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Exotengarten-Saison 2016/17 Mein Münchner Exotengarten 500m über NN

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    In der 6. Exotensaison ziehen u.a. erstmals Yuccas + eine Seidenakazie ein, die 1. Palme blüht + es folgt der kälteste Januar seit 30 Jahren.

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    Februar 2016

    Meine große Trachycarpus fortunei bereitet ein wenig Sorge. Sie hatte beim Auspflanzen im letzten Jahr relativ kurze Wurzeln und wenige Wedel. Nachdem im Winter 3 Wedel unter den Schneelasten abgeknickt sind, hat sie nun nur noch 5 arg durch den Wind zerrupfte Wedel, die überdies über den Winter extrem hellgrün geworden sind. Meine mittlere Hanfpalme hat den Winter dagegen sehr gut mit sattgrünen Wedeln überstanden. Das ist sehr erfreulich, wenn man bedenkt, dass diese die ganze letzte Saison mit ca. 10cm tief vertrockneten Wedelspitzen zu kämpfen hatte. Es fällt nun auf, dass die vertrockneten Spitzen nur an den Wedeln vorhanden sind, die beim Kauf schon auffällig dunkelbraun gefärbte Stiele hatten. Ich gehe davon aus, dass diese Petiolen bereits vor meinem Kauf durch Frost derart geschädigt wurden, dass sie ihre Blätter nicht mehr vollends versorgen konnten. Meine kleinste Palme hat ebenfalls sattgrüne Wedel. Einzelne Wedel und Petiolen zeigen aber leichte schwarz-braune Frostschäden. Mit Abbau des Winterschutzes werden sämtliche Wedel an den beiden jüngeren Hanfpalmen sukzessive dunkelgrün-gelbstichig, eine im Frühjahr typische Mangelerscheinung, wenn Palmen oberirdisch durch die Sonneneinstrahlung bzw. entsprechende Temperaturen zum Wachstum angeregt werden, während die Wurzeln im kalten / gefrorenen Boden noch nicht genügend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können, um dieses Wachstum zu versorgen. Zudem stehen viele benötigte Nährstoffe in kaltem Boden für die Pflanze noch nicht zur Verfügung.
    Aufgrund des milden Winters zeigen sich an der Asimina triloba bereits Mitte Februar ca. 15 Blütenknospen, am Diospyros kaki und an den 2 Magnolia erste Knospen (die Magnolia Genie mit ca. 25 Knospen, die Magnolia Soulangeana mit knapp 50 Knospen), die Clematis ‚Nelly Moser‘ zeigt erste Blütenansätze, beim Phyllostachys Vivax Aureocaulis sprießen erste Sprossen aus dem Boden.
    Am 20.02.16 pflanze ich meine ersten 2 Yuccas im Garten aus: eine Yucca gloriosa und eine Yucca rostrata. Da Yuccas im allgemeinen sehr nässeempfindlich sind, werden sie auf eine dicke Schicht Blähton ausgepflanzt. Nichtsdestotrotz werde ich mich diese Wintersaison neben dem Kälteschutz auch erstmals intensiver mit dem Nässeschutz von Exoten auseinander setzen müssen. Die 2 Yuccas habe ich stammlos und sehr günstig (jeweils ca. 10€) erwerben können. Während die Gloriosa einen sehr robusten Eindruck macht, scheint die Rostrata (die ich bereits Ende 2015 gekauft hatte) den Winter im Keller nicht so gut überstanden zu haben. Die neu gebildeten Blätter sind farblich fast weiß und sehr weich, so dass sie alle nach kurzer Zeit abknicken.

