Grasbaum: Steckbrief Xanthorrhoea

Die australische Botanik hat eine einzigartige Vielfalt. Viele dieser Pflanzen gibt es nur in ‚Down Under‘. Grasbäume sind hierbei womöglich die faszinierensten Vertreter der ‚Flora Australis‘.

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Systematik

Grasbäume (Xanthorrhoea) sind die einzige Pflanzengattung der Unterfamilie Xanthorrhoeoideae in der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae s. l.). Sie werden gelegentlich auch ‚Yacca‘ oder ‚Blackboy‘ genannt. Die Gattung der Grasbäume besteht aktuell aus 28 Arten.

Systematik Name
Domäne Lebewesen mit Zellkern (Eukaryoten)
Gruppe Taxon (Archaeplastida)
Reich Pflanzen (Plantae)
Abteilung Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Klasse Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Ordnung Spargelartige (Asparagales)
Familie Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae s. l.)

Herkunft / Verbreitung

Grasbäume sind lebende Fossile, die seit über 150 Millionen Jahren in Australien und Tasmanien beheimatet sind und dort oft den Unterwuchs in Eukalyptuswäldern bilden. Sie gehören inzwischen zu den bedrohten Pflanzen-Gattungen Australiens und unterliegen daher seit Jahren einem Export-Stop.

Eigenschaften

Wachstum

Grasbäume können bis zu 600 Jahre alt werden und erreichen Wuchshöhen bis etwa 6m. Mit einem Höhenwachstum von etwa 1-3cm pro Jahr (je nach Art) wachsen sie extrem langsam.

Frosthärte

Einige Grasbaum-Arten sind leicht frostverträglich bis etwa -7°C.

Habitus

Rhizom / Wurzelsystem

Grasbäume entwickeln ein fein-ausgebildetes, flaches, weitreichendes Wurzelwerk, um auch während längerer Dürrephasen noch Wasser aufnehmen zu können.

Stamm

Die meisten Grasbaum-Arten bilden im Laufe vieler Jahre einen verholzenden, gelegentlich leicht verzweigten Stamm. Der Stamm besteht innen aus Fasermaterial und aussen aus alten Blattbasen, die von Naturharz zusammengehalten werden. Bei einigen wenigen Arten ist die Sprossachse weitgehend unterirdisch und kann als Rhizom oder Knolle ausgebildet sein. Grasbäume haben ein sekundäres Dickenwachstum, das allerdings nur durch einen einzigen Kambiumring erfolgt.

Viele, aber nicht alle Grasbaumarten können Buschbrände überstehen. Hierbei schmilzt das Naturharz (Akaroidharz), fließt am Stamm herunter, verklebt dabei die Blattbasen und härtet dann unten am Stamm aus. So schützt sich der Baum (und das tief im Stamm verborgene Spitzenmeristem) bei Buschbränden. Sein Stamm ist durch den Ruß der Brände oftmals schwarz gefärbt (daher der englische Trivialname ‚Blackboy‘). Der botanische Gattungsname ‚Xanthorrhoea‘ leitet sich i.ü. vom griechischen ‚xanthos‘ für ‚gelb‘ und ‚rhoe‘ für ‚fließen‘ ab und bezieht sich auf das Harz. Das Harz wird von den Aborigines als Klebstoff verwendet.

Blätter

Grasbäume sind immergrüne Pflanzen. Sie bilden pro Tag etwa 1-3 grashalm-artige Blätter, die je nach Art kurz bis sehr lang sind und etwa 2-3 Jahre alt werden können. Abgestorbene Blätter hängen oft vertrocknet am Stamm herunter und schützen den Baum so vor Verdunstung und Bränden.

Blüten

Die meisten Grasbäume zählen zu den Feuerkeimern bzw. Pyrophyten, deren Verbreitung und Reproduktion durch Feuer gefördert wird. Direkt nach Buschbränden bilden diese Grasbäume Blütenstände, wodurch die Keimlinge nach dem Buschbrand wenig pflanzliche Konkurrenz haben und durch die Asche nährstoffreichen Boden vorfinden.

Die meisten Xanthorrhoea-Arten bilden ihren ersten Blütenstand frühestens im Alter von 5 Jahren. Die Blütenstände können bis zu 10cm pro Tag wachsen. An den langen, speerförmigen Blütenstanden bilden sich dann viele, kleine, zwittrige Blüten. Die Blütezeit variiert zeitlich je nach Art. Der Nektar der Blüten wird gelegentlich als süßes, alkoholisches Getränk zubereitet. Und der Blütenstand wird von den Aborigines gerne als Speer genutzt.

Früchte

Grasbäume bilden Kapselfrüchte mit jeweils etwa 3-6 Samen. Jeder Blütenstand kann bis zu 10.000 Samen produzieren. Die Samen bleiben etwa 5 Jahre keimfähig.


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