Exotengarten-Saison 2020/21 Mein Münchner Exotengarten 500m über NN

Jetzt wird es 2-stellig: meine 10. Exotensaison. Irre. Es wird wieder einiges umgestaltet und meine 2 ersten Grasbäume ziehen ein: ein mexikanischer Grasbaum, der eigentlich ein Rauschopf ist und ein australischer Grasbaum – der ‚Blackboy‘. Ein Traum wird wahr!

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Februar 2020

Der extrem milde Winter 2019/20 ist sicher ein guter Start für die neue Gartensaison. Zunächst geht es um einige Veränderungen bei uns im Garten. Einerseits wollen wir unsere etwa 4m lange Rosenwand + die dortige Sitzgelegenheit (den in die Jahre gekommenen Strandkorb) auflösen, da die Rosen Jahr für Jahr extrem von Russtau befallen sind und so keine große Blütenfreude darstellen. Dann muss unsere sicher schon 7-8m hohe Zierkirsche weichen, da die Wurzeln inzwischen an vielen Stellen im Garten hochkommen + die Kirsche einfach zu groß geworden ist. Und unser Fargesia-Bambus muss auch weichen, da er sich ebenfalls stark ausbreitet und derweil schon den Garten unserer Nachbarin okkupiert.

Ersatz muss her: am 14.02.20 bestelle ich beim Palmenmann einen mexikanischen Grasbaum (Dasylirion longissimum) für 110€ (bzw. 150€ mit Lieferkosten). Es dauert dann doch bis zum 28.02., bis der Baum geliefert wird. Die Lieferung dauert wohl auch deswegen so lange, weil der Palmenmann ganz offensichtlich nur Zwischenhändler ist (wie eine Vorab-Mail zeigt: ‚… Ihre bestellte Ware ist bereits bei uns eingetroffen…‘). Der Grasbaum hat einen 10cm-hohen Stamm, etwa 120cm lange Blätter und einen Stammumfang von 62cm. Der Topf ist an der Seite leicht aufgeplatzt: er ist offensichtlich sehr gut durchwurzelt. Der Grasbaum macht in Summe einen super Eindruck und ist imposanter / ausladender als gedacht. Gefällt mir richtig gut!

Mein ganz großer Traum aber ist und bleibt der australischer Grasbaum (Xanthorrhoea johnsonii), der sogenannte ‚Blackboy‘ (siehe auch: Meine Bucket-List). Da auf diesen seit einigen Jahren ein Exportstopp aus Australien verhängt ist, war der mexikanische Grasbaum eigentlich als Ersatz bzw. Trostpflaster für den ‚Blackboy‘ gedacht (siehe auch: Wunschliste 2020). Was soll ich sagen? Plötzlich stehen auf eBay 2 Blackboys zum Verkauf – schweineteuer – klar. 1 Nacht drüber geschlafen, mit dem Verkäufer Palmerasycycas (Spanien) kurz verhandelt und einen gekauft: mit Versand 550€ (!!!), direkt aus Mazarron von der Mittelmeerküste Spaniens. Der Grasbaum hat laut Aussage des Verkäufers 2019 geblüht. Ein völlig verrückter Kauf. Ich weiß. Aber kann ein Traum zu teuer sein? It’s a boy – a Blackboy! 🙂

Am 27.02. kommt der Blackboy bei mir an – gut verpackt und offensichtlich in gutem Zustand. Die äußeren Halme sehen leicht vertrocknet aus, aber aus der Mitte kommen frische, grasgrüne Halme. Deutlich sichtbar noch 2 abgeschnittene, inzwischen vertrocknete Blütenstand-Stengel. An Stammhöhe messe ich 21cm (in der Verkaufsanzeige war allerdings von 27cm die Rede) und der Stammumfang beträgt stattliche 54cm. Beim Vermessen des Stamms habe ich Ruß an den Fingern. Mein Blackboy hat ganz offensichtlich schon das eine oder andere Buschfeuer überlebt.

