebt. Mein Dicksonia antarctica macht aktuell auch keinen sonderlich vitalen Eindruck mehr. Und an der Yucca faxoniana werden mehr + mehr ältere Blätter gelb. Man sieht mal wieder: man sollte das Winterfazit besser nicht direkt nach dem Auspacken ziehen.
Am 31.03. pflanze ich den neuen Cylindropuntia imbricata ‚pinky‘ im Exotenbeet 1 aus. Er macht i.ü. einen super Eindruck und ich verstehe gar nicht, warum ich bislang immer einen Bogen um Cylindropuntia gemacht habe. Bin grad schock-verliebt. Er kommt an den Platz des Echinocereus triglochidiatus f. inermis, der dafür ein Stück versetzt werden muss.

April 2021

Anfang April schieben sich bei meinen 3 großen Trachycarpus fortunei vorsichtig erste Blütenknospen heraus, auch die schwer geschädigte Trachycarpus im Exotenbeet 4. Auch die 2 restlichen Mittelspeere schieben nun langsam. Die Hanfpalme hat den Winter zum Glück überlebt:
Exotengarten-Saison 2021/22 6
Am 02./03.04. starten wir schon mal mit ersten Vorbereitungen für den Pool-Bau: wir bauen unseren 10 Jahre alten Holz-Aufstell-Pool von Weka ab.
Leider sind in der 2. Aprilwoche wieder leichte Fröste (bis etwa -5°) angekündigt. Von daher werde ich meine 2 Musa basjoo, meinen Dicksonia antarctica und meinen Xanthorrhoea johnsonii wieder einpacken müssen. Außerdem müssen die noch im Kübel wohnenden Pflanzen – also der Dicksonia antarctica, die 3 Olea europaea und die 3 Trachycarpus fortunei-Sämlinge – wieder ins Haus. Der eh schon heftige Winter scheint keine Ruhe geben zu wollen…
Am 05.04. habe ich eine Kooperationsanfrage von Garten und ich erhalten, die T-Shirts und Hoodies mit schönen Gartenmotiven aus 100% Bio-Baumwolle vertreiben. Leider musste ich hier absagen, da ich meine Website weiter werbefrei und frei von finanziellen Interessen halten will.
Nachdem ich jetzt schon mehrere Jahre mit dem Gedanken spiele, habe ich am 09.04. dann doch endlich meine erste Zwergpalme bestellt – eine Chamaerops Humilis ‚Cerifera‘ (blaue Zwergpalme). Gekauft habe ich die Zwergpalme für 35€ (+ 10€ Versandkosten) bei eBay (Verkäufer: CSL Sunrise GmbH). Laut Beschreibung handelt es sich um ein ‚mehrstämmiges Exemplar‘, welches ‚ca. 70-90 cm misst‘ und ‚ausschließlich in der Freilandhaltung‘ aufgezogen wurde. Klingt gut!
Am 10.04. beginne ich mit dem Anlegen meines neuen Exotenbeetes auf der Nordost-Seite unseres Grundstücks, dort, wo vielang unser Holz-Aufstellpool stand. Das neue Beet soll einen mediterranen Charakter bekommen. Von der Bepflanzung her startet das neue Beet mit dem bestehenden Nerium Oleander. Es folgen der neue Olea europaea ‚Elit-5‘, der bislang auf der Nord-West-Seite gepflanzte Olea europaea ‚arbequina‘, dann eine Pflanzlücke (wo ich nochmal überlegen muss, was ich da pflanze), dann die 2 neuen Olea europaea ‚bianchera‘ und schließlich – schön schattig sitzend – mein bislang auf der Westseite gepflanzter Dicksonia antarctica.
Zwischen 13. und 15.04. gibt es wieder reichlich Schnee + 3 Nächte Fröste bis ca. -4°. Es reicht doch langsam!
Am 17.04. pflanze ich meine neue Chamaerops humilis var. cerifera aus. Sie nimmt den Platz der bisherigen Yucca rigida ein, die den Winter leider nicht überlebt hat. Sie hatte eigentlich von Anfang an Probleme, sich richtig zu etablieren.
Am 21.04. gehts dann endlich mit den Vorarbeiten für den Poolbau los: zunächst wird eine entsprechende Poolgrube ausgehoben. Anfang Mai soll dann der Pool verbaut werden.
