Australischer Grasbaum: Steckbrief Xanthorrhoea johnsonii

Der australische Grasbaum ist mit seinem schwarzen Stamm und seinen hellgrünen Blättern eine der faszinierensten und schönsten Pflanzen. Um ihn zur Blüte bringen, muss man den ‚Blackboy‘ aber vorher ‚abfackeln‘. Kein Scherz!

Steckbrief: Pflanzenart
AUSTRALISCHER GRASBAUM
(Xanthorrhoea johnsonii)

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SYSTEMATIK

Der australische Grasbaum (Xanthorrhoea johnsonii) gehört zur Gattung der Grasbäume (Xanthorrhoea) in der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae s. l.). Er wird auch ‚Blackboy‘, ‚Yacca‘ oder bei uns ’nördlicher Grasbaum‘ genannt.

SystematikName
AbteilungGefäßpflanzen (Tracheophyta)
KlasseBedecktsamer (Magnoliophyta)
OrdnungSpargelartige (Asparagales)
FamilieGrasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae s. l.)
GattungGrasbaum (Xanthorrhoea)
Artaustralischer Grasbaum (Xanthorrhoea johnsonii)

HERKUNFT / VERBREITUNG

Der australische Grasbaum ist in Ost-Australien (Queensland, New South Wales) vorallem entlang der Küste beheimatet und dort die meist-vorkommende Art. Er wächst in Wäldern + Heiden, gerne auch an Hängen, vorzugsweise in steinigen bis sandigen Böden.
Seit mehreren Jahren gibt es – um den Bestand in Australien zu sichern – einen Export-Stop. Von daher kann man die Pflanze aktuell außerhalb Australiens nicht mehr kaufen. Wenn man ganz viel Glück hat, bekommt man Grasbäume auch außerhalb Australiens – allerdings meist sehr teuer – aus Altbeständen angeboten.

EIGENSCHAFTEN

Wachstum
Grasbäume können bis zu 600 Jahre alt werden. Das optimale Wachstum erfolgt bei Temperaturen um 20°C. Grasbäume wachsen sehr langsam, der australische Grasbaum ganz besonders langsam. Es dauert etwa 20-30 Jahre, ehe sich ein erster Stammansatz entwickelt. Danach wächst der Stamm am Naturhabitat pro Jahr knapp 1cm, bei uns deutlich weniger. Ein weiterer Grund, warum selbst Exemplare mit kleinem Stamm bereits extrem teuer sind.
Frosthärte
Der australische Grasbaum verträgt kurzfristig etwa bis -7°C, sollte aber dann ganz besonders trocken gehalten werden.

HABITUS

Rhizom / Wurzelsystem
Der australische Grasbaum entwickelt ein fein-ausgebildetes, flaches, weitreichendes Wurzelwerk, um auch während längerer Dürrephasen noch Wasser aufnehmen zu können.
Sein Wurzelsystem ist i.d.R. von Mikroben umgeben, die mit der Pflanze in Symbiose leben und ihm so bei der Nährstoffaufnahme helfen.
Wuchsform
Der australische Grasbaum ist i.d.R. einstämmig und bildet einen bis zu 2m hohen Stamm, in Ausnahmefällen auch bis 4m.
Er ist sehr widerstandsfähig ggü. Waldbränden. Im Volksmund wird er ‚Blackboy‘ genannt, weil er einen – oftmals durch Buschbrände gezeichneten – schwarz-verkohlten Stamm hat.
Der Stamm besteht innen aus Fasermaterial und aussen aus alten Blattbasen, die von Naturharz zusammengehalten werden. Bei Buschbränden schmilzt das Naturharz (Akaroidharz), fließt am Stamm herunter, verklebt dabei die Blattbasen und härtet dann unten am Stamm aus. So schützt sich der Baum bei Buschbränden. ‚Xanthorrhoea‘ kommt i.ü. vom griechischen ‚Xanthos‘, was ‚fließen‘ bedeutet und sich auf das Harz bezieht, das am Stamm herunter fließt. Das Harz des Baumes wird von Einheimischen auch als Klebstoff genutzt.
Blätter
Der australische Grasbaum ist immergrün und bildet bis zu 70cm lange, grasartige, dunkelgrüne Halme. Er produziert bis zu 3 Blätter pro Tag. Die Blätter werden 2-3 Jahre alt.
Am Naturstandort findet man den Baum – aufgrund vorheriger Buschbrände – vielfach blattlos. Hängen alte Blätter noch am Stamm herunter, so ist die Länge der Blätter ein Maß dafür, wie lange der letzte Buschbrand her ist.
I.ü. verfärben sich die Halme im Winter bei kühlen Temperaturen und wenig Licht gelegentlich gelbgrün.
Blüten
Der australische Grasbaum bildet etwa ab einer Stammhöhe von 80cm erstmals Blütenstände. Als Feuerkeimer bzw. Pyrophyt bildet er vorzugsweise nach Buschbränden Blüten und in Folge Samenkapseln, die durch die Hitze aufspringen. I.ü. ist der australische Grasbaum nach Buschbränden eine der ersten Pflanzen, die Insekten in dieser Zeit bereits mit Nektar versorgen können. Möchte man kultivierte Grasbäume zur Blüte bringen, so müsste man ihn ‚abfackeln‘. Auf Youtube findet man dazu auch entsprechende Videos. Geht es der Pflanze besonders gut, kann sie aber auch ohne vorheriges Feuer im Frühjahr blühen.
I.d.R. wird nur 1 Blütenstand entwickelt. Werden mehrere Blütenstände gebildet, so besteht die Möglichkeit, dass der Stamm verzweigt und weitere Köpfe bildet. Der bis zu 2m lange + 4cm dicke, kerzenähnliche Blütenstand bildet viele bis 2.5mm große, creme-weisse Blüten, die nach Honig duften und gerne in Getränken zum Einsatz kommen. Aborigines sollen sich anhand der Blüten auch orientieren können.
Früchte
Der australische Grasbaum bildet eine spitze, matt-schwarze Fruchtkapsel. Je Blütenstand werden bis zu 10.000 Samen gebildet. Nach einem Buschfeuer wirft der Grasbaum seine Samen auf den durch Asche frisch gedüngten Boden. Die Samenkeimung erfolgt etwa 6-12 Monate nach dem Feuer. Da die meisten Konkurrenzpflanzen nach dem Buschfeuer eliminiert sind, finden die Keimlinge i.d.R. optimale Bedingungen zum Wachsen vor.

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