Am 29.02.20 beginne ich mit der geplanten Ausweitung von Exotenbeet 4: der mexikanische Grasbaum wird – für einen besseren Wasserabfluss – mit Unmengen an Blähton + viel Sand zwischen Wheeler’s Rauschopf und meine große Hanfpalme gepflanzt. Und das ehemalige Rosenbeet wird mit Bestands-Yuccas (aus Exotenbeet 2+3) zum Yuccabeet umfunktioniert: von Süden nach Norden mit der Yucca rostrata, der Yucca recurvifolia, der Yucca recurvifolia (Floribunda) x linearifolia ‚Tarantino Ice‘ + der Yucca gloriosa. Außerdem erweitere ich das Exotenbeet 1 und nehme dort den australischen Grasbaum auf. Auch dieser bekommt mit Blähton + Sand eine angemessene Drainage. Die Anzahl in Deutschland dauerhaft ausgepflanzter australischer Grasbäume wird sich vermutlich im 1-stelligen Bereich bewegen. Das wird definitiv ein Ritt auf der Rasierklinge.

März 2020

Am 01.03. versuche ich mich mit der Anzucht einiger Exoten: frisch-gepflückter Samen meiner chinesischen Hanfpalme, Samen meiner im Oktober 2019 gepflückten Indianerbananen und bestellter Samen vom australischen Grasbaum (Xanthorrhoea johnsonii).

03.03.20
… it only takes a fraction of a second to turn your life upside down … †

Am 04.03. bekommt mein frisch-gepflanzter australischer Grasbaum vermutlich erstmals in seinem Leben Schnee ‚zu Gesicht‘.

2 meiner Kakteen im Exotenbeet 1 haben (bereits etwa seit Juni 2019) Probleme mit der Feuchtigkeit: mein Echinocereus viridiflorus (Igelkaktus) scheint hinüber zu sein. Und mein Opuntia phaeacantha ‚Orangeade‘ (Feigenkaktus) ist auch in großen Teilen verfault. Das überrascht schon, wo er doch bereits seit 4 Jahren ausgepflanzt ist. Den Feigenkaktus gebe ich aber noch nicht auf: ich entferne den kompletten Kaktus und pflanze 2 gesunde Glieder wieder ein.

Am 11.03. baue ich große Teile des diesen Winter eh sehr rudimentären Winterschutzes ab: bis auf die Yuccas (Dach + Wurzelschutz) + die Faserbanenen (Schutzbau) sind alle Exoten nun schutzlos.

Hui – bereits am 15.03. – also exakt 2 Wochen nach Aussaat – keimt mein erster Indianerbananen-Samen. So schnell hatte ich das nicht erwartet. Gelesen hat ich von einer Keimzeit bis zu 9 Monate. Den Samen hatte ich etwa 5 Wochen im Kühlschrank kälte-stratifiziert. Der ‚Nachteil‘ einer generativen Vermehrung ist ja, dass die Nachkommen genetisch von der Mutter abweichen, also womöglich andere / schlechtere Eigenschaften haben, z.B. kleinere oder einfach weniger Früchte. Da die Früchte bzw. Samen meiner ‚Sunflower‘ ja definitiv durch Selbstbestäubung entstanden sind, spricht man von Autogamie. Leider führt auch Autogamie nur zu nahe verwandten Lebewesen, die aber – anders als bei ungeschlechtlicher / vegetativer Vermehrung – nicht identisch sind.

Mitte März bekommt mein Olivenbaum erstmals einen intensiven Frühjahrsschnitt: er wird stark ausgelichtet, vorallem jede Menge abgestorbene Zweige. Außerdem bekommt er einen leichten Formschnitt: nicht kugelrund, weil ich das nicht mag, aber vorallem in der Höhe doch ein ganzes Stück gestutzt.

Am 19.03. schieben an meinen 2 männlichen Hanfpalmen erste Blütenstände. Vom Zeitpunkt her sehr ähnlich wie letzte Saison. Die Weibliche lässt sich dagegen wie immer noch etwas Zeit. Außerdem zeigen sich beim Blutfächerahorn, beim Kakibaum + bei der Bitterzitrone erste Blattknospen. Die Indianerbananen haben erste Blütenknospen gebildet. Und die Faserbananen schieben Blätter. Dem Oleander habe ich sämtliche inzwischen augeplatzten Früchte abgeschnitten. Und die Harlekinweide ist voll kleiner erster Blättchen. Die Blüten der chinesischen Winterblüte sind inzwischen quasi verblüht. Die Yuccas haben den Winter – bis auf die panaschierte Gloriosa – quasi pilzfrei überstanden. Bei der panaschierten Gloriosa hat sich über den Winter leider auch der Bauschaum gelöst, mit dem ich den einseitig stark ausgehöhlten Stamm (vor Jahren im Winter vergammelt) geflickt hatte. Jetzt versuche ich es mit Wundverschlussmittel.

