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Exotengarten-Saison 2019/20 Mein Münchner Exotengarten 500m über NN

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    In meiner 9. Exotensaison pflanze ich erstmals eine Yucca faxoniana aus. Außerdem zieht eine bereits recht grosse Yucca rostrata ein.

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    2019/20
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    Februar 2019

    Mitte Februar fliegen die ersten 3 Gartenneulinge ein: meine inzwischen 2. Asimina triloba (dieses Mal eine selbstfruchtende ‚Prima 1216‘), meine 3. Yucca rostrata und erstmals eine Yucca faxoniana. Die Indianerbanane habe ich für 70€ (+13€ Versand) als 1.6m hohe Pflanze bei zitronenlust.de (über eBay) gekauft. Die Yucca rostrata habe ich für 190€ (+20€ Versand) als 1.7m hohe, gewurzelte Pflanze (Stammhöhe: 1.1m) über yucca-shop (über eBay) bestellt. Und die Yucca faxoniana habe ich für 165€ (+20€ Versand) als 1.2m hohe, gewurzelte Pflanze (Stammhöhe: 0.6m) bei American Desert Plants (über eBay) aus den Niederlanden gekauft.

    März 2019

    Am 03.03. pflanze ich die Yucca faxoniana und die Yucca rostrata auf der Südwestseite meines Gartens aus. Beim Auspflanzen der Yucca faxoniana ist das Substrat so trocken, dass die dünnen rötlichen Wurzeln beim Herausheben aus dem Topf mit der Erde grossteils abreissen. Echt ärgerlich! Die Yucca rostrata ist mit fleischigen roten Wurzeln super durchwurzelt, so dass ich sie samt Erdballen gut ins Pflanzloch bekomme.
    Nachdem der Winterschutz am 09./10.03. (bis auf die Faserbananen) auch bei den letzten Pflanzen abgebaut ist, ein 1. Fazit nach dem bei uns sehr milden Winter 2018/19: der Pediocactus sieht nicht gut aus. Er ist gräulich-bräunlich geworden. Mir scheint, die Nässe hat er nicht verkraftet. Darüber hinaus hat die Yucca gloriosa variegata starken Pilzbefall. Ich muss ihr leider etwa 50% der Blätter abschneiden. Der noch sehr kleine Eucalyptus neglecta sieht an den Blättern auch pilzig aus. Er war den Winter über komplett mit Mulch überdeckt. Das scheint ihm nicht so recht gefallen zu haben. Und der Olea europaea hat im Winterschutz-Zelt etwa 30% seiner Blätter verloren. Ansonsten hat alles im Garten den Winter schadlos überstanden. Sensationell!
    Die Salix integra ist Mitte März bereits voller grüner Blattknospen. Bei der Asimina triloba haben sich viele etwa 5mm große Blütenknospen gebildet. Und bei meiner kleinsten Trachycarpus fortunei schieben bereits erste Blütenstände. Der ganze Garten duftet jetzt übrigens herrlich nach den Blüten der Chimonanthus praecox.
    Am 17.03. pflanze ich meine neue Asimina triloba ‚Prima 1216‘ auf der Westseite des Grundstücks aus. Und an der neuen Yucca rostrata finde ich ein paar weisse schmierige Beläge, vermutlich von Wollläusen. Ich hoffe, das Problem löst sich in den nächsten Tagen von selbst. Es soll ja die Tage nochmal leichten Nachtfrost geben.
    Am 22./23.03. befreie ich meine 2 Musa basjoo vom Winterschutz. Die Scheinstämme der mit Mulch + Heizkabel geschützten Faserbanane machen einen gewohnt guten Eindruck. Die obersten ca. 5cm des Scheinstamms müssen abgeschnitten werden, da sie leicht matschig sind. Darunter schauen sie super aus – innen schön weiß und bereits mit ein wenig frischem Grün. Die Scheinstämme sind zwischen 1m und 1.2m hoch. Die andere Faserbanane hatte ich diesen Winter nur passiv mit Mulch + einem Styroporkasten darüber geschützt. Die Scheinstämme sind um einiges matschiger als bei der anderen Banane und müssen gut 10cm zurückgeschnitten werden. 2 der 4 Scheinstämme sind innen weiß, 2 eher braun-schwarz. Ich bin mal gespannt, ob alle Scheinstämme überlebt haben.
    Ende März tut sich was bei der Poncirus trifoliata: erste ganz kleine Blattknospen sind zu erkennen. Und die Asimina triloba ‚Sunflower‘ hat dieses Jahr etwa 150 Blütenansätze. Wahnsinn!

