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Exotengarten-Saison 2022/23 Mein Münchner Exotengarten 500m über NN

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    In meiner 12. Exotensaison 2022/23 versuche ich mich erstmals u.a. an einer Phoenix canariensis und einer Cycas revoluta.

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    März 2022

    Da es Anfang März nachts noch Fröste zwischen -5 und -7°C hat, sind die meisten meiner Exoten noch gut eingepackt. Und nachdem ich letztes Frühjahr doch etwas Probleme mit der Nässe hatte, sollen gerade meine nässeempfindlichen Exoten (Kakteen, Yuccas) auch erstmal nässe-geschützt bleiben.
    Am 11./12.03. beginne ich dann aber im größeren Stil mit dem Abbau meines Winterschutzes. Beim Auspacken zeigen sich erste Frostschäden:

    • Exotenbeet 1:
      Beim Xanthorrhoea johnsonii sind etwa 2/3 aller Blätter sind erfroren, obwohl ich die Temperatur im Schutzbau per Inkbird-Thermostat bei -2°C gehalten hatte. Im vorherigen Winter waren weitaus weniger Blätter betroffen. Hier hatte ich die Beheizung des Grasbaums ohne zusätzliches Thermostat nur über das Heizkabel-interne Thermostat gesteuert. Dieses Thermostat schaltet bereits bei etwa +3°C. Ich vermute daher, dass die Blätter schon bei leichtem Frost Probleme bekommen und nur der Stamm / das Wurzelwerk auch tiefere Fröste (bis etwa -8°C) verträgt. Nächsten Winter werde ich das Inkbird-Thermostat entsprechend etwas höher (etwa bei +2°C) einstellen.
      Beim Cereus repandus muss ich leider feststellen, dass das Experiment gescheitert ist. Der Cereus ist im Winterschutz vergammelt, verschimmelt + nun total vertrocknet. Das dicke Einwickeln mit Kokosmatten und Vlieshaube war definitiv ein Fehler. Vermutlich wäre eine Styropor-Umhausung besser gewesen. 🙁
      Und bei der Yucca rostrata sind leider viele ältere Blätter stark verpilzt.
    • Exotenbeet 2:
      Seit Frühjahr 2021 hat die Yucca rostrata bereits größere Probleme. Neue Blätter werden sehr schnell von den Blattspitzen kommend sukzessive gelb. Zunächst war ich einfach von Wurzelproblemen ausgegangen. Heute stieß ich zufällig auf einen Internet-Bericht, der mich auf einen anderen Gedanken gebracht hat: im Sommer 2020 fanden sich direkt in Stammnähe der Rostrata 2 kleine Rostrata-Keimlinge. Zunächst war ich davon ausgegangen, dass es sich hierbei einfach um Samen handelt, der sich beim Kauf (2016) im Topf befand und nun gekeimt ist. Im Bericht war aber davon die Rede, dass eine Yucca kindelt, wenn die Mutterpflanze abstirbt. Das war mir neu, würde aber einiges erklären! Vermutlich war das Wurzelwerk der Yucca bereits beim Kauf (Frühjahr 2019) stark lädiert und der (milde) Winter 2019/20 hat ihr den Rest gegeben.
    • Exotenbeet 4:
      Die Blätter des Hesperaloe parviflora lassen sich ziehen. Die Pflanze ist leider im Winter vergammelt. Sie war vermutlich einfach noch zu klein und kam mit dem feuchten Winter nicht zurecht.
      Die älteren Blätter des Nolina hibernica haben sich fast weiß verfärbt und sind wohl abgestorben.
      Die Yucca thompsoniana und die Yucca elata sind im Winter leider vergammelt / erfroren. Ich habe sie einfach viel zu klein gepflanzt.
      Und beim Dasylirion quadrangulatum sind die mittleren ‚Halme‘ – von der Blattspitze kommend – etwa zu 2/3 gelb verfärbt. Ich habe die Vermutung, dass das das Ergebnis der durch die Baggerarbeiten stark verdichteten Erde ist. Während der Poolarbeiten musste der Bagger direkt neben dem Dasylirion mehrfach schwer beladen entlang fahren.
    • Exotenbeet 6:
      Der Eucalyptus neglecta friert seit Jahren im Winter zurück und treibt dann wieder von unten neu aus. So macht das auf Dauer wenig Sinn.
    • Exotenbeet 7:
      Beim Nerium oleander ‚italia‘ sind leider fast alle Blätter vertrocknet. Ich habe das Gefühl, dass der Oleander seit 2-3 Jahren sukzessive abbaut. Vielleicht gefällt ihm einfach der extrem frostige Standort auf der Nordostseite des Grundstücks nicht. Ich werde ihn daher diese Saison ersetzen.
      Und bei den jungen Olea europaea sind fast alle Blätter erfroren. Einen ‚bianchera‘ hat es besonders getroffen. Hier hilft nur abwarten, wie die Olivenbäume im Frühjahr wieder ausschlagen.

