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Olea europaea: Kauf + Auspflanzung Olivenbaum

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    Du spielst mit dem Gedanken, einen Olivenbaum im Garten zu pflanzen? Worauf bei Kauf + Auspflanzung zu achten ist…

    Auspflanzung
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    Kauf

    Olivenbäume werden inzwischen quasi in jedem Baumarkt und Gartencenter angeboten. Seit einigen Jahren sind die Preise im Sturzflug, so dass man auch ältere Bäume zu halbwegs erschwinglichen Preisen bekommt. Viele der älteren Bäume sind hierbei in ihrem Herkunftsland ausrangierte Bäume, entweder, weil sie nicht mehr genügend Ertrag bringen oder weil sie aufgrund von Baumaßnahmen (insbes. Straßenbau) weichen müssen. Um Transportkosten zu minimieren, werden Krone + Wurzelwerk für den Transport gekürzt.
    Die dauerhafte Auspflanzung eines Olivenbaums ist gerade in den rauen Gegenden Deutschlands ein Wagnis, auch finanzieller Natur, zumindest, wenn man direkt ein stattliches Exemplar auspflanzen möchte.
    Idealerweise kauft man wurzelechte / unveredelte Exemplare. Kommt es in strengen Wintern zum oberirdischem Erfrieren, so wächst aus der Wurzel wieder die Zuchtolive und nicht die Unterlage / Wildolive.
    Zeitpunkt
    Am günstigsten sind Olivenbäume zu Winterbeginn, weil viele Geschäfte Platz + Aufwand für die Überwinterung der Bäume vermeiden wollen.
    Sorte
    Es gibt über 1000 Olivensorten, die sich bzgl. Frosthärte z.T. stark unterscheiden. Plant man die dauerhafte Auspflanzung in unseren Breitengraden, so sind frostharte Sorten aus Nord-Italien – idealerweise aus kühleren Höhenlagen – ein Muss.
    Leider werden gerade die besonders frostharten nord-italienischen Sorten bei uns in Deutschland weder in Geschäften noch Online angeboten. In Nord-Italien findet man sie dagegen häufig in entsprechenden Gärtnereien. Beim nächsten Italien-Trip sollte man also die Augen offen halten…
    Alternativ bieten sich die bulgarischen Sorten ‚Elit-1′ und ‚Elit-5‘ an, die ähnlich frosthart eingestuft sind. Diese Sorten werden von Kiril Donov auch online über seinen Palm Center of Bulgaria, den botanischen Garten in Plovdiv, verkauft.
    Grösse
    In Baumärkten und Gartencentern werden meist jüngere Exemplare mit einem Stammdurchmesser zwischen 2 und 5cm angeboten. Diese sind etwa 5 bis 15 Jahre alt, haben i.d.R. einen glatten Stamm und eine mehr oder weniger schön in Form geschnittene Krone. Diese Exemplare kosten grob zwischen 25 und 75€ und eignen sich aufgrund ihrer Größe auch für die Kübelhaltung inkl. Überwinterung im Haus.
    Olivenbäume wachsen sehr langsam. Sucht man Olivenbäume, wie man sie aus südlichen Ländern kennt, also solche mit knorrigem Stamm, kräftigen Zweigen und wilder Krone, so reden wir von Olivenbäumen, die Minimum 50 Jahre alt sind und einen Stammdurchmesser von 20cm aufwärts besitzen. Für solche Exemplare zahlt man Minimum 250€. Nach oben gibt es hier keine Grenzen. Hinzu kommen hohe Transportkosten und womöglich sogar Einpflanzkosten. Ein 50-jähriger Olivenbaum wiegt mit Wurzelballen immerhin locker 250kg. Und letztlich bleibt gerade bei älteren Bäumen das Risiko, dass sie nicht recht anwachsen bzw. sich etablieren können. Ältere Bäume vertragen aber i.d.R. etwas mehr Frost.
    Habitus
    Generell gilt: kauft man einen Baum, so sollte man auf einen gut-durchwurzelten Pflanztopf, eine dicht-belaubte Krone und einen kräftigen Stamm achten.
    Die Blätter sollten keinen Pilz, keine Schädlinge oder sonstige ungewöhnliche Flecken aufweisen. Auffällige Wucherungen an Stamm + Ästen könnten ein Hinweis auf den unheilbaren Olivenbaumkrebs sein.
    Oftmals werden Olivenbäume über mehrere Tage oder gar Wochen transportiert, bevor sie beim Kunden ankommen. Olivenbäume vertragen zwar mehrere Tage ohne Wasser. Stehen sie beim Transport jedoch mehrere Tage im Dunklen und werfen erste Blätter ab, so ist dies ein Indiz, dass der Transport den Olivenbaum geschwächt hat.

    Auspflanzung

    Standort
    Der Olivenbaum liebt einen vollsonnigen, aber nach Norden und Osten windgeschützten Platz im Garten.
    Das weit verzweigte Wurzelwerk von Olivenbäumen mag keine Konkurrenz. Ein entsprechend möglichst großer Abstand zu anderen Pflanzen ist einzuplanen. Bei Jungpflanzen sollte man darüber hinaus die Baumscheibe freihalten.
    Zeitpunkt
    Während man Bäume im Alter eigentlich nicht mehr verpflanzen soll, ist das beim Olivenbaum grundsätzlich kein Problem, da er beständig in der Lage ist, neues Wurzelwerk zu entwickeln. Andererseits tun sich ältere Bäume mit der Anpassung an ein anderes Klima recht schwer.
    Idealerweise pflanzt man daher etwa 5- bis 10-jährige Olivenbäume im späten Frühjahr aus, so dass sie vor dem ersten Winter noch gut anwachsen können.
    Pflanzloch
    Da die Niederschläge bei uns (500-1000mm/Jahr) ggü. dem Natur-Habitat (~300mm/Jahr) 2-3x so hoch sind, empfiehlt es sich, das Pflanzloch etwa doppelt so tief und breit wie den Wurzelballen auszuführen und den Bodenbereich um den Wurzelballen entsprechend aufzubereiten.
    Boden
    Eigenschaften:
    Olivenbäume präferieren einen durchlässigen, möglichst kargen Boden mit einem pH-Wert zwischen 7.0 und 8.0.
    Thomas Amersberger empfiehlt, dass man Olivenbäumen für eine gute Winterhärte ‚den schlechtesten Boden bieten soll, den man ihnen bieten kann‘ – also möglichst steinig und nährstoffarm. Hier wächst er zwar vermutlich etwas langsamer. Die Triebe reifen aber besser aus und sind so frosthärter. Darüber hinaus ist ein solcher Boden sehr wasser-durchlässig, womit er unseren feuchten Wintern besser trotzen kann.
     
    Substrat-Mischung:
    Beim Olivenbaum empfiehlt es sich, ein spezielles Substrat anzusetzen, bei Bedarf das Wurzelwerk vorab vorsichtig vom ursprünglichen Substrat zu befreien und ihn dann großflächig in das neue Substrat zu pflanzen:

    • 40% Gartenerde
    • 40% Kies, Schotter
    • 20% Sand