Nachdem ich nun den Winterschutz für alle Pflanzen abgebaut habe, sind ab 21.03. nochmal 6 Nächte Fröste bis ca. -7°C angekündigt. Nicht schlimm, aber bedeutet: der australische Grasbaum bekommt eine Styropor-Umbauung (die vom Baumfarn) + ein Heizkabel, die Faserbananen müssen nochmal abgedeckt werden und der Baumfarn, der mexikanische Grasbaum, der Oleander + der Olivenbaum bekommen eine dicke Vlieshaube. Das wars. Der Frost wird ja je Nacht nur wenige Stunden anliegen.

April 2020

Die Osterferien starten. Und mit dem Ausbreiten des Corona-Virus startet für mich nun mit den Osterferien auch die 4. + 5. Woche daheim – Homeoffice. Verrückte Zeit!

Da das Wetter Anfang April in ganz Deutschland sensationell ist, können Gartenbesitzer wie wir diese Zeit intensiv nutzen. Ich nutze die Zeit vorallem zum Ausputzen / Auslichten der Pflanzen: hierbei vorallem der Olivenbaum, der Oleander, die Klettergurke + die chinesische Dattel.

Außerdem sind die Samen der chinesischen Hanfpalme überreif und ich verteile sie großzügig im Garten, vorallem im Exotenbeet 4+5. Mal sehen, was daraus wird!

Und meine Samen im Haus scheinen auch ‚wach‘ zu werden: 2 australische Grasbäume + 1 Indianerbanane haben gekeimt.

Am 08.04. sind jetzt nach meinen 2 männlichen auch bei meiner weiblichen Hanfpalme die Spitzen der Blütenstände erkennbar. Das sensationelle Osterurlaubs-Wetter leutet endgültig die Vegetationsphase im Garten ein. Und ein Ende des tollen Wetters (bei 20-25°C) ist aktuell nicht in Sicht…

Trotz seit Wochen herrlichen, sommerlichen Temperaturen sind doch noch viele Exoten selbst Mitte April im Winterschlaf, konkret: die Seidenakazie, der Baumfarn, die chinesische Dattel, der Hibiskus, die Passionsblumen, sämtliche Kakteen, der Oleander + der Olivenbaum. Gerade der Oleander und der Olivenvaum irritieren mich doch etwas. Beide haben aktuell sehr trockene Blätter… Außerdem bekommt meine wieder mal stark pilzbefallene Yucca gloriosa variegata einen Radikalschnitt: alle befallenen Blätter werden entsorgt.

Bei den chinesischen Hanfpalmen haben sich inzwischen einige Blütenstände (noch verpackt) rausgeschoben: 8 bei der weiblichen + 6 bei der männlichen im Exotenbeet 1 und 5 bei der männlichen im Exotenbeet 4.

Am 15.04. hat es bei uns morgens nochmal -3°, was mir wieder einmal zeigt: die Blätter der japanischen Faserbanane halten das leider nicht aus. Macht nichts! Die wachsen schnell nach… Leider hat es aber auch etwa 50% der frisch-gebildeten Blüten der Indianerbanane erwischt. Das ist wirklich sehr ärgerlich!

Am 17.04. pflanze ich – zu Testzwecken – eine ganz junge, stammlose Honigpalme im gut windgeschützten, aber sonnenarmen Bereich von Exotenbeet 3 aus. Die Palme habe ich für 13€ (+4.50€ Versand) bei dem eBay-Verkäufer ‚lepalms‘ gekauft.

Mitte April mal ein 1. Zwischenstand zum Austrieb meiner Pflanzen:

PflanzeBlätterBlüten
australischer Grasbaum
australischer Taschenfarn 
Bitterzitroneaktuell
Blutfächerahornaktuell 
chinesische Dattel
chinesische Hanfpalmenschon längeraktuell
chinesische Winterblüteschon längerschon länger
Eukalyptusaktuell
Hibiskusaktuell
Indianerbananenschon längerschon länger
japanische Faserbananenschon länger
Kakibaumaktuell
Kakteen
Klettergurkenschon längerschon länger
Mittagsblumen
Oleanderaktuellaktuell
Olivenbaumaktuell
Passionsblumenaktuell
Seidenakazie
Waldrebenschon längeraktuell