    März 2016

    Die Chimonanthus praecox zeigt Anfang März bereits erstes Blattgrün.
    Auch die Akebia quinata bildet Mitte März erste neue Blätter.
    Alle Trachycarpus fortunei werden nun das erste Mal nach dem Winter mit Grünpflanzen- und Eisendünger versorgt.
    Nachdem ich bereits am 13.03. den Winterschutz abgebaut habe, bekommen auch die Musa basjoo direkt ihren ersten Grünpflanzendünger. Die darauffolgende Woche gibt es nachts nochmal leichte Nachtfröste bis -3° C, die die Bananen aber auch ohne Schutz gut verkraften. Da die letzten Märzwochen sehr regenreich sind, werden die Scheinstämme der Bananen sukzessive matschig. Der Stamm der im letzten Jahr ausgepflanzten Banane knickt aufgrund dessen ab und muss fast auf Bodenniveau eingekürzt werden.
    Nachdem meine Passiflora caerulea letztes Jahr einen unterirdischen Ausläufer gebildet hat, über den sich ein zweiter oberirdischer Pflanzenteil gebildet hat, trenne ich diesen am 20.03. von der Mutterpflanze und pflanze ihn an anderer Stelle wieder aus. Die Passionsblumen sehen nach dem Winter etwas komisch aus: teilweise sind die Stengel grün, teilweise verholzt und teilweise abgestorben. Entsprechend ist das Blattwerk z.T. über den Winter grün geblieben und z.T. vertrocknet.
    Am 20.03. werden alle Obstpflanzen das 1. Mal nach dem Winter mit Obstdünger versorgt. Einige Exoten erhalten ihren Frühjahrsschnitt.

    April 2016

    Am 01.04. pflanze ich eine weitere Yucca – eine Yucca rostrata – im Garten aus. Die Yucca habe ich für 79€ bei mypalmshop.de gekauft. Sie hat bereits einen ca. 40cm-hohen Stamm. Das Auspflanzen der Yucca endet im Desaster: da das Substrat sehr trocken ist, löst es sich beim Austopfen von der Yucca und reißt dabei einen Großteil der extrem brüchigen Wurzeln ab. Hoffentlich gelingt das Anwachsen trotzdem. Ich gebe ihr direkt eine Auxin-Zufuhr (Superthrive), um das Wurzelwachstum anzuregen.
    Zeitgleich pflanze ich meinen 1. Olea europeae ‚Arbequina‘ und meinen 1. Nerium oleander ‚Italia‘ im Garten aus. Den Olivenbaum habe ich als Hochstamm für 65€ bei zitronenlust.de gekauft. Er ist ca. 1.50m groß und hat einen Stammdurchmesser von ca. 3cm. Die Sorte ‚Arbequina‘ wird relativ nördlich in Süd-Frankreich und Nord-Spanien angebaut und ist entsprechend eine der frosthärtesten Sorten. Die Früchte wiegen nur ca. 2g und sind etwa so klein wie eine Haselnuss. Die Frucht wird vorwiegend zur Gewinnung von Speiseöl genutzt. Arbequina-Speiseöl gilt hierbei mit seinem sanften, leicht nussigen Geschmack und seiner geringen Säure als eines der besten Speiseöle überhaupt. Die Oliven werden grün geerntet und haben einen fruchtig-herben Geschmack. Den Oleander habe ich bei floramediterranea.de für 49€ gekauft. Die Sorte ‚Italia‘ gilt als eine der frosthärtesten Oleander. Sie wird Richtung Norden und Osten gut windgeschützt ausgepflanzt.
    Bei der älteren Musa basjoo schieben aus allen dickeren Scheinstämmen neue Blätter. In der letzten Saison hatte das leider noch nicht funktioniert. Hier gab es nur Austriebe an neuen Kindeln.
    Die Akebia quinata hat aufgrund des milden Winters ihr Blattwerk erhalten und entwickelt viele neue schnell-wachsende, leuchtend hellgrüne Triebe.
    Die 2 Magnolia beginnen zu blühen, ab Anfang April die Magnolia Soulangeana mit 35 Blüten, ab Mitte April die Magnolia Genie mit 18 Blüten. Nach 3 Wochen ist es leider wieder vorbei.
    Mitte April schieben alle 3 Trachycarpus fortunei bereits kräftig neue Speere: die Kleinste schiebt 4, die beiden anderen schieben 3. Zu meiner großen Freude kommen am 20.04. erstmals bei einer meiner Palmen 3 männliche Blütenknospen zum Vorschein. Dass es sich ausgerechnet um die erst im letzten Jahr ausgepflanzte leicht vergeilte Baumarktpalme mit den geschädigten Petiolen handelt, ist umso überraschender. Sie hat aktuell eine Stammhöhe von etwa 70cm bei einem Umfang von ca. 57cm. Ich hätte eher mit meiner Größten (mit einer Stammhöhe von knapp 140cm) oder meiner Kleinsten (die aber den kräftigsten Eindruck macht und am längsten bei mir ausgepflanzt ist) gerechnet.
    Der Diospyros kaki entwickelt 1. Blätter.
    Mitte April lassen wir den Boden unserer Pergola neu gestalten: wir lassen ‚Massimo Dielen‘ (Godelmann) verlegen, graue Beton-Dielen, die wie gemaserte Holz-Dielen aussehen, mit kleinen eingelassenen Bodenleuchten, die ich per Smartphone schalten kann.
    Am 22.04. pflanze ich zusätzlich zu meiner Clematis ‚Nelly Moser‘ 2 weitere Waldreben aus, eine Clematis ‚Carnaby‘ und eine Clematis ‚Viticella Tango‘.
    Ende April schneide ich alle vertrockneten Stengel der Passiflora caerulea auf Bodenniveau zurück.
    Meine Salix integra ist bereits voll beblättert und bekommt erste ihrer nachts leuchtend-weissen Blattspitzen.
    Der Nachtfrost am 28./29. April führt dazu, dass leider alle Blätter der Musa basjoo, sämtliche Blüten der Asimina triloba und die meisten Blütenknospen des Nerium oleander zurückfrieren. Was für ein Trauerspiel! Ich hatte so sehr gehofft, dass ich dieses Jahr meine ersten PawPaws ernten könnte.