Außerdem liefert mir der Palmenmann einen wirklich stattlichen, 47cm hohen + etwa 10cm breiten Cereus repandus (Synonym: Cereus peruvianus) für 25€ (zzgl. 7€ Versandkosten). Dieser fantastische Säulenkaktus soll bei trockener Haltung Fröste bis etwa -8° aushalten. Ihr ahnt es sicher schon: ich habe ihn selbstverständlich direkt dauerhaft bei mir im Garten ausgepflanzt. Das wird ganz sicher der Ritt auf der Rasierklinge, but I love it! 🙂 Meinen Escobaria vivipara im Exotenbeet 1 muss ich dafür leider ein Stück versetzen. Ich hoffe, er nimmt es mir nicht krumm. Zumindest stelle ich beim Umpflanzen fest, dass er trotz des bösen und langen Winters ein großes, vitales Wurzelwerk entwickelt hat. Klasse!
Am 22.04. kommt direkt der nächste Neuzugang: eine Hesperaloe parviflora für 11€ (zzgl. 10€ Versandkosten) von mypalmshop.com. Sie ist mit etwa -21° ausreichend frosthart.
Die Yucca faxoniana baut i.ü. weiter ab: seit einigen Wochen wird immer wieder eines der äußeren Blätter zunächst unten an der Basis gelb, um dann relativ fix komplett gelb zu werden. Als ich die Yucca vom Winterschutz befreit hatte, sah sie bis auf einen kleinen Schaden am Mittelspeer noch ziemlich gut aus. Heute schaue ich mir das ganze genauer an und stelle fest, dass man die äußeren Blätter locker ‚abziehen‘ kann. Die Blätter sind unten braun, feucht und gammelig. Speer-Fäulnis! Oh je. Einige Asseln tummeln sich hier inzwischen. Entsprechend entferne ich rigoros sämtliche befallenen Blätter und die umliegenden alten Blattbasen an der Wachstumsöffnung und streue etwas Zimt auf die betroffenen Stellen. Hier hat sich über die letzten Wochen Wasser angestaut. Ich habe den Regenschutz diesen Winter wohl zu früh entfernt. Sehr ärgerlich! Zukünftig werde ich die alten Blattbasen direkt am Stamm sehr kurz abschneiden, um das Ansammeln von Wasser zu verhindern.
Am 26.04. kommt ein kleiner Musa Nagensium-Keimling (etwa 10cm groß) an. Bestellt habe ich die Pflanze bei ‚kunstisso‘ (eBay-Verkäufer) für stolze 17€ (inkl. Versand). Die Musa Nagensium wird als eine bis -20°C frostharte essbare Banane beworben, die in der Himmalaja-Region Ostindiens in tieferen Lagen wächst. Sie soll besonders lange, schlanke Bananen-Früchte tragen, die ausgesprochen süß schmecken. Es wird empfohlen, den Keimling zunächst einige Monate im Haus zu kultivieren, da kleinere Pflanzen gerne von Schnecken angeknabbert werden. Ihre weisslich-blauen Riesenblätter mit roten Rippen, die orange-roten Blüten und die gelb-leuchtenden Bananen machen die Pflanze laut Verkäufer das ganze Jahr über zu einer Zierde. Schauen wir mal, wie sich die Musa entwickelt…
Die Natur ist i.ü. dieses Jahr gefühlt ziemlich hinten dran: beispielsweise haben sich die Blütenstände meiner weiblichen Trachycarpus bislang vielleicht gerade mal 10-15cm herausgeschoben, die der 2 männlichen nicht mal 5cm (man sieht so eben die braunen Spitzen der Blütenstände zwischen den Hanffasern). Der Winter war halt arg lang diese Saison!
Was mir auffällt: jeder Winter hat seine eigenen Herausforderungen. Hatte ich in der Saison 2019/20 vorallem Probleme mit den Kakteen (vorallem Escobaria), so waren es in der Wintersaison 2020/21 vorallem einige Yuccas. In den Jahren davor waren es z.B. die mediterranen Pflanzen wie Olivenbaum + Oleander, die Sorgen bereitet haben.
Seit Mitte April haben sich am Poncirus trifoliata bereits deutlich sichtbar fast zeitgleich Blatt- und Blütenknospen gebildet, anfangs kaum unterscheidbar, jetzt kurz vor dem Öffnen.

