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Makroklima vs. Mikroklima Exotengarten-KnowHow

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    Beim Kauf exotischer Pflanzen sollte man die klimatischen Bedingungen im eigenen Garten kennen. Man unterscheidet Makroklima + Mikroklima.

    Für optimales Gedeihen benötigen Pflanzen in Kultur möglichst exakt das Klima, was sie von ihrem Naturstandort gewohnt sind. Möchte man eine Pflanze in einem für sie exotischen Umfeld etablieren, so muss jede Abweichung von den gewohnten Verhältnissen durch gesonderte Pflege- (Bewässerung, Düngung, Bodenaufbereitung, …) und Schutzmaßnahmen (Kälte, Nässe, …) möglichst gut kompensiert werden.
    Bzgl. der klimatischen Bedingungen unterscheidet man zwischen Makroklima und Mikroklima. Makroklima ist hierbei das de regionale Klima, während Mikroklima das Klima am konkreten Auspflanzort im eigenen Garten ist.
    Neben den klimatischen Bedingungen (wie Temperatur, Licht, Wind, Regen, Luftfeuchtigkeit, …) spielen i.ü. auch die Bodenverhältnisse (Konsistenz, Nährstoffgehalt, …) eine entscheidende Rolle.

    Makroklima

    Ein wesentlicher Faktor bei der Auswahl geeigneter Exoten für den eigenen Garten ist die oftmals beim Kauf angegebene Frosthärte (also die minimal verträgliche Temperatur) der jeweiligen Pflanze.
    Um einschätzen zu können, inwieweit die jeweilige Pflanze mit ihrer Frosthärte für den eigenen Garten geeignet ist, kann man sich historischer Klimadaten für seine Region bedienen.
    Alternativ gibt es verschiedene Modelle, die die Welt auf Basis historischer Klimadaten in sogenannte Winterhärtezonen einteilen.
    Das bekannteste Modell stammt vom Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA = United States Department of Agriculture). Hierbei werden die USA auf Basis historisch ermittelter durchschnittlicher Tiefsttemperaturen in 5 Fahrenheit-Schritten (entspricht ca. 2.8°C) in 26 Winterhärtezonen USDA1a bis USDA13b eingeteilt und in entsprechenden Karten (USDA plant hardiness zone map) visualisiert. Je niedriger die Winterhärtezone, desto strenger sind die durchschnittlichen Winter am jeweiligen Standort. Auch für Deutschland finden sich im Internet entsprechende USDA-Karten. Deutschland bewegt sich hierbei je nach Gegend zwischen USDA6a bis USDA8b.
    Ein leicht angepasstes Winterhärtezonen-Modell gibt es für Deutschland auch von Tobias W. Spanner:


    Foto: Winterhärtezonen in Deutschland (gemäß Tobias W. Spanner)

    Für das Makroklima gilt:

    • je höher ein Ort liegt, desto kälter ist es: je 1.000 Höhenmeter nimmt die Temperatur etwa 6° ab
    • im Inland (Kontinentalklima) gibt es stärkere Temperatur- + Niederschlagsschwankungen als an der Küste oder in Flussnähe (Seeklima), da Wasser ausgleichend auf das Klima wirkt
    Jahreszeit Kontinentalklima Seeklima
    Sommer Temperatur heiss warm
    Niederschlag viel durchschnittlich
    Winter Temperatur frostig mild
    Niederschlag wenig durchschnittlich

    Neben der Temperatur spielen – wie erwähnt – weitere Faktoren wie Licht, Wind, Regen und Luftfeuchtigkeit eine Rolle. So gibt es exotische Pflanzen (wie z.B. einige Yuccas oder Kakteen), die die Fröste in unseren Wintern problemlos wegstecken, aber zwingend vor Nässe geschützt werden müssen.
    In Deutschland hat sich das Makroklima für Exoten aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahrzehnten günstig entwickelt. Es ist generell wärmer geworden, insbesondere der Frühling und am deutlichsten der August. Im April regnet es weniger als früher, der Juni ist stärker bewölkt, im Oktober regnet es mehr und im Winter, speziell im Januar, gibt es mehr Sonnenstunden. In Norddeutschland gibt es die meisten Sonnenstunden. Und im Westen gibt es jährlich ca. 30 Regentage mehr als im Osten.

    Mikroklima

    Das Mikroklima im eigenen Garten kann z.T. erheblich variieren und bei optimaler Standortwahl für eine Pflanze dazu führen, dass diese den Winter ohne Schutz übersteht, obwohl das Makroklima das eigentlich nicht erlaubt.
    So macht es einen großen Unterschied, ob eine Pflanze auf der sonnigen Südseite (die im Winter für eine Erwärmung von Pflanze und Boden sorgen kann), auf der vor kalten Ostwinden geschützten Westseite oder eher kritisch auf der sonnenarmen Nord- oder der frostigen Ostseite des Hauses ausgepflanzt wird. Es macht einen beträchtlichen Unterschied, ob sich ein Beet in Hanglage befindet, wo die kalte Luft Richtung Tal abfließen kann oder ob das Beet im kühlen Tal liegt. Hausnähe und damit verbundene Abwärme des beheizten Hauses, eine schützende Mauer oder das Auspflanzen nässe- oder sonnenempfindlicher Pflanzen unter einem Dachvorsprung können sich ebenfalls sehr positiv auswirken.

    Fazit

    Leider lassen sich die Erfordernisse einer Pflanze aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im eigenen Garten nicht immer realisieren. Wohnt man in einer klimatisch rauen Gegend, so werden Schutz und Pflege vermutlich etwas arbeits- und kostenintensiver. Das Überleben ist aber auch hier für viele Exoten gerade bei geschickter Standortwahl möglich.
    Makro- und Mikroklima meines Gartens finden sich hier.