    Mai 2016

    Anfang Mai schieben bei der eingekürzten Musa basjoo und der Asimina triloba neue Blätter. Die Blätter der Banane werden leider wieder massiv von Schnecken zerfressen.
    An der älteren Passiflora caerulea zeigen sich erste Triebe. Darüber hinaus pflanze ich 2 weitere Passionsblumen aus: eine weisse Passiflora caerulea ‚Constance Elliott‘ und eine rote Hybride Passiflora caerulea x racemosa ‚Ladybird’s dream‘. Nachdem die kleinen Pflanzen massiv von Schnecken zerfressen sind, decke ich eine ab und muss die andere temporär wieder ausbuddeln, um sie im Topf groß zu ziehen.
    Neben den Passionsblumen schlagen – wie immer – der Hibiscus syriacus ‚red heart‘ und der Ziziphus jujuba als letztes bei mir im Garten aus.
    Mitte Mai zeigen die Clematis ‚Nelly Moser‘ und Clematis ‚Carnaby‘ ihre herrlichen Blüten.
    Nachdem sich die Blütenstände einer meiner 3 Trachycarpus fortunei aus den schützenden Hüllblättern herausgeschoben haben, beginnen sie ab Ende Mai zu blühen. Die für eine männliche Palme typischen Eigenschaften zeigen sich i.ü. erst kurz vor der echten Blüte: gelbe, leicht herabhängende, gespreizte Blütenstände mit wuscheligen Blüten. Bis dahin haben die Blütenstände eher noch die Eigenschaften einer weiblichen Palme: hellgrüne, aufrecht stehende Blütenstände mit eng aneinanderliegenden Blüten. Von daher ist die Identifikation vor der echten Blüte schwierig.
    Ende Mai haben sich am Nerium oleander zum Glück wieder viele neue, feuerrote Knospen gebildet.
    Auch der Olea europaea hat nun Unmengen an Blüten gebildet.

    Juni 2016

    Anfang Juni pflanze ich eine 4. Yucca – eine Yucca gloriosa variegata – im Garten aus. Die Yucca habe ich für 45€ bei eBay gekauft. Sie hat bereits einen kurzen ca. 10cm-hohen Stamm und macht einen sehr robusten Eindruck. Die Magnolia ‚Genie‘ muss für die neue Yucca auf die Westseite des Hauses umziehen.
    Wenig später pflanze ich erstmals einen Albizia julibrissin ‚Rosea‘ aus. Die 3-jährige Pflanze habe ich als 80cm-Pflanze (oberirdischer Teil) bei eBay (Pflanzenversand Röpke) für 25€ gekauft. Die Sorte ‚Rosea‘ gilt als gut frostharte Sorte.
    Am Diospyros kaki entdecke ich eine Vielzahl von Blütenknospen, die auf bereits fast kirschgroßen Fruchtansätzen sitzen. An der von der Mutterpflanze abgetrennten Passiflora caerulea zeigen sich nun auch 1. Triebe.
    Mitte Juni öffnen sich am Nerium oleander die 1. Blüten.
    Am Olea europaea bilden sich Stück für Stück kleine Früchte.
    Ende Juni ist die Asimina triloba voll belaubt und hat bereits ca. 20cm lange Neutriebe und bis zu 30cm lange Blätter. Die grosse Musa basjoo hat sogar bis zu 80cm lange Blätter. Der Phyllotachys vivax bildet 5 neue Sprosse mit einem Durchmesser von mehr als 1cm. Die bisherigen Halme waren maximal 3mm dick. Bei der alten Passiflora caerulea und dem Hibiscus syriacus bilden sich erste Blütenknospen. Der Diospyros kaki beginnt zu blühen.
    Ende des Monats führe ich eine Vermessung meiner 3 Trachycarpus fortunei durch. Die Zahlen in Klammern stellen die Veränderung ggü. Oktober 2015 dar:

    ID Auspflanzung Stammhöhe #neue Wedel
    1 2014 74cm
    (+13)
    5
    2 2015 77cm
    (+8)
    3
    3 2015 140cm
    (+2)
    3

    Was auffällt: Palme 1 legt ein tolles Wachstum an den Tag, wohl, weil sie am längsten ausgepflanzt ist. Palme 3 tut sich weiterhin schwer, womöglich, weil sie schon etwas älter ist und daher etwas länger zum „Ankommen“ benötigt. Für mich überraschend ist der unterschiedliche Habitus von den zwei direkt nebeneinander stehenden Palmen 1 und 2: Palme 1 hat eher hängende Wedel und wirkt sehr gedrungen, während Palme 2 (männlich) aufrecht stehende Wedel und einen eher schmalen Wuchs hat. Ist das der Unterschied zwischen weiblich und männlich, handelt es sich um zwei leicht unterschiedliche Hanfpalmen-Sorten (Hybride), ist das über die Modifikation (also die Anpassung an hiesige Verhältnisse) zu erklären oder ist das die natürliche Streuung?

    Juli 2016

    Anfang Juli bildet meine ältere blaue Passiflora caerulea 1. Blütenknospen, während die Jüngere, die ein Ableger der Älteren ist, gerade beginnt, erste Blätter zu bilden. Bei beiden Passionsblumen fällt auf, dass sie nur im oberen Bereich Blätter und Blüten erzeugen. Es wäre wohl besser gewesen, die Blumen im Frühling auf ein paar Zentimeter zurückzuschneiden. Am 09.07. ist die erste Blüte geöffnet.
    Wir beginnen im Eingangsbereich unseres Gartens (Südostseite) mit Bau und Gestaltung eines Exotenbeetes. Bislang stehen dort mehrere Exoten (2 chinesische Hanfpalmen, 1 Olivenbaum, 1 Yucca rostrata, 1 Yucca gloriosa), die jeweils ein eigenes kreisrundes mit weissen Kieselsteinen verziertes Beet haben. Nun wird der ganze Eingangsbereich zu einem zusammenhängenden ca. 10m² großen Beet umgestaltet, welches mit sandfarbenen, kleinen Ziersteinchen bedeckt wird. Dazu wird der Rasen komplett abgetragen, der Boden mit ein wenig Muttererde und Sand bedeckt und die Ziersteinchen verteilt. Am 08.07. ist das Beet fertig.
    Das Beet erhält daraufhin gleich eine Musa basjoo als Zuwachs, ein Kindel, welches ich bereits letztes Jahr von meiner ältesten Banane getrennt und bis dato im Topf gezogen hatte. Die Blätter der Banane werden daraufhin alle welk-braun, neue Blätter sind aber wieder satt-grün.
    Mitte Juli bekommen meine 3 Trachycarpus fortunei sowie ausgewählte Neuankömmlinge eine Auxin-Behandlung, um vor dem nächsten Winter noch kräftige Wurzeln zu bilden.
    An einer verblühten Blüte der blauen Passiflora caerulea entwickelt sich erstmals eine Frucht. Generell wachsen die Passionsblumen nun sehr schnell.
    Ende Juli wirft der Diospyros kaki einen Großteil der Früchte ab.
    Die Asimina triloba hat dieses Jahr bereits einen Zuwachs von ca. 45cm erzielt.