Mai 2021

Obwohl unser Poolbau wirklich schnell voranschreitet, macht einen das Warten auf den Pool und das Nicht-Betreten des hinteren Grundstücks schon extrem mürbe. Inzwischen sind es 18 Tage (21.04.21-08.05.21). Vermutlich wird der Pool Ende der Woche wieder verfüllt zu sein, so dass ich mich dann nach etwa 3.5 Wochen zumindest mal wieder um meine Pflanzen kümmern kann.
Große Sorgen mache ich mir vorallem um meine 2 Asimina triloba im Exotenbeet 6, (die etwa 1m tief mit Aushub-Erde bedeckt sind) sowie den Nerium Oleander, die 4 neu-gepflanzten Olea europaea und den umgepflanzten Dicksonia antarctica im neuen Exotenbeet 7. Nachdem der frostige Winter vorallem meine Exoten auf der Nordseite sehr lange sehr gestresst hat, werden genau diese Pflanzen jetzt durch den Poolbau nochmal gestresst.
Meine 2 Musa basjoo geben weiter kein Lebenszeichen von sich. Und bei meiner Yucca rostrata im Exotenbeet 2 werden seit ein paar Tagen sukzessive die älteren Blätter (von außen) gelbstichig. Wirklich kein erfreulicher Saison-Start für den Exotengarten. Diese Saison heisst es wohl vorallem ‚Wunden lecken‘. 🙁
Die Yucca faxoniana scheint sich dagegen etwas gefangen zu haben. Die Poncirus trifoliata hat am 10.05. endlich ihre 9 Blüten geöffnet. Und der Diospyros kaki x virginiana ‚Nikita’s Gift‘ und der Hibiscus syriacus ‚red heart‘ schieben nun frische Blätter. Meine 3 Trachycarpus fortunei bilden alle munter Blüten. Das Weibchen im Exotenbeet ist mal wieder etwas voraus. Und das stark frost-geschädigte Männchen im Exotenbeet 5 ist interessanterweise etwas weiter als das Männchen im Exotenbeet 1. Es freut mich total, dass die frostgeschädigte Hanfpalme den Winter offenbar überlebt hat. Das war wirklich ungewollt ein absoluter Härtetest für die Hanfpalme.
Sehr spannend: bei mypalmshop.de werden aktuell Xanthorrhoea glauca in verschiedenen Größen angeboten – von 40-50cm Stammhöhe (549€) bis 90-100cm (1049€) zzgl. 59€ Versandkosten. Leider, leider können wir uns diese aktuell nicht leisten. Trotzdem würde mich mal brennend interessieren, wo die herkommen, da Australien ja eigentlich weiterhin einen Exportstop auf diese Pflanzen verhängt hat…
Heute hatte ich endlich mal die Möglichkeit, einige der Exoten im Exotenbeet 5 genauer zu inspizieren, nachdem der hintere Teil des Gartens wegen des Poolbaus etwa 4 Wochen nicht begehbar war. Die 2 Asimina triloba haben quasi alle Blüten abgeworfen. Bei der größeren ist außerdem ein großer Ast abgebrochen. Die Musa basjoo-Scheinstämme sind pechschwarz geworden und riechen fürchterlich. Allerdings hat die Musa einige Kindel gebildet, die noch einen vitalen Eindruck machen. Generell riecht die aufgeworfene Erde wie Jauche. Es ist aktuell etwas deprimierend. Da hilft wohl nur die Vorfreude auf ‚das Gefühl, im eigenen Pool eine Arschbombe zu machen‘ (aktuelle Postbank-Werbung).
Mitte Mai tut sich langsam was im Garten: beide Musa basjoo haben nun jeweils 2-3 kleine Kindel gebildet. Überlebt haben also beide. Bei den dickeren Stämmen tut allerdings sich weiter nichts. Bei der Poncirus trifoliata verblühen die Blüten so langsam. Das war ein kurzes Vergnügen, aber an einer Blüte scheint sich ein erster kleiner Fruchtansatz zu bilden. Eine Bitterzitrone! Das wäre ja eine schöne Überraschung. Und 2 Kakteen haben bereits deutlich Blütenansätze gebildet: der Pediocactus simpsonii ex colorado und der Escobaria vivipara ‚LZ 392 v. arizonica Fishlake Mountains‘.
I.ü. – nachdem ich ja die letzten Wochen sehr deprimiert wegen der Winter- + Poolbau-Schäden berichtet habe, jetzt mal wieder ein paar ‚positive vibes‘:
Nach einigen Misserfolgen die letzten Jahre habe ich erstmals 2 Escobaria (Escobaria vivipara ‚LZ 392 v. arizonica Fishlake Mountains‘, Escobaria sneedii ssp. leei), 1 Pediocactus (Pediocactus simpsonii ex colorado) und 1 Agave (Agave neomexicana ‚LZ 2081 Guadalupe Mountain Range‘) über den Winter gebracht.
Außerdem haben u.a. ein Xanthorrhoea johnsonii, ein Dasylirion quadrangulatum, eine Nolina hibernica + eine Yucca rigida ihren 1. Winter bei mir überlebt. Alles keine einfachen Exoten!
Mitte Mai haben nun auch erste Spätzünder wie der Hibiscus syriacus ‚red heart‘ oder die Albizia julibrissin ‚Rosea‘ erste Blattknospen gebildet. Ziziphus jujuba, Nerium oleander ‚Italia‘ und meine Olea europaea scheinen aber noch im Winterschlaf zu verweilen.
Mit der Fertigstellung meines Pools (hoffentlich Ende Mai?) wird das Exotenbeet 4 ein ganzes Stück breiter, da es bis zum Poolende vorgezogen werden soll. Auch im neuen Exotenbeet 7 ist noch etwas Platz. Es braucht also weitere Exoten. Daher habe ich nun weitere Pflanzen bestellt:

  • Manfreda virginica bei Green Planet (eBay) für 18€ (zzgl. 18.50€ Versand)
  • Tetrapanax papyrifer ‚Steroidal Giant‘ bei mypalmshop.com für 25€ (zzgl. 10€ Versand)
  • Yucca elata bei mypalmshop.com für 13€ (zzgl. 10€ Versand)
  • Yucca thompsoniana bei Tropical Centre (eBay) für 25€ (zzgl. 14.50€ Versand)

Der Tetrapanax papyrifer ‚Steroidal Giant‘ hat einen Stamm von 18cm, 3 (bis zu 30cm große) Blätter und 2 Blattknospen. Klasse! Eine echte Enttäuschung ist dagegen die Yucca elata – die Blätter sind gerade einmal 7cm lang. Du liebe Zeit! Das ist i.ü. die 2. größere Enttäuschung bei mypalmshop.com. Ich hatte mich 2020 schon über eine mickrige, pilzige Yucca rigida geärgert, die auch prompt den Winter 2020/21 nicht überstanden hat. Die Yucca thompsoniana von Tropical Centre macht dagegen einen ganz guten Eindruck, ist aber auch etwas kleiner als gehofft.
Ende Mai regt sich endlich mein größter Olea europaea: erste kleine Blattknospen sind zu erkennen. Weiterhin keine Regung zeigen dagegen meine Passiflora, die Ziziphus jujuba, der Nerium oleander und der Dicksonia antarctica. Beim Dicksonia antarctica habe ich kaum noch Hoffnung. Kein Wunder, wenn ich überlege, was er bei mir durchmachen musste: innerhalb eines Jahres nun der 3. Standort. Und dazu im letzten Winter nur passiv geschützt, weil ich das Zuleitungskabel zum Heizkabel versehentlich nicht eingesteckt hatte. Die Trachycarpus fortunei, die ebenfalls an dem Zuleitungskabel hing, hat auch Frostschäden, hat es aber zum Glück überlebt.
Was auffällt: die durch den Winter stark geschädigte männliche Trachycarpus fortunei ist bei der Blütenbildung ein ganzes Stück (etwa 2 Wochen) weiter als meine andere männliche Trachycarpus.

