Exotengarten-Saison 2020/21 Mein Münchner Exotengarten 500m über NN

Jetzt wird es 2-stellig: meine 10. Exotensaison. Irre. Es wird wieder einiges umgestaltet und meine 2 ersten Grasbäume ziehen ein: ein mexikanischer Grasbaum, der eigentlich ein Rauschopf ist und ein australischer Grasbaum – der ‚Blackboy‘. Ein Traum wird wahr!

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Februar 2020

Der extrem milde Winter 2019/20 ist sicher ein guter Start für die neue Gartensaison. Zunächst geht es um einige Veränderungen bei uns im Garten. Einerseits wollen wir unsere etwa 4m lange Rosenwand + die dortige Sitzgelegenheit (den in die Jahre gekommenen Strandkorb) auflösen, da die Rosen Jahr für Jahr extrem von Russtau befallen sind und so keine große Blütenfreude darstellen. Dann muss unsere sicher schon 7-8m hohe Zierkirsche weichen, da die Wurzeln inzwischen an vielen Stellen im Garten hochkommen + die Kirsche einfach zu groß geworden ist. Und unser Fargesia-Bambus muss auch weichen, da er sich ebenfalls stark ausbreitet und derweil schon den Garten unserer Nachbarin okkupiert.

Ersatz muss her: am 14.02.20 bestelle ich beim Palmenmann einen mexikanischen Grasbaum (Dasylirion longissimum) für 110€ (bzw. 150€ mit Lieferkosten). Es dauert dann doch bis zum 28.02., bis der Baum geliefert wird. Die Lieferung dauert wohl auch deswegen so lange, weil der Palmenmann ganz offensichtlich nur Zwischenhändler ist (wie eine Vorab-Mail zeigt: ‚… Ihre bestellte Ware ist bereits bei uns eingetroffen…‘). Der Grasbaum hat einen 10cm-hohen Stamm, etwa 120cm lange Blätter und einen Stammumfang von 62cm. Der Topf ist an der Seite leicht aufgeplatzt: er ist offensichtlich sehr gut durchwurzelt. Der Grasbaum macht in Summe einen super Eindruck und ist imposanter / ausladender als gedacht. Gefällt mir richtig gut!

Mein ganz großer Traum aber ist und bleibt der australischer Grasbaum (Xanthorrhoea johnsonii), der sogenannte ‚Blackboy‘ (siehe auch: Meine Bucket-List). Da auf diesen seit einigen Jahren ein Exportstopp aus Australien verhängt ist, war der mexikanische Grasbaum eigentlich als Ersatz bzw. Trostpflaster für den ‚Blackboy‘ gedacht (siehe auch: Wunschliste 2020). Was soll ich sagen? Plötzlich stehen auf eBay 2 Blackboys zum Verkauf – schweineteuer – klar. 1 Nacht drüber geschlafen, mit dem Verkäufer Palmerasycycas (Spanien) kurz verhandelt und einen gekauft: mit Versand 550€ (!!!), direkt aus Mazarron von der Mittelmeerküste Spaniens. Der Grasbaum hat laut Aussage des Verkäufers 2019 geblüht. Ein völlig verrückter Kauf. Ich weiß. Aber kann ein Traum zu teuer sein? It’s a boy – a Blackboy! 🙂

Am 27.02. kommt der Blackboy bei mir an – gut verpackt und offensichtlich in gutem Zustand. Die äußeren Halme sehen leicht vertrocknet aus, aber aus der Mitte kommen frische, grasgrüne Halme. Deutlich sichtbar noch 2 abgeschnittene, inzwischen vertrocknete Blütenstand-Stengel. An Stammhöhe messe ich 21cm (in der Verkaufsanzeige war allerdings von 27cm die Rede) und der Stammumfang beträgt stattliche 54cm. Beim Vermessen des Stamms habe ich Ruß an den Fingern. Mein Blackboy hat ganz offensichtlich schon das eine oder andere Buschfeuer überlebt.

Am 29.02.20 beginne ich mit der geplanten Ausweitung von Exotenbeet 4: der mexikanische Grasbaum wird – für einen besseren Wasserabfluss – mit Unmengen an Blähton + viel Sand zwischen Wheeler’s Rauschopf und meine große Hanfpalme gepflanzt. Und das ehemalige Rosenbeet wird mit Bestands-Yuccas (aus Exotenbeet 2+3) zum Yuccabeet umfunktioniert: von Süden nach Norden mit der Yucca rostrata, der Yucca recurvifolia, der Yucca recurvifolia (Floribunda) x linearifolia ‚Tarantino Ice‘ + der Yucca gloriosa. Außerdem erweitere ich das Exotenbeet 1 und nehme dort den australischen Grasbaum auf. Auch dieser bekommt mit Blähton + Sand eine angemessene Drainage. Die Anzahl in Deutschland dauerhaft ausgepflanzter australischer Grasbäume wird sich vermutlich im 1-stelligen Bereich bewegen. Das wird definitiv ein Ritt auf der Rasierklinge.