    April 2019

    Mitte April schiebt auch meine größte Trachycarpus fortunei ihre Blütenstände langsam heraus. Nur meine Standort-Älteste scheint wieder keine Blüten zu schieben. Kaum zu glauben, da sie Jahr für Jahr am schnellsten wächst, die meisten Wedel + den mit Abstand kräftigsten Stamm hat und mit einer Stammhöhe von über 1.5m längst alt genug wäre für Blüten. Kann es sein, dass manche Hanfpalmen nie geschlechtsreif werden? Seltsam!
    Die Chimonanthus praecox ist nun langsam verblüht. Zeitgleich bilden sich erste Blattknospen. Am Diospyros kaki spriessen erste Blattknospen. Im Exotenbeet auf der Nordwestseite bilden sich beim Lavandula angustifolia (Lavendel) und beim Artemisia abrotanum (Eberraute / Colakraut) 1. frische Blättchen. Auch das Festuca gautieri (Bärenfellgras) hat überlebt. Bei der Akebia quinata öffnen sich bereits erste Blüten. Und beim Nerium oleander und beim Hibiscus syriacus zeigen sich erste zarte Blättchen.
    Am Osterwochenende 20./21.04. entdecke ich viele kleine Fruchtansätze an der Chimonanthus praecox. In der 6. Saison also endlich erstmals Früchte! Beim Dicksonia antarctica schieben nun endlich erste kleine Wedelschnecken aus dem Stamminneren langsam nach oben. Das Imperata cylindrica ‚Red Baron‘ (japanisches Blutgras) sah nach dem Winter vertrocknet aus, bildet aber nun erste grüne Blattstengel. Auch bei der Albizia julibrissin sind 1. ganz kleine Blatttriebe erkennbar. Und bei den 2 blühenden Trachycarpus fortunei schieben inzwischen 4 Blütenstände (bei der Palme auf der Nordwestseite) und sensationelle 8 Blütenstände (bei der kleineren Palme auf der Südostseite).
    Und am 24.04. morgens auf dem Weg zur Arbeit dann die große Überraschung: sie kann es doch! Meine standortälteste Trachycarpus fortunei hat mit einer Stammhöhe von knapp 1.60m entschieden, dass sie in diesem Leben doch noch blühen will. Das 1. Mal! 2 Blütenstände! Gut 5 Wochen nach meiner kleinsten Hanfpalme, 2 Wochen nach meiner größten Hanfpalme und 1 Woche nach meinem Abgesang auf ihre Geschlechtsreife (Hanfpalme ausser Rand + Band (Fortsetzung)). Wahnsinn! Die späte Blütenbildung könnte theoretisch ein Indikator für eine weibliche Hanfpalme sein. Das wäre ja irre, nachdem meine 2 anderen Hanfpalmen Männchen sind. Gibt es dieses Jahr erstmals ‚Nachwuchs‘?
    Ende April entdecke ich dann auch erste Blattknospen bei der Ziziphus jujuba. Beim Echinocereus reichenbachii ssp baileyi albispinus zeigen sich 1. kleine Blütenansätze. Und bei meiner älteren Asimina triloba versuche ich, diese mit einem Pinsel manuell zu bestäuben.
    Ein finales Winterfazit: bis auf den Pediocactus haben alle Pflanzen den Winter sehr gut überstanden. Ob der Pediocactus die winterliche Feuchte ungeschützt nicht vertragen hat oder ggf. jemand z.B. beim Winterschutz-Aufbau drauf getreten ist, ist nicht ganz klar. Aber der Kaktus sieht leider gar nicht gut aus!