Man muss sich auch mal Fehler eingestehen: mein Baumfarn im vollsonnigen Exotenbeet 1 kümmert Jahr für Jahr vor sich hin. Baumfarne stammen aus dem Regenwald und gehören an einen schattigen Platz, so gerne man den Baum auch exponiert pflanzen möchte. Als neuen Standort habe ich den Platz des Blutfächerahorns ausgemacht. Meine Frau hasst den Baum eh (‚Altherren-rot‘) + mir erscheint der Platz im Exotenbeet 3 sehr geeignet, da es hier nur maximal 2-3h Sonne am Tag hat. Am 19.04. wird also umgepflanzt. Den Platz des Baumfarns nimmt am 23.04. dann eine Yucca rigida ein, die ich für 55€ (+9€ Versand) bei mypalmshop.de bestellt habe. Die Yucca hat eine Stammhöhe von 23cm, einen Stammumfang von 70cm und Blätter mit einer Länge von etwa 65cm. Sie macht einen extrem guten Eindruck und sieht toll aus: mypalmshop.de kann ich wirklich empfehlen – preislich und qualitativ.

Am 30.04. sind dann auch endlich kleine Knospen an der Seidenakazie und an der chinesischen Dattel zu erkennen. Außerdem habe ich nun alle Exotenbeete mit dem Zierkies ‚Yellow sun‘ (8-16mm) bedeckt. Auch, wenn es hier sehr unterschiedliche Meinungen zu gibt: ich finde es schön, meinen Pflanzen scheint es zu bekommen und im Garten gibt es weiterhin mehr als genug grün (Rasen) und auch einiges in bunt (Blüten). 🙂

Bei 2 meiner Warzenkakteen sieht es leider nicht gut aus: der Escobaria missouriensis v. caespitosa im Exotebeet 2 ist definitiv hinüber und auch der Escobaria vivipara im Exotenbeet 1 ist arg braun geworden und sieht trocken aus. Positiv dagegen meine Igelkakteen: der Echinocereus coccineus im Exotenbeet 2 hat inzwischen einige Blütenansätze gebildet.

Mai 2020

Am 08.05. pflanze ich eine Nolina hibernica – im Deutschen grünes Bärengras genannt – im Exotenbeet 4 aus. Die Pflanze habe ich für 69€ (+10€ Versand) bei mypalmshop.de gekauft. Sie hat eine Stammhöhe von 10cm, einen Stammumfang von 47cm und Blätter mit einer Länge von etwa 100cm. Leider muss dadurch meine Yucca recurvifolia (Floribunda) x linearifolia ‚Tarantino Ice‘ ein 2. Mal umziehen – zurück ins Exotenbeet 2. Hoffen wir mal, dass sie es überlebt.

Jetzt gehts Schlag auf Schlag: am 09.05. bekomme ich Post von den Gußmaggs (mit ihrem fantastischen, liebevoll-gestalteten Wüstengarten): 5 Mittagsblumen (‚Banana Joe‘, ‚Burning hearts‘, ‚Hot love‘, ‚Magic Magenta‘ + ‚Wonderful hot‘) – für 3.50€ das Stück – werden im Exotenbeet 3 ausgepflanzt. Und ein Opuntia polyacantha ‚Wibke‘ (Feigenkaktus) für 6.00€, ein Sempervivum arachnoideum (Hauswurz) für 2.50€ + ein Orostachys spinosa ‚Gross‘ (grosse Sternwurz) für 4.00€ werden im Exotenbeet 1 ausgepflanzt. Der Sternwurz ist echt eine Wucht. Außerdem pflanze ich meinen aktuell in Kübelkultur gehaltenen Olivenbaum im Exotenbeet 4 wieder aus. Ich hatte ihn im Frühjahr 2016 bereits einmal im Garten gepflanzt, musste ihn aber im Frühjahr 2017 wieder auspflanzen, da der Olivenbaum im Extrem-Januar 2017 massiv zurückgefroren war. Nun also nach 3 Jahren Topfkultur ein 2. Versuch…

Zwischen 12.+16.05. sinken die morgentlichen Temperaturen bei uns nochmal auf 2-5°C. Mancherorts schneit oder friert es sogar. Die Eisheiligen (11.05. Mamertus, 12.05. Pankratius, 13.05. Servatius, 14.05. Bonifatius und 15.05. Sophia) sind wieder extrem pünktlich. Faszinierend, diese Wetterprognose und irgendwie kaum zu glauben…