    August 2016

    Meine älteste Musa basjoo bildet derweil Blätter mit einer Länge von 120cm. Ihr grösster Scheinstamm hat bereits eine Höhe von 120cm.
    Ebenfalls Anfang August öffnet der Hibiscus syriacus seine 1. Blüten.
    Zeitgleich pflanze ich meinen 1. Kaktus mitten in meinem neu angelegten Exotenbeet aus, eine Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘.
    Mitte August muss ich mich wohl leider von 1 meiner 3 Musa basjoo – eine rote Faserbanane – verabschieden. Nachdem im Frühling bereits der Scheinstamm matschig wurde und die Banane keine Blätter mehr geschoben hat, sind die jungen Triebe der Kindel trotz Schneckenschutz immer wieder komplett abgefressen worden. Jetzt rührt sich leider gar nichts mehr…
    Der Diospyros kaki hat die letzten Wochen bestimmt 20 Früchte abgeworfen. Ende August wirft er seine letzte grüne Frucht mit einem Durchmesser von ca. 4.5cm ab. Offensichtlich hat er in seinem jungen Alter noch nicht die Kraft, die Früchte bis zur Reife zu bringen.
    Am Olea europaea legen knapp 10 Früchte massiv an Volumen zu, während die restlichen Früchte kaum an Größe zulegen.
    Am letzten Augustwochenende erfolgt die letzte Vegetations-Düngung meiner Pflanzen.
    Der sehr feuchte Sommer zeigt sich insbesondere an den Trachycarpus fortunei: die bekannten gelben Blattspitzen sind quasi nicht vorhanden. Und ich musste bis dato bei keiner meiner 3 Hanfpalmen auch nur 1 Wedel abschneiden. Selbst inzwischen herabhängende, ältere Wedel sind weiterhin sattgrün.
    Ende August ist die Asimina triloba inzwischen über 70cm dieses Jahr auf eine Gesamthöhe von ca. 2.2m gewachsen. Alleine im August gab es nochmal knapp 20cm Zuwachs. Auch der Stamm ist merklich dicker geworden.

    September 2016

    Die Frucht einer meiner Passiflora caerulea hat sich nun quasi über Nacht komplett leuchtend-gelb / -orange verfärbt. Mitte September hat sich eine 2. – noch grüne – Frucht gebildet.
    Das Cortaderia selloana hat inzwischen kräftige Wedel geschoben und beginnt zu blühen.
    Einige der kleineren Oliven am Olea europaea haben sich inzwischen blass rot gefärbt.
    Am 24.09. erfolgt die erste kaliumbetonte Herbst-Düngung.
    Die Clematis ‚Carnaby‘ bildet nochmal eine Blüte.

    Oktober 2016

    Anfang Oktober sinken die Temperaturen rapide bis knapp über den Gefrierpunkt. An den Musa basjoo zeigen sich aufgrund der Temperaturen initiale Blattschäden in Form vieler kleiner brauner Punkte, 2 Wochen später sind die Blätter der Bananen bereits großteils abgestorben.
    Mitte Oktober führe ich meine jährliche Vermessung durch: meine Trachycarpus fortunei haben sich toll entwickelt (Wachstum meiner Hanfpalmen). Die Asimina triloba ist dieses Jahr sensationelle 80cm auf eine Gesamthöhe von ca. 230cm gewachsen. Meine älteste Musa basjoo hat eine Gesamthöhe von knapp 300cm erreicht. Auch die Yuccas (insbesondere gloriosa), Oliven- und Kakibaum, Oleander, Klettergurke, Passionsblumen und Winterblüte haben sich wunderbar im Garten etabliert. Es war bis dato eine super Saison!
    Am 22./23. Oktober starte ich 1. Wintervorbereitungen: meine 4 Yuccas erhalten jeweils zur Überdachung einen kleinen Beistelltisch (für knapp 9 Euro von Ikea) als Nässeschutz. Die Tische wickele ich mit Frischhaltefolie ein, damit sie der Witterung besser standhalten können.
    Meine kleine, erst dieses Jahr ausgepflanzte Musa basjoo stutze ich auf ca. 25cm hohe Reststämme ein. Der Schutzbau fällt entsprechend mit ca. 40cm Höhe und ca. 35cm Durchmesser extrem klein aus. Um den Kies des Exotenbeetes nicht mit Mulch zu verunreinigen, ziehe ich einen Müllsack mit dem Boden nach unten in den Schutzbau, mit Löchern an den Stellen, wo die Scheinstämme sind. In den Müllsack kippe ich dann ca. 20l Mulch. Auf ein Heizkabel verzichte ich dieses Jahr. Dafür wickele ich den Bau doppelt mit dicker Luftpolsterfolie ein. Ich bin mal gespannt, wie die Banane mit dem Schutz zurecht kommt!