    Mai 2019

    Anfang Mai sind auch beim Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ 1. Blütenansätze zu erkennen. Ich freue mich schon wieder auf die tollen Blüten! Und beim Nerium oleander gibt es auch bereits 1. kleine Blütenansätze.
    Nachdem mein Pediocactus den Winter wohl leider nicht überstanden hat, pflanze ich am 04.05. 3 neue Kakteen in meinem Exotenbeet 1 (Grundstückseingang auf der Süd-Ostseite) aus: 2 Warzenkakteen – einen Escobaria vivipara + einen Escobaria sneedii ssp. leei – sowie einen Igelkaktus – einen Echinocereus triglochidiatus f. inermis. Geliefert wurden sie von kakteengarten.de, jeweils im 9cm-Topf, jeweils 6€ für die 2 Warzenkakteen bzw. stolze 20€ für den Igelkaktus.
    Das Sempervivum Triglensis ist wieder aufgetaucht! Urspünglich hatte ich das Sempervivum 2017 auf der Westseite des Grundstücks gepflanzt. Nachdem es (durch Schnecken?) extrem zurückgefressen wurde, habe ich einen letzten Mini-Ableger 2018 in mein Kiesbeet auf der Süd-Ostseite versetzt. Dieses Frühjahr schien auch dieses Sempervivum wieder weggefressen zu sein – bis heute. Da entdecke ich es ganz klein im Kies versteckt.
    Und der Kakteenirrsinn geht weiter: am 07.05. pflanze ich einen gerade einmal 3cm großen, wurzelnackten Escobaria missouriensis in meinem Exotenbeet 1 aus. Bestellt habe ich ihn für knapp 4€ über eBay. Er wurde als einziger quasi-winterharter Kugelkaktus, der ohne Regenschutz Frost bis zu -25°C überstehen soll. Ich bin gespannt!
    Man liest ja immer, dass es zur Befruchtung von Asimina triloba bei uns an ‚interessierten‘ Insekten fehlen würde. Jetzt, wo die Indianerbanane in voller Blüte ist, stelle ich beim manuellen Bestäuben immer wieder fest, dass viele sehr kleine Fliegen (Fruchtfliegen?) und Käferchen in den Blüten hocken.
    Am 14.05. pflanze ich 2 weitere Exoten aus. Einerseits einen etwa 5cm großen Echinocereus viridiflorus (dw), den ich bei uhlig-kakteen.de (über rakuten.de) für 8€ (ohne Versand) bestellt habe und nun in meinem Exotenbeet 1 ausgepflanzt habe. Er hat bereits 6 ausgebildete Blütenknospen. Gefällt mir! Außerdem habe ich eine weitere Akebia quinata ‚Rosea‘ (dieses Mal also eine rot-blütige) für 16€ (ohne Versand) bei baumschule-aurea.de (über eBay) bestellt. Sie kommt ins Exotenbeet 3 auf der Nordwestseite meines Grundstücks, direkt neben meine weisse Klettergurke. In der Hoffnung auf gute Befruchtung!
    Da sich im oberen Bereich des Albizia julibrissin auch Mitte Mai keine Neutriebe bilden, kürze ich den Schlafbaum um über 1m auf eine Resthöhe von etwa 1.6m. Es scheint, als hätten die oberen Zweige den Winter nicht überstanden.
    Meine 2 Trachycarpus fortunei auf der Südseite haben inzwischen 9 bzw. 3 Blütenstände gebildet, während die auf der Nordseite 4 Blütenstände gebildet hat. Meine kleinere Hanfpalme auf der Südseite (mit den 9 Blütenständen) hat i.ü. auch diese Saison wieder die meisten (wenn auch sehr überschaubaren) Frostschäden an den Wedeln. Sie scheint doch ein wenig frostkritischer zu sein.
    Am 19.05. gibt es endlich Gewissheit: IT’S A G-I-R-L!!! Nachdem meine 2 anderen Trachycarpus fortunei beide Männchen sind, ist meine Dritte zum Glück ein Weibchen. Die Blüten sind deutlich grünlich-gelb, etwas größer als bei den Männchen und etwas später dran. Die Indizienlage ist eindeutig. Einer Befruchtung steht nichts mehr im Weg. Juhu!
    Heute muss ich mal was nörgeln… Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich mein Dicksonia antarctica eher rückwärts entwickelt: quasi kein Wachstum und neue Wedel werden immer kleiner und schieben jedes Jahr später. Ende Mai haben sich gerade mal 3 ganz kleine Wedelrollen entwickelt. Auch der Albizia julibrissin ist bis dato recht enttäuschend: nicht nur, dass ein grosser Teil des Stamms erfroren ist, sondern auch, dass sich erst jetzt ganz zart erste neue Triebe entwickeln. Klar, der Mai war recht frisch, aber der Winter war auf der anderen Seite auch sehr mild. Die Passiflora haben auch durchgängig wieder nicht überlebt. Sie sehen immer nach dem Winter recht vital aus, sind auch unter der Rinde noch schön grün, aber sobald ich im frostfreien Frühjahr abgestorbene Triebe abschneide, vertrocknen die Pflanzen in kürzester Zeit gänzlich. Sollte ich vielleicht mal schon im Herbst zurückschneiden?
    Ende Mai ist meine Clematis ‚Nelly Moser‘ übervoll mit Blüten. Die Blüten meiner anderen Clematis ‚Carnaby‘ sind dagegen noch geschlossen.
    Über eBay habe ich eine interessante Yucca Hybride erstanden: eine Yucca recurvifolia (Floribunda) x linearifolia ‚Tarantino Ice‘ (MW3-2016). Diese wurde 2016 durch Matthias Weissmüller hybridisiert und wird als ‚absolut winterhart, nässeverträglich, wüchsig sowie stammbildend‘ beschrieben. Ich habe direkt bei Matthias Weissmüller bestellt und 12.80€ inkl. Versand für eine wurzelnackte Pflanze bezahlt. Am 30.05. pflanze ich sie auf der Südwestseite meines Grundstücks aus, direkt neben der rostrata und der faxoniana.