Am 12.05. wird nach einer wahren Odyssee (Bestellung: 17.04.) endlich meine Indianerbanane ‚Susquehanna‘ (Peterson Pawpaw) geliefert. Die Indianerbanane hatte ich als 120cm-hohe Pflanze für 70€ (+13€ Versand) bei pflanzenspezl.de bestellt. Geliefert wurde eine 150cm-hohe Pflanze, die trotz der langen Lieferzeit einen sehr guten Eindruck macht. Sie nimmt den Platz der schon vor einigen Wochen entfernten Zierkirsche im Exotenbeet 5 ein. Damit steht sie direkt neben meiner Indianerbanane ‚Sunflower‘, was die Befruchtungschancen + die Ernte hoffentlich ein gutes Stück erhöht. Kurz noch zu Neal Peterson und seinen Pawpaws: Neal ist der wohl bekannteste Indianerbananen-Züchter. Seine Sorten sind definitiv Benchmark. Zur Sorte Susquehanna sagt Neal:

Ah, my personal favorite. (But everyone has personal favorites.) It is large, extremely few seeds, and firm melting texture. Quite sweet with strong pawpaw flavor.

Muss man doch haben, oder?

Am 14.05. blüht eine meiner 2 Clematis – die Clematis ‚Nelly Moser‘.

Der Oleander sieht immer noch fürchterlich aus. Er bildet zwar Blütenknospen. Diese vertrocknen aber nach kurzer Zeit. Und die Blätter sehen extrem blass aus und vertrocknen ebenfalls von der Blattspitze her. Daher bekommt der Oleander nun Leckerlis aus dem 5-Sterne-Restaurant: ‚Envii Seafeed Xtra‘ (16€ für 1l), ein bioaktiver Seetang-Flüssigdünger. Mal schauen, ob das Zaubermittel den Oleander wieder in die Spur bekommt… Wenn ich schon dabei bin, bekommen andere Exoten ebenfalls etwas von dem guten Zeug ab. Die Hanfpalmen gehen aber leer aus. Erstens hab ich diese die letzten Jahre eh schon genug verzogen und zweitens wachsen die mir inzwischen echt zu schnell über den Kopf.

So bleiben dieses Frühjahr ein paar Sorgenkinder: neben dem Oleander vorallem der Olivenbaum und die 2 Neulinge, die Yucca rigida und der australische Grasbaum. Allen gemein sind die trockenen, blassen Blätter. Inwieweit hier rein der sehr trockene, hochsommerliche Frühling Schuld ist oder es auch mit der neuen Zierkiesabdeckung sämtlicher Beete zu tun hat, kann ich schlecht einschätzen. Nach dem milden Winter ist das auf alle Fälle eher irritierend. Darüber hinaus zicken aktuell auch die umgepflanzten Exoten wie die Yucca rostrata, die Yucca gloriosa, die Yucca recurvifolia, die Yucca recurvifolia (Floribunda) x linearifolia und der Baumfarn. Es waren dann dieses Frühjahr doch ggf. ein paar Veränderungen zu viel…

Am 22.05. relativiert sich das mit den Sorgenkindern zum Glück ein stückweit: am Oleander erkenne ich neben Blütenansätzen jetzt auch erste kleine, neue Blätter. Trotzdem spritze ich ihn – wenn auch widerwillig – mit einem Mehrband-Fungizid. Es wäre wirklich zu schade, wenn der Oleander nicht durchkommen würde. Auch am Olivenbaum entdecke ich massig neue Triebe. Und der australische Grasbaum scheint sich nun endlich etwas zu fangen. Nachdem die letzten Wochen bestimmt 2/3 aller Halme einfach vertrocknet sind, scheint der Grasbaum nun im Stande, die verbliebenen Halme zu versorgen.

Ende Mai entdecke ich an 2 Zweigen meines Olivenbaums weisse Gespinste. Meine anfängliche Vermutung, es könne sich wie die letzten Saisons wieder um den Euphyllura olivina – also den Ölbaumblattfloh – handeln, bestätigt sich aber nicht. Stattdessen sind es Wollläuse. Zunächst schneide ich nur die 2 betroffenen Zweige ab, werde aber weiter beobachten.