März 2020

Am 01.03. versuche ich mich mit der Anzucht einiger Exoten: frisch-gepflückter Samen meiner chinesischen Hanfpalme, Samen meiner im Oktober 2019 gepflückten Indianerbananen und bestellter Samen vom australischen Grasbaum (Xanthorrhoea johnsonii).

03.03.20   †

Am 04.03. bekommt mein frisch-gepflanzter australischer Grasbaum vermutlich erstmals in seinem Leben Schnee ‚zu Gesicht‘.

2 meiner Kakteen im Exotenbeet 1 haben (bereits etwa seit Juni 2019) Probleme mit der Feuchtigkeit: mein Echinocereus viridiflorus (Igelkaktus) scheint hinüber zu sein. Und mein Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ (Feigenkaktus) ist auch in großen Teilen verfault. Das überrascht schon, wo er doch bereits seit 4 Jahren ausgepflanzt ist. Den Feigenkaktus gebe ich aber noch nicht auf: ich entferne den kompletten Kaktus und pflanze 2 gesunde Glieder wieder ein.

Am 11.03. baue ich große Teile des diesen Winter eh sehr rudimentären Winterschutzes ab: bis auf die Yuccas (Dach + Wurzelschutz) + die Faserbanenen (Schutzbau) sind alle Exoten nun schutzlos.

Hui – bereits am 15.03. – also exakt 2 Wochen nach Aussaat – keimt mein erster Indianerbananen-Samen. So schnell hatte ich das nicht erwartet. Gelesen hat ich von einer Keimzeit bis zu 9 Monate. Den Samen hatte ich etwa 5 Wochen im Kühlschrank kälte-stratifiziert. Der ‚Nachteil‘ einer generativen Vermehrung ist ja, dass die Nachkommen genetisch von der Mutter abweichen, also womöglich andere / schlechtere Eigenschaften haben, z.B. kleinere oder einfach weniger Früchte. Da die Früchte bzw. Samen meiner ‚Sunflower‘ ja definitiv durch Selbstbestäubung entstanden sind, spricht man von Autogamie. Leider führt auch Autogamie nur zu nahe verwandten Lebewesen, die aber – anders als bei ungeschlechtlicher / vegetativer Vermehrung – nicht identisch sind.

Mitte März bekommt mein Olivenbaum erstmals einen intensiven Frühjahrsschnitt: er wird stark ausgelichtet, vorallem jede Menge abgestorbene Zweige. Außerdem bekommt er einen leichten Formschnitt: nicht kugelrund, weil ich das nicht mag, aber vorallem in der Höhe doch ein ganzes Stück gestutzt.

Der Corona-Virus trifft nun langsam, aber mit Wucht auch auf Europa. Seit 16.03.20 hat Bayern als 1. deutsches Bundesland den Katastrophenzustand ausgerufen. Etwa 5000 Leute sind bundesweit infiziert. Tendenz stark steigend. Es ist von riesigen wirtschaftlichen Folgen die Rede. Das Thema bestimmt sämtliche Medien. Mir persönlich fehlt ein stückweit die Konsequenz im Handeln. Noch immer fahren Leute mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit. Noch immer kann man Gebäude betreten, ohne dass z.B. Fieber gemessen wird. Es bleibt ein schaler Beigeschmack. Ein paar persönliche Gedanken dazu unter: Coronavirus – der globale Stresstest für die ‚Sozialgemeinschaft Mensch‘.

Am 19.03. schieben an meinen 2 männlichen Hanfpalmen erste Blütenstände. Vom Zeitpunkt her sehr ähnlich wie letzte Saison. Die Weibliche lässt sich dagegen wie immer noch etwas Zeit. Außerdem zeigen sich beim Blutfächerahorn, beim Kakibaum + bei der Bitterzitrone erste Blattknospen. Die Indianerbananen haben erste Blütenknospen gebildet. Und die Faserbananen schieben Blätter. Dem Oleander habe ich sämtliche inzwischen augeplatzten Früchte abgeschnitten. Und die Harlekinweide ist voll kleiner erster Blättchen. Die Blüten der chinesischen Winterblüte sind inzwischen quasi verblüht. Die Yuccas haben den Winter – bis auf die panaschierte Gloriosa – quasi pilzfrei überstanden. Bei der panaschierten Gloriosa hat sich über den Winter leider auch der Bauschaum gelöst, mit dem ich den einseitig stark ausgehöhlten Stamm (vor Jahren im Winter vergammelt) geflickt hatte. Jetzt versuche ich es mit Wundverschlussmittel.

Nachdem ich nun den Winterschutz für alle Pflanzen abgebaut habe, sind ab 21.03. nochmal 6 Nächte Fröste bis ca. -7°C angekündigt. Nicht schlimm, aber bedeutet: der australische Grasbaum bekommt eine Styropor-Umbauung (die vom Baumfarn) + ein Heizkabel, die Faserbananen müssen nochmal abgedeckt werden und der Baumfarn, der mexikanische Grasbaum, der Oleander + der Olivenbaum bekommen eine dicke Vlieshaube. Das wars. Der Frost wird ja je Nacht nur wenige Stunden anliegen.

Meine Saison-Erkenntnisse

1. Selbst halbwegs robuste Kakteen sollten im Hochsommer nicht bewässert werden, da sie extrem schnell faulen.

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