    Juni 2019

    Anfang Juni gestalte ich mein Exotenbeet 2 auf der Südwestseite meines Grundstücks im Stil meines Exotenbeets 1 auch zu einem Kiesbeet um. Es ist sehr überschaubar (2.10mx0.85m) und soll als reines Wüstenbeet fungieren. Bislang umfasst es 3 Yuccas: Yucca rostrata, Yucca faxoniana + Yucca recurvifolia (Floribunda) x linearifolia. Ggf. wird es zukünftig noch durch kleinere Kakteen angereichert.
    Am 02.06. blüht mein 1. Kaktus: der Warzenkaktus Escobaria vivipara. Die Blüte ist eher klein (ca. 3cm Durchmesser), aber in einem schön-kräftigen Pink + innen gelb gefüllt. Und bei meinem Diospyros kaki entdecke ganz viele, kleine Blütenknospen. Für mich sehen die immer wie eingepackte Bonbons aus.
    Generell sind wir diese Saison ggü. der letzten ca. 2-3 Wochen hinten dran. Der März war zunächst noch super. Die Grünlandtemperatursumme (GTS200) wurde entsprechend sehr früh am 20.03. erreicht. In Konsequenz haben z.B. die Hanfpalmen sehr früh erste Blütenstände geschoben (2019/20: 15.03.19 vs. 2018/19: 07.04.18, 2017/18: 02.04.17, 2016/17: 20.04.16). Aber der April war nicht gut und der Mai war deutlich zu kalt, mit wenig Sonne und sehr viel Niederschlag.
    Meine Asimina triloba ‚Sunflower‘ hat die letzten Tage auffallend viele ganz kleine schwarze Punkte an Blättern, Blüten und Fruchtansätzen. Über meine Facebook-Gruppe wurde mir der Hinweis gegeben, dass es sich ggf. um den Pilz ‚black spot‘ handelt. Dieser tritt u.a. bei feuchtem Klima und gerne bei Mulchung auf. Da ich die Unmengen an Mulch, die ich zum Winterschutz meiner Bananen genutzt hatte, im Frühjahr auf den Beeten (u.a. bei der Indianerbanane) verteilt hatte, war dies vermutlich der Auslöser. Ich habe den Mulch nun bei der Indianerbanane entfernt. Hoffen wir mal, dass ich den Pilz auch ohne Chemiekeulen los werde…
    Am 03.06. zeigt sich ganz zart eine 1. rote Blüte an einer der Delosperma.
    Am 05.06. mache ich mal eine Bestandsaufname bei meiner Asimina triloba ‚Sunflower‘: von den urspünglich 150 Blütenansätzen (2018: 28) haben 78 Blüten (2018: 10) sensationelle 238 Fruchtansätze (2018: 38) gebildet. Sicher wird die Pflanze noch diverse Fruchtansätze abwerfen, aber hoffentlich werden es im Spätherbst doch einige mehr als die 2 ausgereiften Früchte in 2018.
    Am 07.06. entdecke ich an einer meiner Passiflora caerulea jetzt doch noch zarte neue Triebe. Wer hätte das gedacht! Zeitgleich pflanze ich 4 neue caerulea auf der Westseite meines Grundstücks: eine ‚Pierre Pomie‘, 2 normale und eine ‚Chinensis‘.
    Mitte Juni blüht dann mein Igelkaktus Echinocereus baileyi v. albispinus sowie die 2 Warzenkakteen Escobaria sneedii ssp. leei + Escobaria missouriensis. Und an meinem Olea europaea tummeln sich – wie jedes Jahr – wieder einige Schmierläuse.
    Am 16.06. sind an der Asimina triloba ‚Sunflower‘ nur noch 60 Fruchtansätze (von ursprünglich 238) über. Den Rest hat die Pflanze innerhalb der letzten 11 Tage abgeworfen. Womöglich hat auch der Starkregen mit leichtem Hagel seinen Teil dazu beigetragen.
    Am 20.06. hat der Nerium oleander seine 1. Blüte entfaltet. Auch der Diospyros kaki blüht nun. Und die Fruchtansätze an der Asimina triloba werden nun rasch merklich größer.
    Am selben Tag pflanze ich 4 weitere Kakteen aus: 3 Igelkakteen – einen Echinocereus reichenbachii ssp. caespitosus (weißdornig), einen Echinocereus coccineus und einen Echinocereus triglochidiatus f. inermis (Hybride) – und einen Warzenkaktus – einen Escobaria missouriensis v. caespitosa. Die Kakteen habe ich alle bei Winter-Kaktus bestellt, die damit werben, dass sie nur völlig winterharte Kakteen verkaufen, die sie selber in der Nähe von Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) komplett ohne Winterschutz kultivieren. Laut eigener Angaben gibt es dort etwa 500-600mm Niederschlag pro Jahr. 3 der Kakteen haben 5€ gekostet, ein etwas größerer 10€. Alle 4 Kakteen kommen in mein Exotenbeet auf der Südwestseite meines Grundstücks.
    Jetzt geht es Schlag auf Schlag: der Olea europaea und der Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ öffnen ihre 1. Blüten. Am Olea europaea sind leider weiterhin einige Wollläuse aktiv. Und an den inzwischen verblühten Blütenständen einer der männlichen Trachycarpus fortunei werden Blattläuse eifrig von Ameisen gemolken.
    Wie schon letztes Jahr stoße ich auch dieses Jahr beim Abschneiden der verblühten Blütenstände wieder auf eine Trachycarpus fortunei, die neben 8 männlichen auch 1 weiblichen Blütenstand gebildet hat. Der weibliche Blütenstand wurde hierbei etwa 3 Wochen später gebildet als die 8 männlichen. Letztes Jahr war es die Hanfpalme auf der Nordwestseite des Grundstücks, dieses Jahr die männliche auf der Südostseite des Grundstücks. Verrückte Natur!
    Die Asimina triloba hat dieses Jahr – gefühlt – besonders große Blätter. Ich messe Blattlängen bis zu 35cm. Wahnsinn!
    Uiiii! An meinem Albizia julibrissin habe ich an 3-4 Stellen winzige neue Triebe in den Zweigachseln entdeckt. Das werden doch wohl nicht etwa 1. Blüten? Das wäre ja der Hammer! Und bei meiner weiblichen Trachycarpus fortunei sieht es so aus, als ob sich 1. kleine Früchte bilden. Ein Blütenstand ist allerdings stark von Läusen befallen.
    Ende Juni entdecke ich am Hibiscus syriacus + an der Ziziphus jujuba 1. Blütenansätze. Und der Diospyros kaki bildet Fruchtansätze.
    Mein Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ wird dieses Jahr vermutlich 33 tolle Blüten bilden.
    An meiner Asimina triloba hängen inzwischen nur noch 21 große (mehr als kirschgroß) + 5 kleine, stark zurückgebliebene Früchte. Außerdem pflanze ich wieder mal 2 Passiflora incarnata, obwohl ich es bislang nicht geschafft habe, Passionsblumen dauerhaft bei mir im Garten zu etablieren. Und der Nerium oleander hat inzwischen eine stattliche Höhe von 1.30m.
    Ende des Monats führe ich eine Vermessung meiner 4 Trachycarpus fortunei durch. Bei ID4 handelt es sich um eine Wagnerpalme. Die Zahlen in Klammern stellen die Veränderung ggü. Oktober 2018 dar:

    ID Auspflanzung Stammhöhe #neue Wedel
    1 2014 160cm
    (+20)
    7
    2 2015 130cm
    (+17)
    7
    3 2015 170cm
    (+10)
    4
    4 2017 11cm
    (=)
    2

    Das Wachstum der Hanfpalmen kommt damit nicht ganz an die Rekord-Saison 2018/19 heran. Schuld ist vermutlich der sehr durchwachsene Mai. Trotzdem zeigen die Hanfpalmen auch diese Saison wieder ein tolles Wachstum.

    Juli 2019

    Die ersten 2 Juli-Wochen bin ich in Andalusien und kann den Garten daher nicht gießen. Obwohl es gar nicht sonderlich heiss ist und zwischendurch auch mal regnet, sind 5 Blätter meiner Musa basjoo auf der Nordseite vertrocknet. Meiner Faserbanane auf der Westseite geht es dagegen gut.
    Mitte Juli sind die Früchte an meiner weiblichen Trachycarpus fortunei inzwischen mehr als pfefferkorn-groß. Leider ist ein Blütenstand stark mit Läusen befallen. Ich versuche, die Läuse homöopathisch zu vertreiben mit 10 Streukügelchen Cimicifuga racemosa C30 (auf 1l lauwarmes Wasser in der Sprühflasche). I.ü. haben von den 3 Blütenständen nur 2 Früchte gebildet. Der 3. Blütenstand hat sich seit Mitte Mai nicht weiterentwickelt: er hat sich – noch vollständig in seinen Hüllblättern verborgen – nur etwa 15cm weit herausgeschoben.
    Am Olea europaea tummeln sich weiterhin Wollläuse. Mein Exotenbeet 1 (auf der Südostseite) wird leider – insbesondere unter dem Olivenbaum – mehr und mehr von Klee bevölkert. Die Passiflora haben kräftig zugelegt. Die 1 Passionsblume, die den Winter überstanden hat, hat sogar einen neuen Wurzelausläufer gebildet.
    Nachdem ich im Februar großspurig das Entschleunigte Exotengärtnern angekündigt hatte, nun ein erstes Zwischenfazit: diese Saison habe ich bis dato wirklich erst 3x (mit Hakaphos) gedüngt. Nun habe ich auch noch etwa 20 Wedel an meinen 3 großen Trachycarpus fortunei entfernt. So gefallen sie mir einfach besser. Weniger Dünger, weniger Wedel: entschleunigtes Wachstum. Check! Nur beim Wässern hat es mit dem Entschleunigen dann doch noch nicht ganz so funktioniert. Das mag ich meinen Palmen bei dem heissen, trockenen Sommer einfach nicht antun…
    Am 20.07. hat auch mein Hibiscus syriacus endlich die ersten Blüten geöffnet. Und an der Asimina triloba hängen noch 22 inzwischen pflaumengroße Früchte. Die Früchte der Chimonanthus praecox werden nun sukzessive braun und schrumpeln dann.
    Am 31.07. vermesse ich die Früchte an meiner Asimina triloba ‚Sunflower‘: die größte ist etwa 8.0cmx4.5cm, die kleinste 2.5cmx2.5cm. Im letzten Jahr waren die 2 Früchte ausgereift (am 22.09.2018) beide etwa 6.0cmx4.0cm groß.

    August 2019

    Der Olea europaea sieht diese Saison nicht so gut aus: einige Monate war er von Wollläusen befallen, hat dann den Sommer über viele Blätter verloren und aktuell gibt es nur 3 kirschkerngroße Früchte. Ich bin mir allerdings noch nicht ganz im Klaren, ob die Wollläuse Schuld sind, ich falsch gieße oder die davorstehende Hanfpalme zuviel Sonne nimmt…
    Meine 3 großen Trachycarpus fortunei haben am 04.08. Stammhöhen von 165cm + 135cm (Exotenbeet 1) sowie 175cm (Exotenbeet 4).
    Mein Diospyros kaki hat die letzten 2 Wochen sukzessive alle 8 Früchte abgeworfen. Die Früchte waren etwa 3cm groß.
    Am 11.08. hängen an meiner Asimina triloba noch 20 Früchte. Auch der Nerium oleander bildet nun erste Hülsenfrüchte aus.
    Diese Saison war der Sommer bislang doch eher durchwachsen: herrlicher Mai, bescheidener Juni, herrlicher Juli, bescheidener August. Das merkt man durchaus auch beim Wachstum der Exoten: die Musa basjoo wachsen merklich langsamer, die Früchte der Asimina triloba und der Ziziphus jujuba sind deutlich später dran. Auch der Olea europaea hinkt etwas hinterher: wenig Blätter und nahezu keine Früchte.
    Am 17.08. vermesse ich mal den Stammumfang einiger meiner Gehölze:

    Pflanze Stammumfang
    Bitterzitrone 7.5cm
    chinesische Dattel 13.0cm
    Indianerbanane ‚Prima 1216‘ 6.0cm
    Indianerbanane ‚Sunflower‘ 14.5cm
    Kakibaum 8.0cm
    Seidenakazie 12.0cm

    Bei herrlichem Wetter versuche ich mich am 18.08. an einer Stecklingsvermehrung von meinem Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘: mit einer Holzzange habe ich ein Ohr von der Mutterpflanze abgebrochen und dieses im Exotenbeet 1 in unmittelbarer Nähe zur Mutterpflanze mit der Wundstelle nach unten in die Erde gesteckt. Auf ein Angießen habe ich verzichtet. Mal schauen, ob es so einfach funktioniert. Abends gönne ich mir als ‚Sundowner‘ ein Glas ‚Don Papa‘-Rum mit Cola + Eis. So schmeckt der Sommer… herrlich!
    An meinem Olea europaea zähle ich leider nur 3 – inzwischen fast ‚ausgewachsene‘ – Oliven. Und die Ziziphus jujuba trägt gar nur 1 etwa apfelkerngroße Frucht.

    September 2019

    Am 05.09. scheint der Sommer vorbei: morgens hat es jetzt unter 10° und tagsüber bleibt es deutlich unter 20°.
    Mitte September ist der Nerium oleander so gut wie verblüht, dafür aber übervoll mit Früchten.
    Eine Frucht der Asimina triloba haben wir leider beim Fußball-Spielen abgeschossen. Sie ist etwa 6cm lang, 3cm breit und besitzt 2 Kerne. Das Fruchtfleisch ist noch komplett weiß und daher unreif. Vermutlich werden auch die restlichen Früchte diese Saison leider nicht mehr ausreifen.
    Am Olea europaea haben sich wie schon im Frühjahr wieder Wollläuse breit gemacht. Offenbar muss ich mich damit abfinden, dass der Olivenbaum immer im Frühjahr und Herbst Wolllaus-Befall hat…
    Am 20.09. hats bei uns morgens um 7:00 Uhr gerade noch 1.7°C. Und die Scheiben der auf der Straße parkenden Autos sind leicht vereist. Verrückt!
    Am 29.09. werden meine Exoten mit speziellem Herbst-Dünger (von Green 24) auf den Winter vorbereitet: für den kompletten Garten geht eine 250ml-Flasche drauf, die analog Dosierungsanleitung mit etwa 75l Wasser ‚gestreckt‘ wurde.

    Oktober 2019

    Am 01.10. liegt eine 2. Asimina triloba am Boden (die 1. hatten wir ja leider beim Fußball-Spielen unreif herunter geschossen). Nachdem Ende September der Sturm ‚Mortimer‘ in Deutschland gewütet hat, vermute ich, dass dies der Grund für das Abfallen ist. Beim Aufschneiden dann die Überraschung: das Fruchtfleisch ist bereits weich und leicht gelb mit 3 Kernen drin. Und das Verkosten gibt Gewissheit: vielleicht noch nicht vollreif, aber definitiv bereits reif + extrem lecker. Juhu!
    Da mein Olivenbaum wie schon im Frühjahr jetzt wieder von Wollläusen befallen ist, schaue ich mir das Ganze mal aus der Nähe an und stelle fest: es sind gar keine Wollläuse, sondern es ist der Euphyllura olivina bzw. der Ölbaumblattfloh, wie er gelegentlich im Deutschen bezeichnet wird.
    Es herbstelt in Bayern: Anfang Oktober haben die Asimina triloba, die Musa basjoo, der Hibiscus syriacus, die Ziziphus jujuba und die Poncirus trifoliata inzwischen erste gelbe Blätter bekommen bzw. verlieren sogar schon die ersten.
    Am 06.10. liegt eine 3. Asimina triloba am Boden. Auch sie scheint noch nicht voll ausgereift (weder farblich noch vom Drucktest her) und ist daher vermutlich ein weiteres ‚Opfer‘ des stürmischen Wetters. Ich lasse sie mal ein paar Tage zwischen ein paar Äpfeln liegen und schaue, ob sie noch etwas nachreift.
    Kurz etwas privates: am 07.10. wird mein Elektroroller ‚eRetro Star‘ von Nova Motors endlich geliefert. Ich habe ihn vor ca. 3 Wochen bei Aldi online für 999,-€ bestellt. Klasse sieht er aus!
    Zwischen 09.10. und 14.10. wirft meine Asimina triloba nun 11 vollreife Früchte ab. Ggü. letzter Saison (22.09.) hinkt die Vollreife aufgrund des nicht gar so heißen Sommers also etwa 2.5 Wochen hinterher. Die restlichen 7 Früchte am Baum pflücke ich heute auch noch, da ich aus den Früchten Indianerbananen-Marmelade mache. Größe und Gewicht sämtlicher Früchte finden sich hier.
    Auch am 11.10. blüht noch eine Passiflora, genauer gesagt, eine Passiflora incarnata. Generell sind meine Passionsblumen – vorallem die, die den Winter draussen überwintert haben – erst im Spätsommer so richtig gewachsen.
    Am 13.10. führe ich wieder meine jährliche Palmenvermessung durch. Im Exotenbeet 1 hat meine standort-älteste Palme ein Stammwachstum von 30cm (bisheriger Rekord: 35cm) und die andere ein Stammwachstum von 27cm (bisheriger Rekord: 23cm) hingelegt. Im Exotenbeet 4 hat meine dortige Hanfpalme ein Stammwachstum von 20cm (bisheriger Rekord: 13cm) erreicht. Und die noch sehr kleine Wagnerpalme hat nun immerhin schon mal 5 neue Wedel produziert.
    Ende Oktober haben die 2 Asimina triloba ein wunderschönes gelbes Blätterkleid. Der Diospyros kaki und die Albizia julibrissin haben schon einige Blätter verloren. Und die Kakteen haben ihren Wassergehalt inzwischen merklich reduziert.
    Das perfekte Wochenende, um mit dem Winterschutz zu beginnen: am 26.10. hat es 20°, strahlenden Sonnenschein und kein Wölkchen am Himmel und nächste Woche solls ersten Frost und Schnee geben. Also:

    • Strom-Verlängerungskabel Richtung der zu beheizenden Exoten verlegt (Hanfpalmen, Olivenbaum, Oleander, Faserbanane, Rauschopf)
    • Yuccas: Wurzelbereich mit Wurzelschutz ausgelegt, Campingtisch über Yuccas platziert + mit schweren Steinen fixiert
    • Rauschopf: Blätter mit Zurrgurt zusammengebunden, Heizkabel den Stamm hoch verlegt + Schutzmatte im Wurzelbereich verlegt
    • Faserbananen: Scheinstämme auf etwa 1m (aktiv geschützt) bzw. 20cm (passiv geschützt) eingekürzt; Schutzbau (für Aktivschutz) mit 4 Holzpfählen + Maschengewebe vorbereitet

    November 2019

    Am 10.11. hat es morgens um 5:30 Uhr erstmals Frost (-1.5°C). Die jungen / dünnen Wedel des Baumfarns sind dunkelgrün / braun geworden, haben also leichte Frostschäden.
    Am 16.11. geht es mit dem Winterschutz weiter. Der Dicksonia antarctica bekommt schon mal ein 4m-Heizkabel und eine Styroporumhausung (noch ohne Deckel). Die Musa basjoo im Exotenbeet 3 wird – wie letzten Winter – nur passiv mit einer Styroporkiste über den auf 20cm eingekürzten Scheinstämmen geschützt. Bei beiden Pflanzen verzichte ich dieses Jahr auf den Mulch. Hoffentlich klappt das. Außerdem fülle ich die mit Maschengewebe und Holzpfählen errichte Umhausung der Musa basjoo im Exotenbeet 5 schon mal etwa 40cm hoch mit Mulch und lege ein 8m-Heizkabel rein. Und der Nerium oleander bekommt ein 4m-Heizkabel sowie ein ganz einfaches Tomaten-Gewächshaus über den Kopf.
    Nach dem 1. Frost sind die Blätter einiger Exoten bereits stark lädiert: viele Blätter vom Dicksonia antarctica sind dunkelgrün / braun, bei der Albizia julibrissin sind alle Blätter komplett braun und die Ziziphus jujuba, der Acer palmatum ‚atropurpureum‘, der Diospyros kaki + die Asimina triloba haben bereits alle Blätter abgeworfen.
    Generell möchte ich meinen Winterschutz nun die nächsten Jahre sukzessive vereinfachen. Der Aufwand ist eh schon groß. Und die Pflanzen werden immer größer. So werde ich dieses Jahr auf alle Fälle den Winterschutz der Trachycarpus fortunei verändern: statt Mulchung des Wurzelbereichs verlege ich dort Styroporplatten. Und statt Schutzgestell werden die Hanfpalmen einfach mit Schilfmatten umwickelt und bekommen eine Vlieshaube über die Krone. Bei den größeren Yuccas werde ich statt Campingtischen diesen Winter eine Art Tippi-Zelt (aus Bambusstangen) testen. Und mein Dicksonia antarctica + meine passiv-geschützte Musa basjoo werden nur mit Styroporplatten umbaut. Mulch lasse ich im Schutzbau – im Gegensatz zu den letzten Wintern – bei beiden weg. In Summe spare ich so auch eine Menge Mulch (3x Hanfpalme, 1x Faserbanane, 1x Baumfarn). Eine besondere Aufmerksamkeit gilt natürlich auch wieder den Exoten, die den 1. Winter draussen verbringen, vorallem der Yucca faxoniana + der Yucca rostrata im Exotenbeet 2.
    Am Wochenende 23./24.11 hat es nochmal richtig schönes Wetter mit Temperaturen bis knapp 15°C. Ideal, um den Winterschutz nun für alle Pflanzen weiter vorzubereiten. So wickele ich den 3 Trachycarpus fortunei schon mal jeweils ein 14m-Heizkabel über den Wurzelbereich den Stamm hoch bis in die Krone. Der Schutzbau der aktiv geschützten Musa basjoo im Exotenbeet 5 wird nun etwa 1m hoch mit Mulch aufgefüllt. Oben wird der Schutzbau mit einem Regentonnendeckel abgedeckt und bekommt einen XXL-Vlies übergezogen. Meine Yucca faxoniana + meine Yucca rostrata im Exotenbeet 2 bekommen jeweils ein Tipi-Zelt aus Bambusstöcken und einen Vliessack darüber. Außerdem bekommt meine Yucca faxoniana in ihrem 1. Winter ein 8m-Heizkabel spendiert. Es wäre zu schade, wenn sie den Winter nicht überstehen würde. Der Dasylirion wheeleri erhält ebenfalls einen XXL-Sack übergezogen. Und das Zelt für den Olea europaea haben wir bereits aufgestellt.