Am Olivenbaum bilden sich nun massig neue Blätter. Der Rückschnitt scheint Wirkung zu zeigen. Auch an der Seidenakazie erscheinen nun erste Blatttriebe. Erste Blüten erscheinen an einigen Kakteen, Mittagsblumen und sämtlichen Passionsblumen. Am Kakibaum zeigt sich eine erste Frucht. Und auch meine Indianerbanane ‚Sunflower‘ hat erste, wenige Fruchtansätze gebildet.

Juni 2020

Nachdem der Oleander seit dem Frühjahr trotz liebevoller Pflege (Bewässerung, Düngung, Entpilzung) sukzessive weiter abbaut (Blätter + Blüten vertrocknen, extrem blasse Blätter), wird er am 06.06. von mir – schweren Herzens – massiv zurückgeschnitten. Nach dem Frühjahr 2017 ist er nun ein 2. Mal völlig blattlos. Ich hoffe inständig, dass er sich nun wieder fängt.

11.06.: Kassensturz bei meiner Indianerbanane ‚Sunflower‘: von gerade einmal 20 Blüten haben 4 Blüten sage und schreibe 9 Fruchtansätze gebildet (letzte Saison haben von 150 Blüten 78 Blüten 238 Fruchtansätze gebildet: chronologisches Wachstum meiner Indianerbananen). Das Jahr war aber auch bislang sehr seltsam: der Winter war eher ein Herbst, dann im Febuar / März fast sommerlich, dann 2x winterliche Spätfröste im April und nu seit Mitte Mai bis Mitte Juni wieder eher Herbstwetter. Die Spätfröste haben den Großteil der Blüten gekillt und sind daher wesentlich für die extrem geringe Fruchtbildung verantwortlich. Traurig!

Heute habe ich eine interessante Beobachtung an meinen 2 Faserbananen gemacht: obwohl sich die Scheinstamm-Höhen der 2 Faserbananen im Frühjahr um etwa 80cm unterschieden, sind die Scheinstämme nun fast gleich hoch (siehe auch: Ja kommts denn nur auf den Stamm an?).

Leider haben es einige letzten Sommer gepflanzte Kakteen nicht überlebt. Konkret: alle 3 Warzenkakteen (Escobaria vivipara, sneedii ssp. leei, missouriensis) im Exotenbeet 1 und 1 Igelkaktus (Echinocereus triglochidiatus f. inermis) im Exotenbeet 2. Warzenkakteen sind womöglich ohne Nässeschutz bei uns einfach nicht geeignet. Auch mein Versuch mit der sehr kleinen chilenischen Honigpalme hat leider nicht funktioniert.

Nachdem es gestern Nacht massiv geregnet hat, liegen einige Jung-Bäume schier platt auf dem Boden: den Kakibaum richte ich wieder auf und befestige ihn wieder an seinem Stützpfahl. Auch meine 2 Eukalypthus (Eucalyptus neglecta + pauciflora ‚Mount bogong‘) liegen nach dem Regen platt auf dem Boden – nachdem sie sich zum wiederholten Mal aufgrund der großen Zweige- + Blattmasse vom Stützphahl losgerissen haben. Seit ihrer Auspflanzung 2018 durften sie wachsen, wie sie wollten. Entsprechend haben beide jeweils etwa 5 gleichberechtigte Triebe gebildet, aber noch keinen kräftigen Haupttrieb / Stamm. Ohne den Stützpfahl können sie sich aktuell noch nicht selber halten. Heute hat die ‚Kindergarten‘-Zeit daher für meine 2 Eukalypthus ein Ende: die Triebe werden auf einen Leittrieb reduziert (Erziehungsschnitt).

16.06.: die ersten Passionsblumen blühen, sowohl blaue als auch weisse (‚Constance Elliot‘).