     
    Auf der anderen Seite legen erste Exoten bereits los. So schieben 2 meiner 3 Trachycarpus fortunei bereits 1. Blütenstände. Höchste Zeit, dass ich nun die letztjährigen Blütenstände abschneide. Die Poncirus trifoliata bildet deutlich 1. Blattknospen. Gleiches gilt für meine Salix integra, die i.ü. inzwischen in ihre 12. Gartensaison bei uns geht. Und die Clematis haben die letzten Wochen auch schon fleissig dicke Blütenknospen gebildet.
    Mitte März bestelle ich bei mypalmshop.de eine neue Hesperaloe parviflora für 59€ (zuzüglich 10€ Versand). Sie kommt im Ø28cm-Topf und besteht leider aus 4-5 Einzelpflanzen (statt der erhofften 1 größeren Pflanze).
    Da es zwischen 19. und 22.03. doch nochmal leichte Nachfröste bis etwa -3°C bei uns haben soll, werden zumindest die besonders frostkritischen Pflanzen wieder geschützt: der Xanthorrhoea johnsonii, der Dicksonia antarctica, die Echinopsis-Kakteengruppe und die 2 Musa basjoo. Der Cereus repandus ist eh noch verpackt.
    Am 24.03. bestelle ich bei palmapalmetto.com einen Nerium oleander ‚Atlas‘. Kostenpunkt: 60€ (+13€ Versand) für eine Pflanze im 4-6l-Topf mit einer Höhe von etwa 70cm. Bei Ankunft des Oleanders dann aber die große Enttäschung: für diese kleine Pflanze mit 3 Zweigen 60€? Ich bin sprachlos.
    Außerdem bestelle ich mal wieder bei den ‚Gußmaggs‘: eine Yucca thompsoniana (green) x Yucca intermedia LZ 2085 (Yucca Hybrid GG 149) und eine Nolina microcarpa [Coconino Co., AZ], jeweils im 2l-Topf für 16€ zzgl. 12€ Versand. Bei der Yucca handelt es sich um eine Kreuzung aus einer Yucca thompsoniana (Mutterpflanze) mit einer rosa blühenden Yucca baileyi ssp. intermedia LZ 2085. Die Nolina macht einen guten Eindruck. Die Yucca hat gelbe Blattspitzen. Vermutlich aber halb so schlimm.
    Im Internet werden einem aktuell i.ü. wieder viele schöne, große Yucca rostrata zu durchaus stolzen Preisen angeboten. Meine Rostrata im Exotenbeet 1 hat inzwischen eine Stammhöhe von etwa 55cm. In der Größe würde die Rostrata aktuell etwa 500€ kosten. Wahnsinn!
    Nachdem ich auch schon Ende 2021 einige Vorgriffe für die Exotensaison 2022/23 getätigt hatte, stehen nun folgende Neuzugänge zur Auspflanzung bereit:

    • Citrus Ichangensis x Citrus Sinensis
    • Citrus reticulata ‚Unshiu‘ (Miyagawa Satsuma Mandarine)
    • Olea europaea ‚Morchione‘
    • Hesperaloe parviflora
    • Nerium oleander ‚atlas‘
    • Yucca thompsoniana (green) x Yucca intermedia LZ 2085
    • Nolina microcarpa
    • einige Musa basjoo-Scheinstämme (die ich Ende letzten Jahres von meiner ältesten Faserbanane im Exotenbeet 6 abgestochen und anschließend den Winter über im Keller gelagert hatte)

     
    Ende März wird unser Pool wieder gefüllt. Warten auf den Sommer…

    April 2022

    Anfang April kommt der Winter nochmal für 3 Tage zurück: zwischen 01. und 04.04. soll es 3 Nächte Frost haben mit Tiefsttemperatuturen bis etwa -6°C. Also werden meine ‚Frostbeulen‘ nochmal mit Styropor umbaut: der Xanthorrhoea johnsonii, der Dicksonia antarctica, die Echinopsis-Kakteengruppe und die 2 Musa basjoo. Außerdem hole meine kleinen Topfpflanzen nochmal rein…
    In der Nacht vom 01. auf den 02.04. gibt es dann noch mal jede Menge Schnee. Schon verrückt: letztes Wochenende hatte es noch über 20°C, wo wir bei herrlichem Wetter kurz bekleidet den ganzen Tag im Garten waren und gegrillt haben.
    Nachdem mich schon seit längerem Mammillaria-Kakteen mit ihren tollen Blüten begeistern (und die Dunkelüberwinterung mit meinen ausgepflanzten, frost-kritischen Echinopsis-Kakteen doch überraschend gut funktioniert haben), bestelle ich am 02.04. folgende Mammillaria-Kakteen:

    • Mammillaria meiacantha *1 ^ % Mora Co., NM, USA
    • Mammillaria vetula
    • Mammillaria heyderi v. bullingtoniana * ^ % SB55 Sierra Co., NM. USA
    • Mammillaria weingartiana *3^ SB831 San Juanito, NL

     
    Bestellt habe ich bei Kakteen-Haage, 5-10€ pro Kaktus zzgl. 7€ Versand. Mal schauen, was aus dem Experiment wird… Ach ja… und in dem Zuge habe ich mir bei Kakteen-Haage auch das Buch ‚Winterharte Kakteen‘ von Fritz Kümmel und Konrad Klügling für 30€ bestellt. Ich bin gespannt.
    Nachdem mein Dasylirion wheeleri letztes Jahr imposant geblüht hatte, frage ich mich, wie es mit der Pflanze weitergeht. Geht der Rauschopf nach der Blüte ein wie eine Agave? Oder verzweigt er einfach wie eine Yucca? Ich habe gelesen, dass ein Dasylirion nach der Blüte leider häufig sukzessive abbaut. Nachdem ich den Blütenstand letztes Jahr nach der Blüte zurückgeschnitten hatte, steht dieser nun als etwa 4cm starker und 40cm langer Holz-Stumpf zwischen den Blättern. Direkt um den Holzstumpf herum befinden sich noch einige vertrocknete, etwas kürzere Blätter, die mit dem Blütenstand im letzten Frühjahr gewachsen sind. Diese (und nur diese) ließen sich heute leicht ‚ziehen‘. An der Blattbase waren sie vergammelt und abgefault. Hat sich im Wachstumszentrum über den Winter fatalerweise Wasser gesammelt, so dass es dort nun gammelt? Ist das das prognostizierte Ende der Pflanze nach der Blüte? Oder sterben hier nur langsam die Blätter des nicht mehr versorgten Blütenstandes ab? Ich weiss es (noch) nicht…
    Am 20.04. hat es morgens nochmal leichte Fröste bis -2°C. Ich hoffe, das war es dann aber mit dem Frost dieses Frühjahr.
    So starte ich nun 1. Pflanzarbeiten:

    • Exotenbeet 1:
      Die 4 neuen Mammillaria setze ich in unmittelbarer Nähe zu meiner Echinopsis-Kakteengruppe.
    • Exotenbeet 2:
      Ich möchte die Yucca rostrata noch nicht aufgeben. Sie wird ausgebuddelt und an gleicher Stelle in stark-kieshaltiges Substrat neu gepflanzt. Vielleicht fängt sie sich ja doch wieder…
    • Exotenbeet 3:
      Der neue Nerium oleander ‚Atlas‘ findet links neben der Poncirus trifoliata einen noch freien Platz.
    • Exotenbeet 4:
      Die neue Hesperaloe parviflora ersetzt die bisherige Hesperaloe (die ich leider etwas klein gekauft hatte).
      Und die Yucca thompsoniana (green) x Yucca intermedia LZ 2085 und die Nolina microcarpa ersetzen die bisherige Yucca thompsoniana und Yucca elata.
    • Exotenbeet 7:
      Der Olea europaea ‚Morchione‘ nimmt den Platz des bisherigen Nerium oleander ‚Italia‘ ein und erweitert so meinen Mini-Oliven-Hain (1x arbequina, 2x bianchera, 1x Elit-5).
    • Kübel:
      Und die ausgestochenen Scheinstämme meiner Musa basjoo (Faserbanane) werden zunächst in einen Topf gesetzt. Mal schauen, ob sie das Winterquartier im Keller überlebt haben.

     
    Am 29.04. beschließe ich, meine bislang verteilt sitzenden Kakteen analog der Echinopsis-Mammillaria-Kakteengruppe als 2. Kakteengruppe im Exotenbeet 1 anzuordnen. Die neue Kakteengruppe besteht aus:

    • Echinocereus coccineus
    • Echinocereus reichenbachii ssp. baileyi albispinus
    • Echinocereus triglochidiatus f. inermis
    • Escobaria sneedii ssp. leei
    • Escobaria vivipara
    • Maihuenia poeppigii ‚Volcan Antuco‘
    • Pediocactus simpsonii

     
    Dazu werden 6 Kakteen zum Echinocereus reichenbachii umgezogen. Mit dem Umzug nutze ich die Chance und pflanze die Kakteen nun in reinen Kies, damit sie möglichst trocken stehen.
    Nachdem meine Yucca rostrata im Exotenbeet 1 doch arg verpilzt ist, erhält sie nun einen Radikalschnitt. So wird aus der bislang kugelrunden Krone eine Halbkugel. Dafür kommt nun der tolle Stamm viel besser zur Geltung. Die geschnittene Yucca sieht fast wie eine frisch aus einem Gartencenter stammende Yucca aus. Man erkennt i.ü. jetzt ziemlich gut: der Stamm der Rostrata ist in den 6 Jahren, seit sie bei mir ‚wohnt‘, etwa 25cm gewachsen. Das entspricht 4cm pro Jahr. Rostratas wachsen langsam…
    Nachdem ich die letzten 2 Winter gerade bei meinen Yuccas + Kakteen doch etwas Probleme mit der Feuchtigkeit hatte, bestelle ich nun Materialien, mit denen ich den Boden für nässeempfindliche Exoten (wie z.B. Cactaceae, Yucca, Dasylirion, Nolina, Agave) zukünftig etwas durchlässiger gestalten kann:

    • Kakteenerde Premium (25l) für 19€ [vulkatec-onlineshop.de]
    • Streusplitt 2-5 mm (20kg) für 15€ [Hoyo Technology GmbH]
    • Lava Mulch 2-8mm (25kg) für 15€ [Naturstein Garten]

     
    So setze ich meine letzte Jahr gepflanzten 3 jungen Olea europaea (2x bianchera, 1x Elit-5) neu, um ihnen ein geeigneteres Substrat zu bieten. Bislang saßen sie quasi in purem Sand, was vermutlich nicht sonderlich zielführend ist. Folgende Mischung verwende ich dazu in etwa:

    • 40% Kakteenerde Premium
    • 20% Streusplitt
    • 20% Sand
    • 20% normale Gartenerde

     
    Am 30.04. bestelle ich über eBay (Verkäufer: David Floren aus Mönchengladbach alias ‚pflanzen-floren2‘) 2 weitere (schon etwas größere) Kakteen: einen Echinocereus triglochidiatus für 16€ und einen Echinocereus coccineus für 20€, zzgl. 6€ Versand. Bei Ankunft bin ich dann doch schwer begeistert: insbesondere der ‚coccineus‘ ist wirklich ein ganz schöner Brummer. David: Danke! Mega!
    Und dann haue ich noch einen raus: bei Toom werden z.Z. sehr schöne, große Yucca rostrata für 229€ verkauft. Unter der Woche wurden diese sogar für 199€ angeboten. In der Größe + Qualität würde man normalerweise etwa 500€ bezahlen. Gartengruppen in Facebook werden entsprechend aktuell mit Fotos geflutet, wo Leute stolz eine ergatterte Rostrata zeigen. In und um München gibt es diese Rostratas inzwischen nur noch in der Filiale Fürstfeldbruck, was für mich hin + zurück 110km Fahrtstrecke bedeutet. Ich ergattere dort dann wirklich die vorletzte Rostrata, ein wunderschönes Exemplar mit einer Stammhöhe von 60cm bei einem Stammumfang von 56cm, womit sie bis auf den Zentimeter gleiche Maße hat wie meine Rostrata im Exotenbeet 1. Und wenn ich schon mal da bin, nehme ich auch noch eine kleine Cycas revoluta für 15€ mit. Ich wollte immer schon mal testen, ob / wie man einen Palmfarn bei uns auch auspflanzt über den Winter bekommt.