    Dezember 2019

    Anfang Dezember sinken die Nachttemperaturen kurzzeitig bis -5°C. Für die ersten Exoten (Musa basjoo, Olea europaea, Nerium oleander + Dicksonia antarctica) wird es nun langsam ernst. Der Winterschutz wird daher nun finalisiert + für ein paar Nächte geschlossen.
    Mitte Dezember haben sich bereits die 1. Blüten der Chimonanthus praecox geöffnet.
    Am 15.12. ist es mittags so warm, dass wir nochmal grillen. Es hat was Absurdes: Mitte Dezember grillen wir in unserem Exotengarten, trinken Prosecco und hören dabei lautstark Weihnachtslieder. Schön wars!
    Bei Tchibo wird online ein Winterschutzzelt für 50€ angeboten. Es handelt sich um ein durchsichtiges, stabilisiertes PopUp-Zelt mit einer Höhe von 1.6m und einer quadratischen Grundfläche 1.0mx1.0m. Zur Belüftung / Bewässerung ist es mit einer Reissverschluss-Tür versehen. Das Zelt wird am Boden mit Heringen fixiert und hat ein gebogenes Dach, so dass sich Regen / Schnee dort nicht sammeln kann. Ich kaufe ein solches Zelt und nutze es direkt als Schutz für meinen Nerium oleander.

    Januar 2020

    Mitte Januar steht die Chimonanthus praecox wieder in voller Blüte und verwandelt den Garten traditionsgemäß in eine kleine Parfumerie. Irre!
    Der Januar gestaltet sich wie schon letztes Jahr wieder extrem mild. Die absoluten Tiefsttemperaturen lagen bis dato etwa bei -7°C. Das entspricht Klimazone USDA8b. Normal wird unsere Gegend mit USDA6b angegeben. Bis jetzt ist Winterschutz bis auf den Passivschutz für die Musa basjoo und den Dicksonia antarctica nicht erforderlich gewesen.

    Februar 2020

    Auch Mitte Februar lässt der Winter weiter auf sich warten. Dafür ist es auch diesen Winter wieder mehrfach richtig stürmisch. Für den 10./11.02. ist nun Orkan ‚Sabine‘ angesagt, voraussichtlich mit Windstärke 11-12 bzw. Windgeschwindigkeiten bis 120km/h + starkem Niederschlag. In der Presse wird schon große Panik geschoben: Schulen bleiben teilweise geschlossen, Bahn- + Flug-Gesellschaften warnen vor Ausfällen, es droht Hochwasser-Gefahr, etc.. Für mich heisst das: alles, was im Garten, nicht niet- + nagelfest ist, wird verstaut. Das betrifft u.a. auch die provisorisch errichteten Winterschutzbauten für meine Exoten, z.B. das Olivenbaum- + das Oleander-Zelt sowie die Yucca-Überdachungen.

    Meine Saison-Erkenntnisse

    1. Man kann die Scheinstämme von Faserbananen auch im frostigen Bayern passiv geschützt erfolgreich über den Winter bringen, zumindest in milden Wintern wie 2018/19.
    2. Die erstmalige Blütenbildung bei Hanfpalmen kann erheblich variieren. Bei mir haben die Hanfpalmen mit einer Stammhöhe zwischen 50 und 150cm das 1. Mal Blüten gebildet.
    3. Offensichtlich gibt es sehr wohl einige einheimische kleine Fliegen und Käfer, die sich für die Blüten der Indianerbanane interessieren.
    4. Pflanzt man Baumfarne an einen vollsonnigen Standort, so besteht die Gefahr, dass die Stammwurzeln sukzessive vertrocknen, da man diese nicht mehr im erforderlichen Maß feucht halten kann. In Konsequenz zeigen vollsonnig gepflanzte Baumfarne oft ein deutlich verringertes Wachstum mit klein-bleibenden Wedeln.
    5. Dicke Mulchschichten im Wurzelbereich von Pflanzen können Keimzelle für Pilzbefall sein (wie z.B. bei meiner Indianerbanane). Zukünftig werde ich den Mulch, den ich für den Winterschutz von Palmen und Bananen benötige, nicht anschließend auf meinen Beeten verteilen.
    6. Olivenbäume brauchen nur sehr wenig Wasser. Bei zuviel Nässe wird der Baum viele Blätter ab.
    7. Wenn am Olivenbaum kleine weisse Gespinste an Blättern, Trieben oder Blüten hängen, ist gerade bei ausgepflanzten Bäumen die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um den Ölbaumblattfloh / Euphyllura olivina (und nicht um Wollläuse) handelt.