    November 2016

    Der Anfang September in ein Wasserglas gesetzte Steckling einer Passiflora caerulea hat nun – knapp 2 Monate später – erste zarte Wurzeln gebildet.
    Letztes Jahr hatte ich den Winterschutz meiner Trachycarpus fortunei bei knapp -10° aufgebaut, weil ich den Winterschutz wirklich so spät wie möglich anlegen wollte. Diese Tortur möchte ich dieses Jahr vermeiden und nutze daher die ersten 2 Novemberwochenenden. Die Palmen erhalten jeweils ein 14m-Heizkabel für Wurzeln und Stamm, dazu einen Wurzel- und Stammschutz. Desweiteren baue ich bei allen 3 Palmen das Fussmodul auf und wickele es – um es später mulchen zu können – mit einem ca. 40cm hohen Maschengeflecht und Luftpolsterfolie ein. Stromzufuhrkabel habe ich auch schon reingelegt. Den Rest des Winterschutzes baue ich dann bei Bedarf auf.
    Mein Olea europaea erhält ein Heizkabel für Stamm und Krone (8m) sowie einen Wurzel- und Stammschutz. Er wird kräftig gemulcht. Als Umhausung nutze ich ein bei eBay erstandenes Dreibein, welches ich über den Baum stelle, mit Luftpolsterfolie (mit kleinen Luftspalten) umwickele und dem ich einen Vliessack als zusätzlichen Überzug überziehe.
    Der Nerium oleander erhält ein Heizkabel (4m), einen Vliessack übergezogen und ein Tomatengewächshaus als Umhausung.
    Mein Albizia julibrissin wird reichlich gemulcht und erhält ebenfalls ein kleines Dreibein als Stabilisierung, welches mit Luftpolsterfolie umwickelt wird.
    Bei meiner großen Musa basjoo lasse ich knapp 1m hohe Scheinstämme stehen. Mit Scheinstämmen ab 1m hat man theoretisch die Chance, im nächsten Jahr Bananen zu ernten. Der Schutzbau ist ca. 1m hoch und ca. 0.8m im Durchmesser und wird durch 4 Holzpfähle seitlich fixiert. Der Schutzbau erhält ein Heizkabel, wird mit 400l Mulch gefüllt und dann mit dicker Luftpolsterfolie eingewickelt. Als Dach erhält er eine Regentonne, die durch die nach oben rausstehenden Holzpfähle fixiert wird.
    Meine Passiflora europaea und der Diospyros kaki werden nur gemulcht.
    Ab sofort werden alle Exoten (bis auf die Palmen) über die selbstregulierenden Heizkabel bei Minustemperaturen beheizt.
    Bei meiner größten Trachycarpus fortunei hält wie im letzten Winter ein Palmwedel den Schneelasten nicht stand. Da es sich um einen älteren Wedel aus 2015 handelt, besteht die Hoffnung, dass in 2016 gebildete Wedel, also Wedel, die nach dem ersten Freiland-Winter 2015/16 gebildet worden sind, robuster sind und sich das Problem so auf Dauer von selbst löst. Die anderen Palmen hatten und haben hier kein Problem. Es scheint, dass diese eine Palme mit Auspflanzung 2015 besonders labile Wedel hatte.
    Ende November fällt das Thermometer nachts bereits auf -8°.