    Mai 2022

    Am 01.05. entschließe ich mich, meine bisherige Yucca rostrata im Exotenbeet 2 durch die neue zu ersetzen. Beim Ausgraben der alten Rostrata muss ich feststellen, dass die Rostrata seit der Auspflanzung 2019 kaum neue Wurzeln gebildet hat. Interessehalber breche ich den Stamm der alten Rostrata durch: nun erkennt man einerseits, dass etwa 1/5 des Stamminneren gammelt. Und man sieht, wie dünn der echte Stamm ist. Obwohl die Yucca eine Stammhöhe von etwa 110cm hat, hat der Stamm nur einen Stammumfang von etwa 30cm (Durchmesser: 10cm) und das Stamminnere hat gar nur einen Umfang von 18cm (Durchmesser: 6cm). Eine solche ‚Spargel‘-Rostrata werde ich sicher nicht nochmal kaufen. Der Kübel der neuen Yucca ist zum Glück komplett durchwurzelt. Das macht auf der anderen Seite das Austauschen des (eher ungeeigneten) Substrats bei den Rostrata-typisch extrem brüchigen Wurzeln quasi unmöglich. Zumindest setze ich die neue Rostrata in ein großes Loch, welches ich unten und seitlich dick mit sehr durchlässigem Substrat anfülle. Und ich setze sie im Beet leicht erhöht, in der Hoffnung, dass überschüssiges Wasser dann seitlich wegrinnt. In dem Zug muss aus Platzgründen auch meine Opuntia macrohitza ‚Apricot‘ weichen. Für sie brauche ich einen neuen Pflanzplatz.
    Anfang Mai steht meine Poncirus trifoliata quasi in Vollblüte. Riechen tun die Blüten leider kaum. Und meine männliche Trachycarpus fortunei im Exotenbeet 1 schiebt inzwischen imposante 9 Blütenstände raus. Nicht schlecht! Da hinkt meine weibliche Hanfpalme doch noch zeitlich etwas hinterher…
    Am 06.05. verlegen wir etwa 5m2 Rollrasen vor unserem Pool. Durch die letztjährigen Baggerarbeiten war der Rasen hier so verdichtet, dass wir ihn (bereits letztes Jahr) rausgestochen und nun neu verlegt haben. Außerdem erweitere ich Exotenbeet 1 und 2 etwas. Die Wurzelschutz-Matten einiger Pflanzen hatten immer etwas über die Beete hinausgeragt, so dass der Rasen an den Stellen nach dem Winter immer arg mitgenommen aussahen.
    Meine Yucca rigida (Exotenbeet 1) kommt irgendwie nicht so recht in die Gänge. Immer wieder werden Blätter braun. Da ich das Exotenbeet 1 eh ganz leicht verbreitern will (der winterliche Wurzelschutz ramponiert dort Jahr für Jahr den Rasen), möchte ich in dem Zug auch die Yucca neu setzen. Die ausgebuddelte Yucca lasse ich zunächst 1 Tag liegen, so dass das Substrat etwas abtrocknen kann. Anschließend lege ich die Wurzeln frei, indem ich das Substrat mit einem Messer Stück für Stück wegsteche. Die Wurzeln sehen eher mittelprächtig aus. Das Substrat stellt sich als eine feste, feuchte Ton-Masse dar. Schlechter geht es kaum für Yuccas. Wieso sitzen Yuccas eigentlich häufig beim Verkauf in einem derart ungeeigneten Substrat? Neu gesetzt wird sie schließlich in einer Mischung aus Kakteenerde und Lava-Mulch. Ich hoffe, sie fängt sich dort wieder.
    Am 11.05. wird die Poolsaison eröffnet. Bei strahlendem Sonnenschein und Außen-Temperaturen um 28°C stechen wir erstmals diese Saison in See… Es war herrlich!
    Mitte Mai entrollt der Dicksonia antarctica seine 6 ersten Wedel. Auch 2 meiner 3 Trachycarpus fortunei haben ihre Bütenstände nun komplett entwickelt. Die 3. Hanfpalme blüht dieses Jahr i.ü. leider nicht. Es handelt sich hierbei um meine im Winter 2020/21 frost-geschädigte Palme. Sie hat sich zwar seither wieder gut berappelt, aber die fehlenden Blüten zeigen, dass sie das viel Kraft gekostet hat. Und meine Poncirus trifoliata ist inzwischen fast schon verblüht. Erste kleine Fruchtansätze bilden sich bereits. Auch meine Langschläfer erwachen nun langsam aus dem Winterschlaf, konkret: der große Olea europaea ‚arbequina‘ (Exotenbeet 1), der Ziziphus jujuba, meine Albizia julibrissin ‚rosea‘ und meine 2 Passiflora caerulea.
    Der eine oder andere mag es im Sinn der Nachhaltigkeit sicher kritisieren, dass wir seit 2021 einen Mähroboter Gardena sileno minimo 250 bei uns im Einsatz haben. Und lange hatte ich mich auch dagegen ausgesprochen, u.a., weil ich den Nutzen nicht ganz gesehen hatte. Man kann es schon schaffen, seinen Rasen im Sommer alle 2 Wochen mal zu mähen. Dafür braucht es doch keinen Roboter. Seit wir den Gardena bei uns im Einsatz haben, sind mir aber 2 für mich entscheidende Kaufaspekte aufgefallen:

    • der Rasen sieht gesünder aus (weil er durch das Schnittgut automatisch gedüngt wird)
    • der Rasen sieht nicht nur alle 2 Wochen toll aus, sondern jeden Tag, weil der Mähroboter halt täglich mäht (wie ein Friseur, der Dir täglich Deine Frisur in Form hält)

     
    Ich habe aber durch den Pool 2 komplett getrennte Rasenflächen, die sich für den Mähroboter leider nicht sinnvoll verbinden ließen. In Konsequenz musste der Roboter immer von Hand von einer in die andere Rasenfläche umgesetzt werden. Damit geht der Sinn eines Rasenroboters leider irgendwie verloren. Von daher musste nun ein 2. Mähroboter her.
    Desweiteren pflanze ich wieder etwas im Garten:

    • mein kleiner Ende April bei Toom gekaufter Cycas revoluta kommt ins Exotenbeet 4
    • meine 2 über eBay bestellten Kakteen – ein Echinocereus triglochidiatus und ein Echinocereus coccineus – werden ins Exotenbeet 1 zu den anderen Kakteen gesetzt
    • mein Opuntia macrohitza ‚Apricot‘, der im Exotenbeet 2 weichen musste, wird nun ebenfalls ins Exotenbeet 1 gesetzt

     
    Am 15.05. dünge ich erstmals diese Saison in meinem Garten.
    Bei meinem kleinen Tetrapanax papyrifer-Stämmchen scheint sich weiterhin nichts zu tun. Per Zufall entdecke ich dann aber um den Stamm herum einige kleine Kindel. Überlebt hat er also. Wunderbar! 🙂
    Am 20.05. öffnen sich endlich die Blüten meiner Clematis ‚Nelly Moser‘. An meiner Poncirus trifoliata bilden sich inzwischen etwa erbsen-große Zitronen. Und auch an 2 meiner Asimina triloba (‚Sunflower‘ + ‚Susquehanna‘) bilden sich erste Fruchtansätze. Obwohl ich meine Indianerbananen dieses Jahr nicht manuell bestäubt habe, scheint die Befruchtung zu funktionieren. Womöglich hilft es, dass nun 2 unterschiedliche Sorten im Exotenbeet 6 nebeneinander stehen, die sehr zeitgleich blühen. I.ü. hat es heute etwa 32°C gehabt. Ein wahrlich hoch-sommerlicher Tag so früh im Jahr. Mega!
    Am 21.05. starte ich eine weitere Umpflanzaktion. Da die Nordostseite unseres Grundstücks mit den 2 noch sehr jungen Olea europaea ‚bianchera‘ doch vermutlich auf lange Sicht etwas trostlos aussehen würde, setze ich die 2 Oliven-Stämmchen nochmal etwas um: sie werden nun auf der Nordseite links und rechts vom Olea europaea ‚arbequina‘ gesetzt und bilden nun mit dem Olea europaea ‚Elit-5‘ und dem Olea europaea ‚mochchione‘ einen kleinen Mini-Olivenhain. Auf der Nordostseite möchte ich stattdessen nun einen Musa basjoo-Hain pflanzen. Den Anfang machen 2 Faserbananen-Stämmchen, die ich letzten Herbst von meinen Bestands-Faserbananen abgestochen und anschließend im Keller überwintert hatte. Zusätzlich steche ich einen kleinen Doppel-Stamm von meiner Faserbanane im Exotenbeet 3 ab, den ich dazu pflanze. Und um das Beet direkt mal etwas zu füllen, bestelle ich noch 4 kleine Musa basjoo für 28€ (inkl. Versand) über eBay (Verkäufer: florapartner). So starte ich meinen Hain also mit 7 kleinen Musa.
    Meine 2 Rauschöpfe machen mir weiterhin etwas Sorge. Der Dasylirion wheeleri baut seit der letztjährigen Blüte merklich ab. Die äußeren Blätter werden sukzessive fahl, bekommen mittig längliche, braune Stellen und sterben dann langsam ab. Auch der Stamm ist inzwischen dunkelbraun / fast schwarz. All das ist offenbar nach einer Blüte normal. Mit etwas Glück sollte sich dann irgendwann ein neuer Kopf bilden. Hoffen wir mal! Auch der Dasylirion quadrangulatum bereitet seit letztem Sommer weiterhin Sorge. Etwa 80% aller Halme sind – von der Spitze her – komplett gelb. Ich könnte mir aber einbilden, dass der Rauschopf zumindest ganz langsam wieder neue Blätter bildet. Für eine bessere Optik schneide ich alle Halme auf etwa 1/3 zurück.
    Der Dicksonia antarctica rollt inzwischen 11 neue Wedelschnecken aus. Und an der Poncirus trifoliata befinden sich aktuell 8 Fruchtansätze.
    Am 27.05. bestelle ich eine Ficus carica ‚Brown turkey‘. ‚Brown turkey‘ (bzw.: ‚Fico var. turca‘) gilt als eine der frosthärtesten Sorten und sollte nach einer gewissen Etablierung bei uns quasi winterhart sein. Der Baum ist etwa 140cm hoch, hat einen Stammumfang von etwa 7.5cm, macht in Summe einen sehr guten Eindruck und kostet mich beim ebay-Verkäufer ‚karibikpalmen‘ 50€ (inkl. Versand). Ein fairer Preis, wie ich finde. Die Feige findet im Exotenbeet 6 Platz.
    Außerdem bestelle ich bei den ‚Gußmaggs‘ nochmal ein paar Delosperma:

    • Delosperma ‚Davyi‘
    • Delosperma ‚Hanawa‘
    • Delosperma ‚Hellgirl‘
    • Delosperma ‚Indian Summer‘
    • Delosperma ‚Izibani‘
    • Delosperma ‚Jewel of the Desert‘
    • Delosperma ‚Manga Eyes‘
    • Delosperma ‚Solazo‘
    • Ebracteola wilmaniae

     
    Die Mittagsblumen pflanze ich im Exotenbeet 4, wo aktuell bereits einige Delosperma wunderschön blühen.
    Und schließlich bestelle ich noch eine Fackellilie – eine Kniphofia ‚Pyromania Backdraft‘ – für 7€ bei lichtnelke.de. Die 6.50€ Versand finde ich allerdings etwas happig.