So schnell mag ich dann doch nicht aufgeben mit meinen Kakteenversuchen: am 20.06. bestelle ich erneut einen Warzenkaktus Escobaria sneedii ssp. leei. Ich liebe diesen Kaktus einfach. Dieses Mal habe ich allerdings ein etwas größeres Exemplar bestellt. Kostenpunkt: stolze 20€ (+ 7€ Versand). Puuh! eBay-Verkäufer: ‚Kakteentraumgumbsi‘ (Sonja Gumbsheimer aus Konstanz). Die Kakteen-Gruppe soll mehr als 20 Köpfe mit Blütenansätzen haben, aus eigener Anzucht stammen und 9 Jahre alt sein. Das klingt zumindest ganz gut! Außerdem habe ich bei Kakteen-Garten folgendes bestellt: einen Maihuenia poeppigii ‚Volcan Antuco‘ (7€; 9cm), einen Feigenkaktus Opuntia macrohitza ‚Apricot‘ (6€; 9cm) und noch einen Warzenkaktus Escobaria sneedii ssp. leei (6€; 9cm) – sicher ist sicher. Der Kakteen-Garten hat ebenfalls 7€ Versand und 5€ Mindermengenzuschlag berechnet. Auch das finde ich… naja. Bei Uhlig Kakteen bestelle ich: einen Warzenkaktus Escobaria vivipara ‚LZ 392 v. arizonica Fishlake Mountains‘ (9.50€; 4-5cm), einen Fußfesselkaktus Pediocactus simpsonii (16€; 5cm) und eine Agave neomexicana ‚LZ 2081 Guadalupe Mountain Range‘ (19€; 10-15cm). Hier durfte ich noch 7.50€ Versand draufzahlen. Und schließlich bestelle ich wieder mal bei meinem Lieblings-Online-Handel mypalmshop.de und zwar: eine weitere Yucca rigida 46€; Stammhöhe: 5-15cm) und eine Madagaskarpalme (Pachypodium rutenbergianum) (15€; 30-40cm). Verpackung und Versand für knapp 10€. Fair! Die Madagaskarpalme ist i.ü. keine Palme, sondern gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae), wo z.B. auch der Oleander zugehört. Summa sumarum starte ich hier einige Pflanzversuche, die schonmal in die Hose gingen…

Sehr fix: bereits am 23.06. kommt die Sendung von Sonja Gumbsheimer gut verpackt unversehrt an. 1 Tag später trudelt auch die Bestellung von Kakteen-Garten ein. Eine Sukkulente (keine Ahnung) wird gratis dazugelegt. Nett! Auch mypalmshop.de ist gewohnt schnell.

Im Exotenbeet 1 wird der Maihuenia poeppigii ‚Volcan Antuco‘ und der größere Escobaria sneedii ssp. leei ausgepflanzt. Im Exotenbeet 2 wird der kleinere Escobaria sneedii ssp. leei und der Feigenkaktus Opuntia macrohitza ‚Apricot‘ ausgepflanzt. Das Experiment Madagaskarpalme (Pachypodium rutenbergianum) landet im Exotenbeet 3. Und die Yucca rigida wird ins Exotenbeet 4 gepflanzt.

Ende Juni blüht nun auch endlich der Olivenbaum. Am Kakibaum hängen 2 Fruchtansätze, an der Indianerbanane ‚Sunflower‘ leider nur noch einer. Die Seidenakazie ist inzwischen schön belaubt. Am Oleander befinden sich nach drm Rückschnitt viele neue Blatttriebe. Und am Baumfarn entrollen gerade die 2 ersten Wedel.

Juli 2020

Der Zauber-Bambus schiebt dieses Jahr viele, sehr dicke neue Sprosse. Dem Oleander scheint der radikale Rückschnitt gut getan zu haben: es bilden sich viele, neue Blätter, die wieder schön saftig-grün aussehen. Und am Kakibaum bilden sich nun deutlich 2 Früchte.

Lange hats gedauert – am 08.07. kommt endlich meine – gut verpackte!!! – Lieferung von Uhlig Kakteen an. Alle 3 Pflanzen befinden sich in einem guten Zustand und werden direkt im Exotenbeet 1 ausgepflanzt: ein Warzenkaktus Escobaria vivipara ‚LZ 392 v. arizonica Fishlake Mountains‘, ein Fußfesselkaktus Pediocactus simpsonii + eine Agave neomexicana ‚LZ 2081 Guadalupe Mountain Range‘. Die Kakteen sehen sich i.ü. bis auf die Farbe der Dornen sehr ähnlich.

Die Passionsblumen geben dieses Jahr i.ü. richtig Gas: obwohl jede Blüte nur 1 Tag blüht, haben wir jeden Tag zwischen 10 und 15 geöffnete Blüten. Herrlich!