Juni 2021

Endlich hält der Sommer Einzug. Jetzt regen sich auch der Ziziphus jujuba, der Nerium oleander und die Delosperma. Und bei meinem Blackboy – dem Xanthorrhoea johnsonii – spriessen nun deutlich sichtbar neue ‚Grashalme‘. Es scheint ihm gut zu gehen. 🙂 Bei meinen 2 zurückgefrorenen Musa basjoo haben sich derweil irre viele Kindel gebildet: etwa 10 bei der im Exotenbeet 3 und etwa 20 bei der im Exotenbeet 6. Eine deutliche Reaktion auf die abgestorbenen Scheinstämme. Von den Scheinstämmen scheint leider keiner überlebt zu haben. Und der Pediocactus simpsonii ex colorado hat nun seine ersten lachsfarbenen Blüten (mein 1. Pediocactus hatte i.ü. eher pinkfarbene Blüten) geöffnet.
Eine meiner Clematis – die Clematis carnaby – hat den Winter dagegen leider nicht überstanden. Schon komisch, nachdem sie seit 2016 mehrere harte Winter zuvor problemlos überlebt hat. Und auch bei meinem Dicksonia antarctica hat es sich leider erledigt. Ohne angeschlossenes Heizkabel hatte er in dem heftigen Winter keine Chance. Zum Glück habe ich ja bereits einen Neuen. Meine Passiflora regen sich weiterhin nicht. Nach dem Winter waren die Zweige noch schön grün, aber seit April / Mai sind die Zweige hellbraun geworden, als wären sie vertrocknet. Und die Yucca faxoniana macht jetzt wieder größere Probleme. Nachdem sich die Krone die letzten Tage extrem nach unten gebogen hat, schaue ich mir das Ganze mal genauer an. An der Wachstumsöffnung ist leider alles weich und gammelig. Mit wenig Kraft lässt sich die komplette Krone ziehen. Der Stamm ansich ist aber noch fest… Entsprechend schneide ich oben den gammeligen Teil weitestmöglich weg. Hoffentlich erholt sie sich nochmal.
Nachdem nun unser neuer Pool gefliest ist (siehe: Dokumentation meines Poolbaus), kann ich am 06.06. das Exotenbeet 4 verbreitern und dort 3 Neu-Ankömmlinge endlich einpflanzen: von Süd nach Nord den Dicksonia antarctica, die Hesperaloe parviflora und die Yucca thompsoniana. Außerdem pflanze ich 8 Delosperma (2 aus dem Bestand umgepflanzt sowie 6 neue) und 2 Passiflora (eine vegetative + eine generative Vermehrung) dort ein.
So – und nun mal ein paar richtig positive Nachrichten: am 07.06.21 entdecke ich einen Blütenstand-Ansatz am Dasylirion wheeleri. Wahnsinn! Meine Yuccas lassen mich mit Blüten seit jeher völlig im Stich, aber meine Dasylirion liefert. Ich freu mich. Außerdem entdecke ich am Hibiscus syriacus ‚red heart‘ und am Diospyros kaki x virginiana ‚Nikita’s Gift‘ erste, ganz kleine Blütenknospen. So kanns sehr gerne weiter gehen.
Am 09.06.21 haben sich die Blüten der weiblichen wie auch der männlichen Trachycarpus fortunei geöffnet. Die männlichen Blüten werden wieder intensiv von Bienen angeflogen.
Am 11.06.21 pflanze ich meine frisch-gelieferte Manfreda virginica im verbreiterten Exotenbeet 4 aus. Das Beet wird langsam richtig klasse.
Am 12.06. bestelle ich über eBay (Tropical Centre) eine weitere, hoffentlich etwas größere Yucca elata. Die Yucca kostet 23€ (+ 12.50€ Versand). Es handelt sich laut Anbieter um eine 3-jährige Elta (im 3l-Topf). Ich bin gespannt.

Meine Saison-Erkenntnisse

1. Es ist absolut empfehlenswert, pilzanfällige Pflanzen (wie z.B. die meisten Yuccas) vor dem Winter profilaktisch mit einem Breitband-Fungizid (z.B. Duaxo von Compo) zu behandeln.
2. Für ein Winterfazit gilt: abgerechnet wird frühestens im Mai. Und das hängt nicht nur damit zusammen, dass vorher ggf. noch böse Fröste drohen, sondern auch, dass sich das Ausmaß der Winterschäden wirklich erst dann erkennen lässt. Nach dem Auspacken geht es also oftmals noch ein gutes Stück bergab.
3. Yucca faxoniana sind im Winter sehr nässeempfindlich. Um Speerfäule zu vermeiden, sollte man den Regenschutz möglichst lange aufrecht erhalten und alte Blattbasen sehr nah am Stamm abschneiden, da sich hier gerne Wasser ansammelt.
4. Möchte man die gekürzten Scheinstämme der Musa basjoo über den Winter bringen, sollte man sie auf maximal auf 20cm einkürzen.

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4.1 Agaven, Palmlilien, Rauschöpfe + Bärengras
2.1 Dokumentation
1 EINFÜHRUNG
3.1 Allgemein
3.2 Physiologie
2 MEIN EXOTENGARTEN
2.2 Saison-Berichte
4.2 Bambus + Gräser
4.3 Baum- + Palmfarne
3 EXOTENGARTEN-KNOW HOW
3.3 Kauf + Auspflanzung
4 EXOTEN IM DETAIL
3.4 Schutz + Pflege
4.4 Grasbäume
4.5 Kakteen
3.5 Mangelerscheinungen + Krankheiten
5 EXOTEN-LITERATUR
6 GARTEN-PRODUKTE
4.6 Obstpflanzen
4.7 Palmen
7 GARTEN-PRODUKTE (DIY)
4.8 Rankpflanzen
8 DIES + DAS
4.9 Sonstige Exoten
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