    Juni 2022

    Zu einem schönen Garten gehören neben schönen Pflanzen natürlich auch entsprechende Accessoires. Heute sind gleich 2 tolle Sachen geliefert worden. Zunächst ein extrem nobler Outdoor-Sitzsack von Sackit Cobana Lounge Chair inkl. Pouf als zusätzliche Sitzgelegenheit für unseren Poolbereich. Und dann ein neuer Grill. Als überzeugter Holzkohle-Griller kommt bei mir kein Gasgrill in den Garten. Leider ist die Auswahl an coolen Holzkohle-Grills ziemlich beschränkt: im Prinzip kann man zwischen Kugelgrill und rechteckigem Grillwagen auswählen. Selbst der Kugelgrill von Weber reißt mich nicht vom Hocker. Und dann entdecke ich den rostbraunen BonFeu BonBiza Open Rust und bin hin und weg. Ein Plancha-Grill, den man auch als Feuerstelle nutzen kann. Nicht ganz günstig, aber ein echter Hingucker. Das Grillen Next Level kann starten! 🙂
    I.ü. zeigen meine letzten Sommer gepflanzten Olea europaea (2x bianchera, 1x Elit-5) trotz Rückschnitt weiterhin keine Regung. Kratzt man an der Rinde, kommt aber grünes Kambium zum Vorschein. Es heißt also weiter ‚abwarten‘.
    Richtig Freude machen mir dieses Jahr meine Delosperma. Ein großes Blütenmeer! Hiervon braucht es definitiv mehr in meinem Garten. Aber: diese Blütenpracht funktioniert nur, wenn man sie maximal sonnig pflanzt. Ich hatte meine bis dato im großteils schattigen Exotenbeet 3 gepflanzt, wo sie nur kümmerlich und quasi blütenlos wuchsen. Mit der Umpflanzung ins sonnige Exotenbeet 4 bereiten sie nun maximale Freude. Und weil ich so begeistert bin, bestelle ich gleich nochmal bei den lieben ‚Gußmaggs‘, dieses Mal ein Delosperma-Set ‚Bunte Juwelen‘, bestehend aus 4 unterschiedlichen Sorten mit jeweils 3 Pflanzen (Preis: 39€ zzgl. 12€ Versand), die ich an 2 Stellen im Exotenbeet 5 pflanze:

    • Delosperma ‚Alexandra‘ (leuchtend violett)
    • Delosperma ‚Eugen’s Rote‘ (rot)
    • Delosperma ‚Exotic drops‘ (intensives Orange)
    • Delosperma ‚Little sunshine‘ (gelb mit weißem Auge)

     
    Ein Wort nochmal zu meiner im vorletzten Winter stark geschädigten Trachycarpus fortunei: es dauert doch einige Zeit, bis sich eine Hanfpalme davon erholt. Nach dem Winter 2020/21 verlor sie im Endeffekt alle Wedel, konnte bis zum nachfolgenden Winter 2021/22 aber wieder einige Neue generieren. Trotzdem war sie noch so geschwächt, dass es im Frühjahr 2022 keine Blüten gab und ich trotz eines sehr milden Winters 2021/22 leichte Winterränder an den neuen Wedeln feststellen musste.
    Interessant ist auch die Entwicklung meiner 2 älteren Musa basjoo. Beide wurden vor dem letzten Winter auf ca. 20cm zurückgeschnitten und dann einfach mit einer dicken Styroporkiste und etwas Vlies abgedeckt. Trotzdem zeigt die Musa im Exotenbeet 3 – wie schon letzte Saison – ein weitaus besseres Wachstum als die im Exotenbeet 6. Ein weiterer Hinweis, dass Musa halbschattig doch besser wachsen als vollsonnig…
    Und nun nochmal 3 Neuzugänge: für etwas mehr Farbe im Garten ein lachsfarbener Penstemon barbatus ‚Coccineus‘ (Bartfaden) für 5€ (+ 7€ Versand) über eBay (Verkäufer: pflanzen-fuer-dich), dann eine hoffentlich vollständig winterharte Yucca filamentosa für 15€ (+ 6€ Versand) über eBay (Verkäufer: karibikpalmen) und schließlich – ganz spannend – ein Calibanus hookeri für 26€ (+ 7.5€ Versand), ebenfalls über eBay (Verkäufer: tropicalcentre), mit einem etwa 5cm großen Caudex. Den Calibanus pflanze ich an den Anfang vom Exotenbeet 4, die Yucca filamentosa ans Ende vom Exotenbeet 5.
    Ich wollte mal den Versuch starten, ein paar Passiflora caerulaea in einen größeren Topf zu setzen und sie so in meiner Pool-Pergola ranken zu lassen. Am 03.06. hatte ich dazu über eBay (Verkäufer: bananisso) 2 kleine Passiflora caerulaea für 18€ (inkl. Versand) bestellt. Auch, wenn die Passionsblumen letztlich der Artikelbeschreibung (’10cm hoch‘) entsprachen, muss ich sagen: für 2 leicht-bewurzelte, kurze Triebe ist der Preis absoluter Wucher. Und die Blätter irritieren mich ein wenig: sind das wirklich Caerulaea? So starte ich am 17.06. selber mit der Bewurzelung einzelner Triebe. Hierzu schneide ich einfach 3 etwa 10cm lange Triebe an meiner alten Passiflora caerulaea ab, entferne die unteren Seitentriebe und stelle sie in ein Wasserglas.
    Bei meinen jungen Olea europaea (Exotenbeet 7) tut sich nun Mitte Juni endlich was… Der neue Morchione und der (schon etwas ältere) Arbequina bilden in der Krone neue Blätter. Der Elit-5 treibt auf ganzer Stamm-Länge an mehreren Stellen aus. Ein Bianchera treibt zumindest unten am Stämmchen wieder aus, während sich beim anderen Bianchera immer noch nichts regt. Bei beiden befindet sich aber noch grünes Kambium selbst an den Astenden, wenn man etwas an der Rinde kratzt. Warten wir mal ab.
    Der Tetrapanax papyrifer hat weiter zu kämpfen. Der Stamm scheint den Winter nicht überlebt zu haben. Aber direkt neben dem Stamm haben sich einige Kindel gebildet. Sobald diese erste Blätter bilden, werden sie aber von wem auch immer direkt wieder abgefressen. Selbst ein kleiner Plastik-Schutz scheint hier nicht zu helfen. Schade!
    Da geht man ohne böse Hintergedanken in einen Baumarkt (Hagebau), um Bastmatten zur Verkleidung unserer Pool-Pergola zu kaufen, um direkt am Eingang mit echt ‚gemeinen‘ Angeboten konfrontiert zu werden: eine große Phoenix canariensis und eine Chamaerops humilis jeweils für 39€. Die Phoenix hat einen etwa 30cm hohen Stamm mit einem Umfang von 34cm. Die höchsten Wedel ragen etwa 2.5m in die Höhe. UVP 80€. Und die Chamaerops hat einen etwa 20cm hohen Stamm mit einem Umfang von 44cm und trägt bereits 4 Fruchtstände mit diversen Früchten. UVP 60€. Da musste ich natürlich zuschlagen, obwohl meine Exoten-Käufe für dieses Jahr eigentlich abgeschlossen waren. Die Phoenix ersetzt im Exotenbeet 7 den Tetrapanax papyrifer, den ich nun im Topf wieder ‚aufpäppeln‘ möchte. Auch die Chamaerops humilis werde ich zunächst als Topfpflanze (am Pool) halten. Vielleicht ergibt sich ja 2023 ein freier Pflanzplatz?
    Surprise! Surprise! Nachdem mich bereits der Echinocereus triglochidiatus f. inermis erstmals mit Blüten überrascht hat, bildet nun auch meine Hesperaloe parviflora ihre 1. Blüten. Und meine frisch gepflanzte Cycas revoluta schiebt ihren 1. Blütenkranz. Ich freue mich!
    Und noch eine schöne Überraschung: mein Dasylirion wheeleri hat seit der letztjährigen Blüte massiv abgebaut. Keine neuen Blätter und die alten werden sukzessive braun und sterben ab. Aus der imposanten, wunderschönen Krone ist eine ziemlich trostlose, kümmerliche geworden. In Fachforen liest man häufig, dass Dasylirion nach der Blüte eingehen. Und was entdecke ich heute? – Neben mit alten, verholzten Blütenstand schiebt ein ganzes Büschel neuer Blätter. Es schaut so aus, als wolle der Rauschopf direkt neben dem alten Blütenstand einen neuen Kopf bilden. Juhu! 🙂
    Da hatte ich mich die letzten Wochen + Monate so gefreut, wie gut meine Mini-Mini-Yucca elata über den 1. Winter gekommen ist und wie sie seither neue Blätter schiebt, da reisst meine Frau diese beim Unkrautjähten raus und schmeisst sie weg… Man sieht: kleine Pflanzen muss man nicht nur vor Schnecken schützen, sondern offensichtlich auch vor der eigenen Frau… 😉
    Anstelle der Yucca elata platziere ich nun die Kniphofia ‚Pyromania Backdraft‘ (Fackellilie), die ich Ende Juni gekauft hatte.

