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Ficus carica: Steckbrief Feigenbaum

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    Ficus carica ist bei uns als Kübelpflanze beliebt, aber aufgrund seiner Frosthärte durchaus auch ein Auspflanzkandidat.

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    Ficus carica
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    SYSTEMATIK

    Die Echte Feige (Ficus carica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Feigen (Ficus) in der Familie der Moraceae (Maulbeergewächse).

    Systematik Name
    Abteilung Tracheophyta (Gefäßpflanzen)
    Klasse Magnoliopsida (Bedecktsamer)
    Ordnung Rosales(Rosenartige)
    Familie Moraceae (Maulbeergewächse)
    Gattung Ficus (Feigen)
    Art Ficus carica (Echte Feige)

     
    Es gibt 2 Unterarten vom Ficus carica:

    • Ficus carica L. subsp. carica
    • Ficus carica subsp. rupestris

     
    Eine nahe Verwandte ist die Ficus palmata (Punjab-Feige), die kleine, gutschmeckende Früchte hervorbringt. Ficus carica und Ficus palmata lassen sich problemlos kreuzen und bringen fruchtbare Nachkommen hervor.

    HERKUNFT / VERBREITUNG

    Der Ficus carica ist über 4.000 Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Fruchtbäumen. Die Herkunft liegt vermutlich im asiatischen Mittelmeergebiet.

    EIGENSCHAFTEN

    Wachstum
    Der Ficus carica ist ein laubwerfender Strauch / kleiner Baum mit Wuchshöhen bis zu 5m, gelegentlich auch höher. Größe und Wuchsform sind stark von der jeweiligen Sorte abhängig.
    Frosthärte
    Einige Feigen-Sorten sind gut frosthart. Vorsicht ist aber bei Spätfrösten im Frühjahr geboten, wenn die ersten Knospen spriessen.
    In den rauen Gegenden Deutschlands mit angemessenem Schutzaufwand auspflanzbar gelten diese Feigensorten.

    HABITUS

    Rhizom / Wurzelsystem
    Feigen sind Herzwurzler, die ihr Wurzelwerk sehr flexibel an den jeweiligen Standort anpassen können.
    Im gemäßigten Klima entspricht das Wurzelwerk eher dem eines Flachwurzlers, da die Wurzeln genug Feuchtigkeit und Nährstoffe in den oberen Bodenschichten findet. In sehr trockenen Regionen können die Wurzeln dagegen auf der Suche nach Wasser auch sehr tief in den Boden vordringen.
    Wuchsform
    Der gräulich-braune Stamm ist meist knorrig und verzweigt häufig schon in geringer Höhe.
    Im Alter bildet der Ficus carica eine sehr ausladende Krone.
    Blätter
    Die Blätter können bis zu 20cm groß werden. Die Blattform ist stark von der jeweiligen Feigensorte abhängig und somit ein wesentlicher Faktor bei der Sortenbestimmung. Der Blattrand ist i.d.R. unregelmäßig gezähnt. Die dunkelgrüne Blattoberseite ist bei manchen Sorten rauhaarig. Die hellere Blattunterseite ist mit kurzen, flaumigen Haaren bedeckt.
    Blüten
    Die Blütenstände von Feigen sind als solche von außen nicht einfach erkennbar. Die grünen Blütenstände haben einen Durchmesser bis etwa 5cm und sehen eher wie kleine, unreife Feigen aus.
    Feigen können je nach Sorte jährlich bis zu 3x blühen:

    • Februar / März
    • Mai / Juni
    • August / September

     
    Feigen sind gynodiözisch, aber funktionell diözisch (zweihäusig getrenntgeschlechtig), d.h., es gibt männliche und weibliche Pflanzen.
    Man unterscheidet 3 Typen von Feigensorten:

    • Smyrna-Typ (smirniaca): Früchte reifen nur nach Befruchtung durch die Feigengallwespe (Blastophaga psenes). Da es die Feigengallwespe bei uns nicht gibt, sind diese Feigensorten bei uns nicht geeignet.
    • Adriatischer Typ (hortensis): Fruchtentwicklung ist auch ohne vorherige Befruchtung (parthenokarp) möglich. Feigen dieser Gruppe benötigen also keinen Befruchtungspartner. Von diesem Feigentyp gibt es 2 Untertypen:
      • Feigen mit 2 Feigengenerationen (Sommer- + Nachfeigen), z.B. die Sorten ‚Madeleine des deux Saisons‘ und ‚Brown Turkey‘
      • Feigen mit 1 Feigengeneration (Nachfeigen)
    • San-Pedro-Typ (intermedia): 1. Fruchtgeneration (Sommerfeigen) ohne vorherige Befruchtung, 2. Fruchtgeneration (Nachfeigen) nur mit vorheriger Befruchtung
    Früchte
    Feigen sind kugelig bis birnenförmig und je nach Sorte grün bis dunkelviolett. Das Innere der Früchte ist rot gefärbt. Die Schalendicke variiert nach Sorte.
    Feigen können bereits im 1. Pflanzjahr Früchte tragen. Größere Temperaturschwankungen führen ggf. zum frühzeitigen Fruchtfall.
    Feigen können je nach Sorte jährlich bis zu 3x fruchten:

    • Frühlings- / Vor- / Blütenfeigen (Brebas) reifen zwischen Juni und August aus dem Vorjahresholz. In frostigen Gegenden frieren die äußeren Triebe – und damit auch die Fruchtansätze – oftmals zurück. In dem Fall fällt die 1. Ernte aus.
    • Herbstfeigen reifen zwischen August und November aus dem diesjährigen Holz. Herbstfeigen reifen bei uns nur in Gegenden aus, wo sie entsprechend viele Sonnenstunden erhalten. Hilfreich ist es, wenn man auf möglichst frühreifende Sorten zurückgreift.
    • Nachfeigen reifen etwa bis Dezember aus dem diesjährigen Holz.

     
    Feigen benötigen etwa 3-5 Monate, um auszureifen. Gibt die Feige bei leichtem Druck nach und bilden sich erste leichte Risse in der Schale, dann ist die Feige reif. Feigen reifen i.ü. nach dem Pflücken nicht nach, sondern verderben. Gibt man etwas Olivenöl auf die Narbe, kann man den Reifeprozess beschleunigen.
    Die Samen der Feigen sind linsenähnlich.