Palmlilie: Steckbrief Yucca

Palmlilien gehören definitiv in jeden Exotengarten. Insbesondere stammbildende Yuccas bieten vermutlich das beste Aufwand-Exotik-Verhältnis aller exotischen Pflanzen.

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Systematik

Palmlilien bzw. Yuccas sind keine Palmengewächse. Die Bezeichnung Palmlilie rührt daher, dass Stamm und Schopf dem einer Palme und die Blüten der einer Lilie ähnlich sehen.

Die Gattung der Palmlilien gehört innerhalb der Familie der Spargelgewächse zur Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae).

Die Gattung Yucca umfasst etwa 50 Arten und 24 Unterarten.

SystematikName
DomäneLebewesen mit Zellkern (Eukaryoten)
GruppeTaxon (Archaeplastida)
ReichPflanzen (Plantae)
AbteilungGefäßpflanzen (Tracheophyta)
KlasseBedecktsamer (Magnoliophyta)
OrdnungSpargelartige (Asparagales)
FamilieSpargelgewächse (Asparagaceae)

Herkunft / Verbreitung

Yuccas sind in Mittelamerika beheimatet, hauptsächlich in Mexiko, den westlichen USA und im südlichen Kanada. Yuccas wachsen unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen, in Bergregionen bis 2500m genauso wie in tiefen Küstenregionen.

Yuccas kommen aus Gebieten mit etwa 3000 Sonnenstunden, 30-100 Regentagen und einem Jahresniederschlag von 100-400mm. Bei uns hat es ca. 1500 Sonnenstunden und 150-200 Regentage mit einem Jahresniederschlag von 500-1000mm.

Eigenschaften

Wachstum

Die größten Yucca-Arten können eine Höhe bis zu 10m erreichen. Generell gehören Palmlilien eher zu den langsam wachsenden Pflanzen. Stammbildende Yuccas erreichen pro Jahr nur wenige Zentimeter Stammwachs.

Frosthärte

In den rauen Gegenden Deutschlands mit angemessenem Schutzaufwand auspflanzbar gelten diese Yuccaarten.

Habitus

Rhizom / Wurzelsystem / Meristem

Yuccas sind i.d.R. – wie die meisten Pflanzen aus trockenen Gebieten – Flachwurzler, um die geringen Niederschläge schnell aufnehmen zu können, bevor sie verdunsten.

Das Wurzelwerk besteht aus rötlichen, oftmals brüchigen, feinen Wurzeln ohne Hauptwurzel.

Gelegentlich werden im Internet große stammbildende Yuccas preisgünstig ohne Wurzeln angeboten. Bei Yucca rostrata, Yucca thompsoniana und Yucca linearifolia hat man hierbei am ehesten die Chance, dass diese vernünftig anwurzeln.

Stamm

Palmlilien sind mehrjährige, verholzende Pflanzen. Es gibt stammbildende und stammlose, verzweigende und nicht verzweigende Arten. Stammbildende Arten werden auch als ‚Schopfbäume‘ bezeichnet.

Palmlilien haben – im Gegensatz zu den meisten sonstigen einkeimblättrigen Pflanzen – ein sekundäres Dickenwachstum. Der Stamm wird mit dem Alter also immer dicker. Eine Altersbestimmung ist trotzdem schwierig, da Yuccas keine Jahresringe bilden.

Blätter

Die Krone wird durch radial am Stamm angeordnete, ungestielte, starre, spitz zulaufende Laubblätter gebildet, die maximal 50cm lang werden. Sie sind mittelgrün, wenige Zentimeter breit und besitzen einen glatten oder feinen sägeförmigen Rand.

Yuccas gelten als Xerophyten, also an Trockenheit angepasste Pflanzen. Wenige Arten wie Yucca baccata und Yucca endlichiana gelten als semi-sukkulent, da sie in den Blättern Wasser speichern können.

Indianer stellen aus den Fasern der Yuccablätter Tücher, Körbe, Matten + Seile her.

Blüten

Es kann bis zu 10 Jahre dauern, ehe Yuccas blühen. Yuccas haben zwittrige, weiße bis cremefarbene Blüten, die ausschließlich durch (bei uns nicht heimische) weibliche Yucca-Motten bestäubt werden. Eine eigenständige (also nicht von Menschenhand forcierte), generative Vermehrung von Yuccas ist daher bei uns nur per Zufall möglich.

Die Blütenstände erscheinen an langen, aufrechten Rispen und sehen wie große Maiglöckchen aus. Die Blüte dauert je nach Witterung etwa 2 Wochen. Die Blüte bedeutet i.ü. – im Gegensatz zu Agaven – nicht das Ende der Yucca. Nach der Blüte bilden sich bei den buschbildenden Arten Wurzelausläufer bzw. bei den stammbildenden Arten neue Triebe neben dem verblühten Blütenstand.

Früchte

Die Früchte der Palmlilien sind entweder als Kapselfrüchte oder als Beeren ausgebildet. Jede Frucht enthält viele schwarze oder graue Samen.

Indianer essen die Früchte roh als Salat, kochen sie als Gemüse oder stellen daraus Soßen und alkoholische Getränk her.


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