Meine Saison-Erkenntnisse

1.Insbesondere (junge) Warzenkakteen sind im Winter extrem nässeempfindlich und daher ohne Nässeschutz für eine Auspflanzung nicht geeignet.
2.Manche Pflanzen (Olivenbaum, Oleander, …) scheinen mit Spätfrösten vorallem dann Probleme zu haben, wenn der Vegetationsbeginn (GTS200) sehr früh und der Frost sehr spät auftritt, wenn die 2 Ereignisse also zeitlich weit auseinander liegen.
3.Man sollte Kakteen nicht zu früh auspflanzen, da sie in dem Zustand vorallem im Winter sehr gefährdet sind.
4.Warzenkakteen (Escobaria) scheinen im Winter doch ein ganzes Stück feuchtigkeitsempfindlicher zu sein als Feigen- (Opuntia) + Igelkakteen (Echinocereus).
5.Entgegen der landläufigen Meinung spielt es für das Wachstum von Faserbanen womöglich kaum eine Rolle, inwieweit man die Scheinstämme im vorherigen Winter stark zurückgeschnitten hat oder nicht.

6 comments on “Exotengarten-Saison 2020/21 Mein Münchner Exotengarten 500m über NN
  1. Anon sagt:

    Mit Abstand die beste Exotengartenwebsite im Internet und ich recherchiere schon seit 4 Wochen 😉

    • tom sagt:

      Wow. Vielen, vielen Dank. Das macht mich echt stolz. 🙂
      Ich denke aber, es gibt schon eine ganze Reihe sehr guter Exotenseiten im Internet. Manche haben sich halt spezialisiert (z.B. nur auf Palmen oder Yuccas, Kakteen oder Bananen), die meisten anderen berichten von ihren Erfolgen in den eher milden Gegenden (Weinbaugebiete, Rheinland, …). Ich konzentriere mich – notgedrungen, da mein Garten so liegt – auf das Exotengärtnern in den rauen Gegenden – in meinem Fall halt Oberbayern. Und da fand ich – zumindest, als ich 2011 mit dem Exotengärtnern anfing – keine Hilfe für mich im Internet. Die Website ist von daher ursprünglich einfach nur meine Form der Wissens-Dokumentation gewesen…

  2. Manuel sagt:

    Ich hab Balkon Kübelpflanzen Oleander / Olivenbaum in Berlin (Ost-Süd Ausrichtung). Um aus Deinen Beobachtungen zu lernen, was würdest du bzgl. Punkt 2) für Schlüsse ziehen?

    Bei sehr warmer Vegetation im März / April die Eisheiligen noch mehr in Augen behalten, ggf. Schutz nochmal aufbauen? Ebenso Winterschutz nicht zu früh abbauen?

    Die Eisheiligen waren in Berlin ebenso pünktlich, aber auch nicht zu kalt. Hab Mitte April aus Zelt genommen, die Blüte des Olivenbaums steht erst in 1-2 Wochen an (grüne Knospen voll ausgebildet aber noch nicht geöffnet). Ansonsten sieht die Olive und der Oleander hervorragend aus (ein Meer aus Knospen, sehr gesunde Blätter).

    • tom sagt:

      Gute Frage, Manuel.
      Ich beantworte das jetzt mal nur für mich. Letztlich muss das jeder für sich selber entscheiden…
      Meine Pflanzen bis zu den Eisheiligen eingepackt lassen, das packe ich nicht. Das entspricht nicht meinem Naturell. Da würde ich vor Ungeduld platzen.
      Bleibt also:
      a. Pflanzen nochmal einpacken. Nur: wenn die bereits im Saft stehen, brauchen die nach meinem Gefühl weit mehr Schutz als bei gleichen Minusgraden im Winter.
      b. Den Lauf der Natur akzeptieren und in solchen Jahren mit der „Saure-Gurkenzeit“ leben. Ich denke, das wird wohl mein Weg. Auch, wenns mir schwer fällt.
      Gruß
      Tom

  3. manuel sagt:

    Ich kann die Ungeduld nachvollziehen 🙂 Was ich mitnehme, Winterquartier Auspacken immer noch im April, aber die Eisheiligen in den nächsten Jahren sehr ernst nehmen und wenn Frost stark bevorsteht die (schweren) Kübel ins Haus bringen über Nacht. Das Wohnzimmer ist dann zwar sperrig und voll, aber auch nur temporär.

    Beim Olivenbaum waren dieses Jahr neue Triebe eher keine da, aber der Oleander war schon ganz gut im „Saft“ und hatte neues grün und neu ausgebildeten Knospen waren schon deutlich sichtbar.

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