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Ficus carica: Pflege Feigenbaum

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    Ficus carica sind relativ pflegeleicht. Und die Vermehrung über Steckhölzer ist recht einfach und macht viel Spaß.

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    ALLGEMEIN

    Feigen sind grundsätzlich eher genügsam und anspruchslos.

    DÜNGUNG

    Feigen sollte man zwischen Anfang Mai und Ende August.
    Als Dünger empfiehlt sich ein Volldünger im NPK-Verhältnis 1-2-3 bzw. Vielfache davon, z.B. Hakaphos Rot.

    BEWÄSSERUNG

    Feigen preferieren möglichst kalkarmes Wasser, idealerweise Regenwasser.
    Während der Vegetationsphase sollte man Feigen regelmäßig ausgiebig gießen, insbesondere während längerer heisser Dürrephasen bzw. kurz vor der Fruchtreife. Staunässe sollte allerdings vermieden werden. Ein durchlässiges Substrat ist daher empfehlenswert.
    In den Wintermonaten benötigt eine ausgepflanzte Feige i.d.R. keine zusätzliche Bewässerung.

    SCHNITT

    Feigen sollten frühestens 2-3 Jahren nach Auspflanzung erstmals geschnitten werden, möglichst im Frühjahr kurz vor dem Austrieb. Insbesondere sollten zurückgefrorene und kranke Triebe sowie Wasserschösslinge entfernt werden. Da Frühlingsfeigen bzw. Brebas am letztjährigen Holz wachsen, sollte man beim Auslichten der Krone mit Bedacht schneiden.
    Feigen priorisieren die Versorgung der Trieb-Spitze (Apikaldominanz). Das kann man unterbinden, indem man die Endknospe abschneidet / ‚pinziert‘. Dies forciert die Bildung von Seitentrieben und sorgt für einen früheren Austrieb von Fruchtknospen. So können Herbstfeigen früher und damit verlässlicher ausreifen. Pinzieren sollte man einen Trieb aber erst, wenn er etwa 4-8 Blätter gebildet hat.
    Im Spätherbst hängen oft noch nicht ausgereifte Feigen am Baum. Falls diese schimmeln, sollte man sie entfernen, um zu verhindern, dass der Schimmel auch auf das gesunde Holz übergeht und den Baum schädigt.

    VERMEHRUNG

    Eine generative Vermehrung über Samenkörner ist grundsätzlich möglich, aber in unseren Breitengraden bei uns nicht wirklich sinnvoll.
    Damit Feigensamen keimfähig ist, muss er durch die Feigengallwespe befruchtet werden. Da es die Feigengallwespe bei uns nicht gibt, sind die aus dem eigenen Garten gewonnenen Feigensamen nicht keimfähig.
    Kauft man Feigen aus dem Supermarkt, so handelt es sich i.d.R. um Smyrna-Feigen, die bereits durch Feigengallwespen befruchtete Samen beinhalten. Bringt man diese bei uns allerdings zum Keimen, so entstehen Feigenbäume, die leider nie reife Früchte produzieren werden, weil Smyrna-Feigen eben dazu wieder die Feigengallwespen benötigen.
    Bei uns bietet sich daher nur die vegetative Vermehrung an, idealerweise über Steckhölzer.
    Eine vegetative Vermehrung hat den Vorteil, dass man den echten Klon einer Feige mit positiven Eigenschaften (Frosthärte, Fruchtgröße und -geschmack, etc.) erzeugen kann. Auch hier gilt: wenn man bei uns Früchte ernten will, sollten ausschließlich parthenokarpe Feigensorten genutzt werden, also selbstfruchtende Feigen-Sorten, die zur Befruchtung nicht auf die Feigengallwespe angewiesen sind.
    Im Gegensatz zur sonst üblichen Stecklingsvermehrung (über Triebspitzen) verwendet man bei der Steckholzvermehrung ca. 20-30cm lange, kräftige, gut-verholzte Zweig- / Astabschnitte von einem letztjährigen Trieb. Steckholz hat also 2 Schnittstellen und weder Blätter noch Wurzeln. Das Steckholz sollte im späten Winter (Februar / März) bei frostfreiem Wetter geschnitten werden. Normale Stecklinge sind weniger geeignet, da sie ggü. Steckholz dazu neigen, relativ schnell auszutreiben, statt zunächst – wie eigentlich gewünscht – zu wurzeln.
    Bringt man Steckhölzer aus dem Urlaub mit, so handelt es sich i.ü. leider meist um ungeeignete Smyrna-Sorten. Bringt man Steckhölzer aus Asien, Amerkia, Afrika oder Australien mit, benötigt man zusätzlich beim Import stets ein Pflanzengesundheitszeugnis.
    Bei der Bewurzelung von Steckhölzern ist möglicherweise unklar, wo oben und wo unten ist, auf welcher Seite also bewurzelt werden muss. Das kann man gut an den Blattknoten (Nodien) erkennen, die immer aus einer kreisrunden Fläche (wo ein Blattstiel saß) und einer Verdickung (aus dem ein neuer Seitentrieb oder eine Frucht erwachsen kann) bestehen. Die Flächen für die Blattstiele zeigen beim Steckholz nach unten, die Verdickung nach oben.
    Steckhölzer werden in der Regel tiefer gesteckt als Stecklinge. Minimum 2/3 des Steckholzes sollte im Substrat stecken. Um ein Austrocknen zu verhindern, wird die obere Schnittstelle häufig mit Baumwachs versiegelt.
    Man kann Stockhölzer direkt in Erde, in Moos, in feuchtem Zeitungspapier oder auch in einem Wasserglas bewurzeln, idealerweise bei 22-26°C. Nach Bewurzelung sollte man die Feige 3 Jahre im Kübel möglichst frostfrei überwintern. Danach ist eine dauerhafte Auspflanzung im Garten möglich.