    Juli 2022

    Anfang Juli bilden nun auch die Albizia julibrissin und die Ziziphus jujuba erste Blütenansätze. Der Diospyros kaki scheint dagegen diese Saison gar nicht zu blühen. Trotzdem stinkt er wie jedes Jahr, wenn er fruchtet. Der knallig-rosafarbene Blütenstand der Hesperaloe parviflora hat sich inzwischen gut entwickelt. Ich gehe davon aus, dass sich die Tage erste Blüten öffnen. Die Passiflora caerulaea hat bereits erste Blüten geöffnet. Immer wieder ein Spektakel. Und die Früchte der Asimina triloba ‚Sunflower‘ sind bereits bis zu 6cm lang. So weit waren sie in den letzten Jahren zu dem Zeitpunkt nicht. Nachdem ich die Befruchtung diese Saison rein der Natur überlassen habe (also kein manuelles ‚Pinseln‘ von mir), sind es nicht viele Früchte. Wenn die daneben wachsende ‚Susquehanna‘ aber etwas älter ist, sollte die Befruchtung auch besser funktionieren.
    ‚Totgesagte leben länger‘: mit dem Escobaria sneedii ssp. leei, dem Echinocereus triglochidiatus f. inermis und dem Maihuenia poeppigii ‚Volcan Antuco‘ haben sich diese Saison 3 Kakteen zurückgemeldet, die ich eigentlich schon für tot erklärt hatte. Der Echinocereus hat sogar erstmals mit Blüten überrascht.
    Mitte Juli tätige ich dann nochmal einen Kauf: eine Ficus carica ‚Sotschi Gold‘. Gekauft habe ich einen bewurzelten – laut Inserat ca. 10-15cm hohen – Steckling über eBay (Verkäufer: Michael Wolfgang Schwarz alias ‚wunderbiene‘). Kostenpunkt: 100€ (+ 7€ Porto). Irre. Ich weiß… Die Sorte ‚Sotschi Gold‘ soll ursprünglich aus dem Kaukasus (daher auch die Bezeichnung ‚Sotschi‘) stammen und dort von einem Feigenzüchter veredelt worden sein. Laut Verkäufer stehen 2 ‚Sotschi‘-Feigenbäume seit 2002 in seinem eigenen Garten in Weißensberg bei Lindau am Bodensee, wo sie Winter bis -25°C überstanden haben sollen und pro Saison 2-3x sehr große, honigsüße Riesenfrüchte tragen. Aufgrund der tollen Eigenschaften der ‚Sotschi Gold‘ warnt der Verkäufer auf seiner eBay-Seite eindringlich vor ‚Trittbrettfahrern, die Feigenbäumchen als Sotschi Gold anbieten, welche keine sind… Der Neid um diese Feige ist riesengroß.‘ In vielen Fachforen wird die Existenz dieser Wundersorte auf alle Fälle sehr kritisch diskutiert. Viele halten die Sorte für reine Fantasie und identifizieren sie vielmehr als Bananenfeige, also als Ficus carica ‚Longue d’Aout‘ (LdA). Ich lasse mich trotzdem auf das teure Abenteuer ein. Die verflixte Neugier treibt mich mal wieder… Die Pflanze kommt schließlich – mit einer durchsichtigen Plastikdose über dem Kopf recht ungewöhnlich verpackt – als etwa 30cm hoher Steckling mit einer Stammdicke von etwa 0.5cm an. Nach Rückfrage beim Verkäufer pflanze ich den Steckling direkt im Exotenbeet 2 aus. Dafür muss die dort bislang gepflanzte kleine Yucca rostrata ins Exotenbeet 5 ausweichen.
    Am 18.07. öffnet sich die 1. Blüte am Albizia julibrissin ‚rosea‘.
    Heute entdecke ich im Exotenbeet 7 ein Kindel des Tetrapanax papyrifer. Den scheine ich übersehen zu haben, als ich den Tetrapanax wieder in einen Kübel zurückgesetzt habe.
    Der Sommer 2022 ist i.ü. wirklich grandios. Gefühlt scheint jeden Tag die Sonne, es ist wolkenlos und hat immer um die 30° oder auch mal ein Stück höher. So kommt unser Pool diese Saison voll zur Geltung. Da es auf der anderen Seite nur sehr wenig regnet, leidet die Vegetation. Unser Rasen ist in großen Teilen verbrannt.
    Ein Wort zum Xanthorrhoea johnsonii: im Frühjahr sieht er oft etwas mitgenommen aus, da die dünnen Grashalme durch den Frost trotz gutem Frostschutz häufig stark zurückfrieren. So musste ich die Krone dieses Frühjahr wieder auf etwa 1/3 zurückschneiden. Aber erfreulicherweise regeneriert der Grasbaum seine Krone recht schnell. Seit etwa Mitte Juni sieht mein Grasbaum wieder richtig gut aus.
    Am 30.07. führe ich wieder die jährliche Vermessung meiner Palmen durch. Die Zahlen in Klammern stellen die Veränderung ggü. der Vorjahres-Vermessung dar:

    Palmenart Standort Auspflanzung Stammhöhe
    Trachycarpus fortunei (weiblich) Exotenbeet 1 2014 210cm
    (+15)
    Trachycarpus fortunei (männlich) Exotenbeet 1 2015 185cm
    (+20)
    Trachycarpus fortunei (männlich) Exotenbeet 5 2015 210cm
    (+20)
    Trachycarpus wagnerianus Exotenbeet 5 2017 22cm
    (+9)
    Chamaerops humilis var. cerifera Exotenbeet 5 2021 13cm
    (=)
    Phoenix canariensis Exotenbeet 7 2022 20cm

    Totgesagte leben länger: bis dato hatte ich einen meiner 2 noch sehr jungen Olea europaea ‚bianchera‘ für tot erklärt, nachdem er bis heute nach einem wirklich milden Winter trotz mehrmaligem Zurückschneiden kein Lebenszeichen von sich gegeben hat. Und nun entdecke ich heute (30.07.) ganz unten am Stämmchen einen ersten neuen Trieb. Wer hätte das noch erwartet?

    August 2022

    Gestern hatten wir wieder mal Freunde zu Besuch. Natürlich wurde dabei wieder hinten im Garten Fußball gespielt. Dabei ist leider ein Zweig mit 6 z.T. bereits sehr großen Früchten an meiner Asimina triloba ‚Sunflower‘ abgeschossen worden. Nachdem das nun das 2. Mal diese Saison passiert ist, würde ich das Fußballspielen gerne zukünftig etwas abseits der Indianerbananen verlegen.
    Jetzt geht es für knapp 1.5 Wochen in den Urlaub. In München soll es weiter sehr heiß und trocken bleiben. Für meine Trockenheits-Künstler (wie z.B. Yuccas, Agaven, Kakteen) vermutlich machbar… etwas Sorge bereitet mir vorallem mein Dicksonia antarctica.

    Meine Saison-Erkenntnisse

    1. Kakteen kommen im Winter wunderbar auch längerfristig mit einer Dunkelüberwinterung (z.B. im Styroporbau) zurecht. Ein dickes Einpacken lässt Kakteen allerdings häufig vergammeln und ist daher nicht zu empfehlen.
    2. Interessanterweise sind bei Musa basjoo dicke Scheinstämme frostanfälliger als dünne. Ggf. liegt es daran, dass dünne Stämme weniger Wasser in sich tragen, welches bei Gefrieren die Zellen platzen lassen kann.
    3. Die Blätter eines Xanthorrhoea bekommen schon bei leichtem Frost Frostschäden.
    4. Wer klein kauft, kauft zweimal. Zumindest ist das Frost-Risiko bei der Auspflanzung kleiner Pflanzen um einiges höher.
    5. Wer billig kauft, kauft zweimal. Das hätte ich zumindest bei meiner Spargel-Yucca Rostrata (Exotenbeet 2) eigentlich direkt ahnen können.
    6. Delosperma gehören definitiv in jeden Exotengarten. Aber bitte auf alle Fälle maximal sonnig pflanzen. Sonst blühen sie nicht / kaum.
    7. Es dauert Minimum 1 Jahr, bis sich Trachycarpus fortunei von einem starken Frostschaden vollständig erholen. Hierbei geht es nicht nur um die Optik (also das Nachwachsen neuer, ungeschädigter Wedel), sondern auch um die Widerstandskraft im nachfolgenden Winter. Man sollte derart geschwächte Hanfpalmen daher im folgenden Winter besonders gut schützen. Es kann durchaus passieren, dass die Palme das Frühjahr dann auch nicht blüht.
    8. Musa basjoo wachsen an halbschattigen Standorten besser als an vollsonnigen.
    9. Hat ein Dasylirion geblüht, so bildet er nach gewisser Zeit eine neue Krone.
    10. Einen Olivenbaum sollte man nicht zu früh aufgeben. Es kann vorkommen, dass ein Olivenbaum nach einem Frostschaden erst im Juli/ August unten am Stamm wieder neu austreibt.