    Dezember 2016

    Der ‚Etappen‘-Winterschutz-Aufbau für meine Trachycarpus fortunei geht weiter: am 2. Dezember-Wochenende nutze ich die milderen Temperaturen, um das Gerüst der Schutzbauten komplett aufzubauen. Insbesondere bei meiner starkbelaubten Palme fällt das Anbringen des Schutzes im Kronenbereich sehr schwer. Nächste Saison sollte ich die Wedel vorher zusammenbinden.
    Beim Aufbau des Winterschutzes für meine Hanfpalmen trete ich leider auf den Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘, so dass 2 der 3 Triebabschnitte abknicken.
    Am 17.12. ist der Aufbau des Winterschutzes für meine Trachycarpus fortunei abgeschlossen: der Schutzbau ist aufgebaut, der Wurzelbereich ist gemulcht und die Elektronik ist installiert und niederschlagsgeschützt unter dem Dach montiert.

    Januar 2017

    Da die nächsten Tage 2-stellige Minusgrade angekündigt sind, schließe ich am 03.01. die Winterschutzbauten der Trachycarpus fortunei und ziehe ihnen jeweils 2 Vliessäcke über. Auch der Albizia julibrissin und den 2 Yucca rostrata ziehe ich einen Vliessack über. In den folgenden Tagen gibt es orkanartige Winde, wo ich das erste Mal spüre, dass mein Winterschutz für solche Windstärken nicht ausgelegt ist: Schutzbauten neigen sich gefährlich und werden infolge instabil, Vliessäcke werden vom Wind weggeweht.
    Mein Winterschutz sieht damit für die kalten Nächte folgendermaßen aus:

    Pflanzenart Anzahl Kälteschutz Nässeschutz Beheizung
    Acer palmatum ‚atropurpureum‘ (japanischer Blutfächerahorn) 1      
    Akebia quinata (Klettergurke / Blaugurkenwein / fingerblättrige Akebie) 1      
    Albizia julibrissin ‚Rosea‘ (Seidenbaum, Schlafbaum) 1 1 1 1
    Asimina triloba ‚Sunflower‘ (Indianerbanane / dreilappige Papau) 1      
    Chimonanthus praecox (chinesische Winterblüte) 1      
    Clematis Hybride ‚Carnaby‘ (Waldrebe) 3      
    Cortaderia (Pampasgras) 1      
    Diospyros kaki (Kakibaum) 1      
    Fargesia Spez. Jiuzhaigou (Bambus) 1      
    Hibiscus syriacus (Straucheibisch, Scharonrose) 1      
    Magnolia (Magnolie) 2      
    Musa Basjoo (japanische Faserbanane) 2 2 2 1
    Nerium oleander ‚Italia‘ (Oleander) 1 1 1 1
    Olea europeae ‚arbequina‘ (Olivenbaum) 1 1 1 1
    Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ (Feigenkaktus) 1      
    Passiflora caerulea (Passionsblume) 4      
    Phyllostachys Vivax Aureocaulis (Bambus) 1      
    Salix integra ‚Hakuro Nishiki‘ (Harlekinweide, japanische Zierweide) 1      
    Spiraea nipponica ‚Goldspiere Firelight‘ (japanische Strauchspiere) 1      
    Trachycarpus Fortunei (chinesische Hanfpalme) 3 3 3 3
    Yucca gloriosa (Kerzen-Palmlilie) 2   2  
    Yucca rostrata (blaublättrige Palmlilie) 2 2 2  
    Ziziphus jujuba (Zanzibar Schokoladenbaum / Brustbeere / chinesische Dattel) 1      

    Am 07.01. hat es morgens um 5:00 Uhr -18,4°C. Wahnsinn! So kalt war es hier das letzte Mal vor 12 Jahren (in der Saison 2004/05). Der Januar wird in Süddeutschland durchgängig extrem frostig, nachts oftmals weit unter -10°C. Die nächtlichen Tiefsttemperaturen liegen ca. 7° tiefer als die letzten 3 Januare. So einen frostigen Januar gab es hier letztmals vor 30 Jahren (1987).
    Am 28.01. öffne ich nach 3.5 Wochen endlich wieder den Winterschutz bei allen Exoten. Meine 2 Trachycarpus fortunei auf der Südostseite des Grundstücks haben Frostschäden (2. Grad) an den Blättern. Es riecht ein wenig nach frischem Heu. Ich finde aber noch keine faulen oder schimmelnden Stellen. Die Wedel sitzen noch fest. Hoffen wir mal, dass es nur die äußeren Wedel erwischt hat. Die teils heftigen Stürme diesen Winter haben außerdem bei beiden Palmen die Einzelteile des Winterschutzgestells aus seinen Angeln gehoben, so dass das Gesamtsystem sehr instabil wurde.
    Der Olea europaea und der Nerium oleander haben extrem trockene Blätter. Der Olivenbaum verliert viele Blätter. Beide Bambus-Horste – der Phyllostachys Vivax Aureocaulis und der Fargesia spez. jiuzhaigou – haben den Großteil ihrer Blätter eingerollt. Der Garten schreit nach Wasser. Der Bodenfrost hat die Pflanzen ein stückeeit von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die 3.5-wöchige dunkle Überwinterung tat sein übriges. Abwarten!
    In der Nacht vom 28.01. auf 29.01. hat es – obwohl nur -5°C angekündigt waren – nochmal -9°C, an einzelnen Pflanzen messe ich bis -12°C. Hoffen wir mal, dass es insbesondere der Olea europaea und der Nerium oleander überlebt haben…

    Februar 2017

    Aufgrund der positiven Prognosen für die nächsten Tage baue ich bei den Trachycarpus fortunei den Winterschutz am 11.02. im oberen Bereich komplett ab (letzte Saison am 07.02.). Um im Bedarfsfall nicht allzuviel Aufbauaufwand zu haben, lasse ich zunächst den unteren Teil des Schutzgestells mit dem gemulchten Wurzelbereich und dem umwickelten Stamm stehen. Ich vermute, dass zumindest die Palmen auf der Südostseite des Grundstücks kompletten Blattverlust erleiden. Möglicherweise war die vollbelaubte Krone dieser 2 Palmen eher nachteilig, da sie so über einen längeren Zeitraum direkten Kontakt mit der Ludtpolsterfolie hatten.
    Am 19.02. baue ich – bis auf den Schutz der Bananen – endgültig sämtliche Winterschutzbauten ab.

    Meine Saison-Erkenntnisse

    1. Lang-anhaltendes feucht-frostiges Klima macht die Scheinstämme der Bananen matschig und kann zum Verfaulen insbesondere der dünneren Stämme führen. Man sollte den Winterschutz daher nicht zu früh entfernen.
    2. Die Blüten der Indianerbanane sind aufgrund ihrer sehr zeitigen Blüte spätfrostgefährdet.
    3. Clematis sollte man nie abschreiben: sie entwickeln aus im Frühjahr fast vertrocknet erscheinenden, dürren, rissigen Stengeln Unmengen an neuen Trieben, Blättern und Blüten.
    4. Verblühte Clematis-Blüten haben ein wunderschönes, in der Sonne gold-glänzendes Aussehen.
    5. Die Wurzeln einer Yucca Rostrata sind extrem brüchig. Hier ist beim Herauslösen aus dem Topf und dem Einpflanzen sehr vorsichtig vorzugehen.
    6. Passionsblumen sollte man im Frühjahr auf ein paar Zentimeter zurückzuschneiden, will man ein Verkahlen der Pflanze im unteren Bereich vermeiden.
    7. Hanfpalmen lieben viel Wasser! Bei ausreichend Regen bzw. Bewässerung gibt es die (oftmals als normal bezeichneten) gelben Blattspitzen nicht und die Palme kann weitaus mehr Wedel versorgen.
    8. Kakibäume können ab Blütenbildung einen sehr unangenehmen Geruch von sich geben.
    9. Die Blätter der Musa Basjoo bekommen bereits ab ca. +3° initiale Blattschäden.
    10. Das Zusammenbinden der Wedel erleichtert das Umbauen der Palme als Winterschutz.
    11. Um die Schutzgestelle der Palmen gegen starke Winde zu sichern, sollte man die Einzelteile per Kabelbinder miteinander verbinden.
    12. Umbaut man Pflanzen mit Schutzgestellen, sollte zwischen der Pflanze (und insbesondere deren Blätter) und der Schutzgestell-Aussenhaut ein Abstand von Minimum 5cm zu allen Seiten gewahrt bleiben. Hintergrund: da Luft einen schlechteren Wärmeleitfähigkeit hat als das Aussenhaut-Material, wird die an der Aussenhaut anliegende Kälte schlechter an die Pflanze übertragen, als wenn es direkten Kontakt zwischen Pflanze und Aussenhaut gäbe. Luft isoliert also.